Anastacia: Ultimate Collection

Anastacia: Ultimate Collection

Sony

VÖ: 06.11.2015

 

Wertung: 6,5/12

 

Dieses Jahr ist auch Anastacia im Weihnachtsgeschäft mit einer der obligatorischen Zusammenstellungen vertreten. Von der Dame, die weltweit mehr als 30 Millionen Platten an die Frau und den Mann bringen konnte – ausgerechnet in ihrer Heimat USA blieb allerdings der Erfolg aus –, wird nun die „Ultimate Collection“ auf den Markt geschmissen. Es ist ja nicht so, als würde es von Anastacia nicht schon eine ähnlich gelagerte Veröffentlichung geben. Und mal ganz ehrlich, großartige Unterschiede kann es ja nicht geben und somit überschneiden sich die beiden Alben dann auch gleich bei vierzehn Stücken!

 

Damit der Fan dann auch noch ein paar Anreize geboten bekommt und zur Tränke gelockt wird, gibt es auf „Ultiamte Collection“ immerhin zwei neue Songs zu hören. Bei „Army Of Me“ handelt es sich dabei allerdings um einen Coversong eines Christina Aguilera Songs. Die Melodieführung ist natürlich bekannt, aber Anastacia kann dem Stück durchaus noch ein paar neue Facetten abgewinnen, da die Klangfarbe ihrer Stimme eben doch ganz anders ist und die Rauheit der Nummer durchaus gut tut. Mit „Take This Chance“ rundet dann eine Ballade als zweiter neuer Song „Ultimate Collection“ ab. Der Track ist teilweise allerdings im Up-Tempo-Bereich angesiedelt und so wird der Kitsch weitestgehend vor der Tür gelassen. Ein typischer Anastacia-Song.

 

Ansonsten weiß man ja, was einen erwartet. Im Grunde folgt hier Hit auf Hit. Mehr oder weniger. „Love Is A Crime“ ist vermutlich nicht jedem sofort geläufig, da der Song aus dem Musical „Chicago“ stammt und natürlich auch so klingt, wie es die Thematik musikalisch vorgibt. Weitestgehend konzentriert man sich auf dieser Zusammenstellung auf den Karrierebeginn. Dies dürfte eine logische Konsequenz sein, denn ab der zweite Hälfte der 00er-Jahre wurde es doch um einiges ruhiger um Anastacia und selbst in Deutschland, einer Anastacia-Hochburg, reichte es nicht mehr für Plätze auf dem Charts-Thron.

 

„I´m Outta Love“ klingelt uns ja heute noch in die Ohren. Mit dem Dancepop-Hit und dieser markanten Stimme hat sie sich damals hierzulande in die Herzen gesungen. „Left Outside Alone“ steht dem im Grunde in nichts nach, auch wenn der Anfang immer noch kolossal nervt. „Paid My Dues“ ist ebenfalls in der Reihe der ganz großen Hits zu finden. Die treibende Nummer geht sogar als zeitloses Popstück durch und dürfte auch heute noch die Ü30-Fraktion mit Begeisterung auf die Tanzfläche locken. Das funkige „Not That Kind“ unterstreicht zudem, dass Anastacia nicht in die Katergorie der belanglosen Popmäuschen einzusortieren ist. Die Ballade „Everything Burns“ - ein Duett mit Ben Moody – dürfte sicher den einen oder anderen Zeitgenossen, der nahe am Wasser gebaut ist, zu Tränen rühren. Die Leichtigkeit von „You´ll Never Be Alone“ ist da erfrischender und weniger mit Pathos beladen. „Best Of You“ von den Foo Fighters – nun ja, da muss man schon mal schlucken. Das ist sicher nicht die Kernkompetenz von Anastacia. Das sind eher so Balladen wie „Heavy On My Heart“. Das Duett mit Eros Ramazzotti bei „I Belong To You (El Ritmo De La Pasion)“ ist für Leute, die dafür offen sind, eine ganz starke Ballade. Die beiden Stimmen ergänzen sich perfekt.

 

Fazit: Es ist im Grunde wie immer bei solchen Veröffentlichungen: wer noch nichts von Anastacia im Schrank stehen hat, aber schon immer auf die Hits scharf war, kriegt mit „Ultimate Collection“ eine wunderbare Zusammenstellung geliefert, die sich allerdings überwiegend mit den ersten Songs ihrer Karriere befasst. Dazu wurden dann noch zwei neue Songs hier untergebracht. Braucht man aber nicht wirklich. Das Booklet stellt – und auch das kennt man von ähnlich gelagerten Veröffentlichungen – überhaupt keinen Mehrwert dar.

 

http://www.anastacia.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Anastacia: Resurrection

Anastacia: Resurrection

BMG Rights Management/GoodtoGO

VÖ: 09.05.2014

 

Wertung: 7/12

 

Anstacia ist zurück und dies gleich in zweifacher Hinsicht. Ihre musikalische Rückkehr ist da sicher keine große Überraschung, denn man kennt ja den Zyklus von Studio, Album und Tour. Leider wurde bei Anastacia im Jahr 2013 erneut Brustkrebs diagnostiziert. Sie befand sich da gerade mit Produzent Jamie Hartman im Studio. Und was macht diese kleine große Frau? Einfach weiter. Sie hat sich nicht aufgegeben und gekämpft. Zurück in das Leben gekämpft. Man mag über ihre Musik denken was man will, aber mit ihrem Lebensmut dient sie als Vorbild für viele Frauen. Diese schwere Zeit, aber auch die neu gewonnene Kraft, kanalisieren sich in „Resurrection“.

 

Einen Song von Anastacia erkennt man unter Millionen anderen wieder, selbst wenn man das Stück zum ersten Mal hört. Die Sängerin hat einfach eine Stimme, die sich von allen anderen des Popgenres meilenweit abgrenzt. „Resurrection“ ist somit natürlich wieder ein typisches Anastacia-Album. Man kann es im Grunde auch ganz direkt und einfach sagen: wer die Musik von Anastacia bisher mochte, wird auch schnell mit „Resurrection“ warm werden. Alles ist wieder da: der straighte Popsong, die Balladen für das Herz und natürlich auch die Midtemposongs, die weder positiv noch negativ ins Gewicht fallen.

 

Mit „Evolution“ legt Anastacia hier ihr Meisterstück ab. Dies ist die Überballade schlechthin. Aber eine der guten Sorte. Trotz dem ganzen Pathos und Bombast ist da irgendetwas, das diese Nummer vom üblichen Mainstream-Reißbrettentwurf unterscheidet. Vermutlich ist dies die Authentizität mit der die Dame hier zu Werke geht. Danach kann „Pendulum“ nur verlieren und hört sich dann auch nach gewöhnlichem Pop von der Stange an, aber ganz ehrlich: geschenkt. Gibt ja noch andere Stücke auf diesem Album. Da wäre beispielsweise der gefühlvolle Auftakt mit „Staring At The Sun“, welcher gar in Richtung Klassik und Musical geht, bevor die Handbremse gelöst und das Tempo gewechselt wird. „Lifeline“ ändert den Kurs danach nicht und hin und wieder hört sich die Stimme gar (gewollt) brüchig an. „Stupid Little Things“ ist ja bereits bekannt und ist die kalkulierte Single für´s Radio.

 

Man kann natürlich überall nach Verweisen suchen und die Pianoballade „I Don´t Wanna To Be The One“ bietet sich da förmlich an, dreht letztlich aber am Liebeskarussell. Der Anteil der ruhigen Songs ist auf diesem Album immens hoch. Auch „Stay“ holt das große Gefühlsbesteck heraus und auch „Apology“ fühlt sich auf ruhigem Terrain sehr wohl. Mit „Broken Wings“ endet „Resurrection“ dann auch noch so, aber mit einer positiven Grundstimmung. Anstacia ist wieder zurück!

 

Fazit: „Resurrection“ wird die Musikwelt nicht auf den Kopf stellen, die Welt von Anastacia aber schon. Diese Musik entstand teilweise in einer schwierigen Lebensphase, wo sie erneut den Kampf gegen den Brustkrebs antreten musste. Viele Balladen, darunter auch überraschend gute, bereichern nun dieses Werk. Der Rest ist Pop von der Stange wie man ihn von Anstacia eben gewohnt ist – mit der bekannt markanten Stimmklangfarbe. Die wichtigste und schönste Erkenntnis aber ist: Anstacia ist zurück!

 

http://www.anastacia.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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