Metallica: Master Of Puppets – Die Ultimative Bildbiografie

Metallica: Master Of Puppets – Die Ultimative Bildbiografie

Edel

VÖ: 18.11.2013

 

Wertung: 9/12

 

Der Name Metallica reicht aus um bei den meisten Leuten sofort ein Bild vor dem geistigen Auge erscheinen zu lassen. Die Heavy Metal Veteranen zählen nicht nur zu den erfolgreichsten Bands ihres Genres, nein, auch zu den erfolgreichsten Kapellen des Planeten überhaupt! Mittlerweile sind die Radaubrüder mehr als 30 Jahre in dem Geschäft unterwegs und haben so ziemlich alle Höhen und Tiefen mitgemacht, die eine Band erleben kann. Den Status der Unantastbaren dürften sie längst erreicht haben und jedwede Kritik perlt an ihnen ab. Die Fans fressen den vier Herren so oder so aus der Hand und die Konzerte der Truppe werden zu wahren Pilgerstätten. In der ganzen Zeit sammelt sich natürlich unheimlich viel Kram an. Die Zeit ist natürlich auch nicht spurlos an den Musikern vorbeigegangen, gar keine Frage. Martin Popoff hat sich dem nun angenommen und das alles sortiert, geordnet und mit „Master Of Puppets“ eine Bildbiografie zusammenstellt.

 

Ultimative hört sich dabei gut an, aber wer vermag schon ein ultimatives Buch über eine derart lange Karriere zusammenstellen? Das dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein. Abgesehen davon erstreckt sich dieses Buch auf gerade mal 192 Seiten und da ist schon abzusehen, dass dies vom Umfang weder abschließend sein kann, noch annähernd alle Phasen der Band mit reichlich Material abgedeckt werden. Wer sich dieses Buch zulegt sollte nicht von falschen Voraussetzungen ausgehen. Hier wird sicher nicht durch Masse geglänzt und Hardcorefans werden unter Garantie auch keine neuen Erkenntnisse über ihre Lieblinge gewinnen. Das kann und will dieses Werk aber auch gar nicht leisten! Die unveröffentlichten O-Töne der Bandmitglieder und der vielen Wegbegleiter sind zwar nett und bisweilen erhellend und amüsant, aber es werden jetzt auch keine Dinge zur Sprache gebracht, die nicht bekannt wären. Das geht bei dieser Band aber auch kaum, die die Öffentlichkeit ja auch mal in die düstersten Geheimnisse eingeweiht hat. Alles gesagt also? Nicht ganz!

 

„Master Of Puppets“ bereitet nämlich durchaus eine Menge Freude. Die Aufmachung ist sehr nett und bei dem Preis, der für dieses Buch aufgerufen wird, mehr als gerechtfertigt. Das macht schon einen werthaltigen Eindruck und dürfte in jedem Fanschrein eine gute Figur abgeben. Die hier abgebildeten Band- und Tourposter, Konzerttickets der größten Gigs, Backstage-Pässe und die sehr vielen T-Shirts der einzelnen Metallica-Phasen, sind vielleicht sogar für Sammler und Jäger neu. Mitunter wird hier die Raritätenkiste ganz weit geöffnet. Selbstverständlich gibt es auch viele Bilder von Metallica zu bewundern – von den Anfängen bis heute. Neben Backstageimpressionen darf man auch einige (wenige) Konzertfotos bestaunen, die von der Qualität aber erstklassig sind. Unter dem Strich hat das Buch aber auffallend wenig Bilder von der Band zu bieten. Da hat man sich mitunter mehr von versprochen. Der ganze andere Klimbim nimmt da auffallend viel Platz ein. Das ist natürlich Geschmackssache und es ist ja auch beileibe nicht so, dass man Hetfield und Co. nicht zu Gesicht bekommt – das genaue Gegenteil ist der Fall! Abgesehen davon bietet dieses Werk tatsächlich einen Streifzug durch mehr als 30 Jahre Metallica und ist somit auch ein Stück Geschichte. Als Betrachter der Fotos kann man so noch mal miterleben, wie aus den Jungspunden eine Band von Weltruhm wurde, die schließlich als gereifte Herren immer noch die größten Konzerthallen und Stadien dieser Welt beackern.

 

Martin Popoff geht in seiner Einleitung auch noch mal auf den Umfang des Buches ein und erläutert, warum hier weniger eben deutlich mehr ist. Überhaupt ist der Begleittext überraschend gut und reißt in Kurzform noch mal die komplette Geschichte von Metallica ab. Dabei wird auch auf die verschiedenen, einschneidenden Ereignisse der Bandgeschichte eingegangen. Der Tod von Cliff Burton und wie Hetfield darunter zu leiden hatte, Ulrich aber schon dabei war die Band neu zu ordnen, der Ausstieg von Newsted – erfreulicherweise mit einem O-Ton von Newsted zu der ganzen Geschichte – und dem Einstieg von Robert Trujillo werden dabei zur Sprache gebracht. Die Drogen und Alkoholeskapaden kommen dabei ebenso vor,  wie aber auch die verschiedenen Aufnahmeprozesse der einzelnen Alben, zu denen es übrigens jeweils eine ganzseitige Kritik gibt. Die Band äußert sich zu manchen Dingen überraschend kritisch, steht aber auf der anderen Seite auch zu der Vergangenheit und den oftmals von Fans und Journalisten kritisierten Entscheidungen.

 

Eins arbeitet das Buch aber auch ganz klar heraus, nämlich dass Lars Ulrich oftmals die treibende Kraft ist und er mehr als ein Geschäftsmann (O-Ton von James Hetfield), denn ein Musiker agiert und schon immer einen festen Plan für Metallica im Kopf hatte. An Newsted und seiner Art zu spielen lässt er zwischen den Zeilen auch nicht unbedingt ein gutes Haar und gibt unumwunden zu, dass er mit Robert Trujillo lieber arbeitet. Und dann wäre da ja auch noch die Zeit mit Dave Mustaine...

 

Fazit: „Master Of Puppets – Die Ultimative Bildbiografie“ von Martin Popoff ist trotz seiner Kürze ein sehr schönes Buch über die Heavy Metal Pioniere. Hier gibt es tolle und rare Fotos zu sehen und jede Menge Abbildungen von Memorabilia. Das ganze wird mit einem Abriss der Metallica-Geschichte von den Anfängen bis zum Hier und Jetzt garniert. Die Aufmachung dazu ist ebenfalls sehr gelungen. Die vielen O-Töne der Band und der Wegbegleiter runden dieses Werk sehr schön ab.

 

http://www.metallica.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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