3 Doors Down: The Greatest Hits

3 Doors Down: The Greatest Hits

Universal

VÖ: 16.11.2012

 

3 Doors Down tauchten zu Beginn der 00er Jahre plötzlich auf der Bildfläche auf. Die Band war schnell und immens erfolgreich, musste aber auch stets mit dem Vorwurf leben, dass sie schlicht und ergreifend nur schlecht kopieren würde. So ganz entkräften konnten sie die Vorwürfe der Kritiker nie und als Band der dritten Grunge-Generation ist das ja auch nicht so ganz aus der Luft gegriffen. Die Hüter des heiligen Musikgrals werden von 3 Doors Down sicher nicht mehr überzeugt werden, auch nicht durch das erste „Greatest Hits“ Album.

 

Diese Scheibe ist schon reichlich seltsam und skurril. Vielleicht ist dies auch wiederum nur Wasser auf die Mühlen all jener kritischen Zeitgenossen. Die Band mag zwar 16 Millionen Alben an die Frau und den Mann gebracht haben, aber mehr als neun vernünftige Songs waren dann doch nicht dabei? Dies ist immerhin die Aussage von „The Greatest Hits“, denn unter den zwölf Stücken sind auch drei neue zu finden. Wohlwollend könnte man dann auch von „all killer no filler“ sprechen. Alles in allem macht „The Greatest Hits“ bei 3 Doors Down sehr viel Sinn, denn dann muss man sich nicht mit den ganzen Alben rumschlagen, die teilweise tatsächlich erschreckend viele Füller zu bieten haben.

 

Man kann der Band vieles vorwerfen, aber sich nicht, dass sie kein Händchen für Hits hatte. Das mag irgendwann mal abhanden gekommen sein, aber gerade zu Karrierebeginn war da doch die eine oder andere amtlich Nummer dabei. Und anders als bei Nickelback haben die Songs durchaus Potenzial und können sich hören lassen. „Kryptonite“ ist nicht umsonst der Türöffner für eine erfolgreiche Karriere gewesen. Logisch, dass die Nummer „The Greatest Hits“ eröffnet. Das rockige „When I´m Gone“ schließt sich nahtlos an. Die Überballade „Here Without You“ sorgte ebenfalls dafür, dass 3 Doors Down sich zeitweise in der Riege der amerikanischen Superstars wiederfanden. Das Stück ist ja mittlerweile zu einer Art Klassiker geworden.

 

Die Band hat zudem immer ein Händchen für diese schnörkellosen Middle Of The Road Songs wie „It´s Not My Time“ oder „Duck And Run“ bewiesen. Unspektakulär, geht aber eben auch gut ins Ohr. Die Balladen waren dabei immer etwas größer wie beim Rest. Trotzdem überzeugen die Strophen von „Let Me Go“ dann doch wieder und die Pathoskeule wird nur selten geschwungen. Selbiges gilt auch für „Be Like That“, welches fluffig und mit einer gewissen Leichtigkeit um die Ecke biegt. Die drei neuen Songs decken dann alle Felder ab. „One Light“ soll rocken, erinnert dann erstmals doch erschreckend an Nickelback. „There´s A Life“ ist die unspektakuläre Ballade, während „Goodbyes“ sich wieder in der Straßenmitte bewegt. Mit den wirklich guten Stücken der Band können diese Tracks aber keineswegs mithalten und da sind sie dann doch, die Filler!

 

Fazit: Wer von 3 Doors Down nur die Hits kennt, hat eigentlich nicht viel verpasst. Die Alben dazu werden sich kaum in der Sammlung befinden. Genau da schafft jetzt „The Greatest Hits“ Abhilfe und liefert die Hits jetzt nacheinander ab. Neues Material gibt es auch, aber das fällt eher in die belanglose Kategorie und ist nicht mehr als Füllmaterial. Der Rest darf aber durchaus die Rocksammlung bereichern.

 

http://splash.3doorsdown.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

3 Doors Down: Time Of My Life

3 Doors Down: Time Of My Life

Universal

VÖ: 15.07.2011

 

Wertung: 5/12

 

3 Doors Down sind schon lange im Geschäft und veröffentlichen mit „Time Of My Live“ nun das fünfte Studioalbum. Die Amerikaner konnten zwischen Classic Rock und Grunge in der Vergangenheit immer wieder ihre Fans überzeugen. In ihrer Nische machten sie es sich gemütlich und boten wenig Angriffsfläche, auch wenn manche Kritiker immer wieder bemängelten, dass sie nur auf den fast schon abgefahrenen Erfolgszug der frühen 90er aufgesprungen seien. Andere Bands gaben da mehr her. Früher die Stone Temple Pilots und heute die furchtbaren Nickelback. Zudem boten 3 Doors Down immer Songs und Alben an, die am Ende des Tages doch überzeugen konnten. Das gilt leider nicht für „Time Of My Life“!

 

Man hat sicher keine neuen Hits wie „Kryptonite“ oder „Here Without You“ erwartet, aber was die Herren mit „Time Of My Life“ abliefern ist dann doch ein Schatten früherer Tage. Frontmann Arnold erzählt zwar, dass er ganz besonders stolz auf die Platte wäre, weil diese eben den ganzen Weg von 3 Doors Down abdecken würde, aber genau das ist das Problem. Musik nach Zahlen? Funktioniert nur in ganz wenigen Fällen. Man wird den Eindruck nicht los, dass man vieles auf dieser Platte schon kennt. Natürlich haben 3 Doors Down ihren eigenen Stil – was ja im Grunde für jeden Musiker und Künstler giltl – aber das ist es nicht, was negativ auffällt. Man vermisst einfach die Ideen und die Vergangenheit teilweise nur leicht verändert wieder aufzuwärmen ist doch ein bisschen wenig.

 

„Time Of My Life“ ist eine einzige Enttäuschung und nach ein paar Tagen dürfte das Ding bei vielen im Schrank verschwinden und es wird wieder zu den vier Alben davor gegriffen. 3 Doors Down sagen von sich selber ja, dass sie eine bodenständige Rockband sind. Stimmt, aber in diesem Falle ist es auch gleichbedeutend mit langweilig. Viel bleibt nicht hängen und wenn doch, dann kommt einem sofort ein anderer Song von 3 Doors Down in den Sinn. Die Ballade „She Is Love“ ist an Langweile nicht mehr zu überbieten. Auch die vermeintlichen Rockstücke wie „Time Of My Life“ oder „My Way“ sind total einfallslos und ideenarm. Das furchtbare „Every Time You Go“ soll catchy sein, ist aber nur 08/15 Poprock der schlimmeren Sorte. Schade, schade, schade! Handwerklich ist das natürlich gut gemacht und Arnold hat eine Stimme mit hohem Wiedererkennungswert, aber das reicht eben nicht.

 

Fazit: Das neue Album der 3 Doors Down „Time Of My Life“ ist eine große Enttäuschung. Die Herrschaften beherrschen zwar ihr Handwerk, haben aber bei dem Versuch alle Bandphasen abzudecken anscheinend ihr sicheres Gespür für gutes Songwriting verlernt. Das ist zielloser Middle-of-th-Road Rock, der schnell wieder vergessen ist – leider.

 

http://splash.3doorsdown.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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