The Police: Everyone Stares – The Police Inside Out (DVD)

The Police: Everyone Stares – The Police Inside Out (DVD)

Universal

VÖ: 31.05.2019

 

Wertung: 9/12

 

2006 wurde „Everyone Stares – The Police Inside Out“ schon mal veröffentlicht. Jetzt kommt die Dokumentation von Stewart Copeland erneut in den Handel. Der Schlagzeuger von The Police begleitete mit seiner Super 8 Kamera im Grunde die komplette Karriere der Band. Der Film ist zudem sehr viel anders, als vieles, was man auf dem Markt so kennt. Hier wird immerhin die Geschichte der Weltstars aus der direkten Sicht eines Bandmitglieds erzählt. Sting und Andy Summers agieren dadurch natürlich auch viel gelöster und albern wesentlich mehr vor der Kamera herum. Es ist eben schon eine andere Situation, ob der Mann hinter der Kamera ein Bandmitglied oder ein Fremder ist.

 

Man darf von den Aufnahmen natürlich keine Wunderdinge erwarten. Das Super 8 Material kann selbstverständlich überhaupt nicht mit und an heutigen Maßstäben und Produktionen gemessen werden. Würde man das Bild nur unter diesem Gesichtspunkt bewerten (müssen), dann wäre das vernichtend. Grobkörnig und wackelig ist das Material. Die Farben sind alles andere als kräftig und eher verblasst. Was ist mit Rauschen? Unbedingt und über alle Maßen. Die Schärfe ist praktisch überhaupt nicht vorhanden und über einen Kontrast oder eine Sättigung brauchen wir uns auch nicht unterhalten. Spielt das überhaupt eine Rolle? Nein! Das ist im Grunde alles egal, denn darum geht es nicht. Es geht auch nicht darum, dass man von dem Sound eine neue Frisur verpasst bekommt. Immerhin hat Copeland da noch sehr viel durch Nachbearbeitung herausgeholt, aber auch hier sollte man keine Wunderdinge erwarten.

 

Die Stimme aus dem Off ist übrigens von Copeland, der uns die Geschichte von The Police auch noch erzählerisch näherbringt. Zu Beginn der Karriere hatte er seine Kamera noch nicht und somit wird die Phase mit ein paar Bildern unterlegt. Bewegte Bilder gibt es dann mit dem Einstieg von Andy Summers bei The Police und den Bemühungen in den USA ein Bein auf die Erde zu bekommen.

 

Wer sich auf diese Dokumentation einlassen kann und will, hat sicher das Gefühl ein Teil der Band zu sein. Es ist ein sehr intimes Porträt dieser Band. Gleichzeitig wird hier der Aufstieg von unbedarften und herumalbernden Musikern zu Weltstars gezeigt. Die Fanbelagerungen werden immer größer und teilweise nimmt das schon Ausmaße wie bei den Beatles an. Die Entwicklung vom Kleinbus, mit dem das Trio zu Beginn tourte, zum Privatjet erfolgt rasant. Man folgt der Band durch die einzelnen Abschnitte und erlebt dabei zunächst einen unbedarften Hühnerhaufen, der mit zunehmender Popularität nicht nur professioneller wird, sondern auch immer mehr Allüren entwickelt. Selbstverständlich ist das Material auch noch aus einer anderen Perspektive sehr schön, denn die Bilder geben auch den Zeitgeist vom Kleidungsstil über Städteplanung bis hin zum Lebensgefühl wieder. Wer in den 80ern dabei war, wird seine helle Freude daran haben.

 

Natürlich gibt es auch jede Menge Musik auf die Ohren. Live-Elemente – auch in der Bonussektion – runden das alles sehr schön ab. Man merkt, dass dies ein Herzensprojekt von Copeland war und er ganz viel Energie auf diese Dokumentation verwendet hat.

 

Fazit: Man sollte bei dieser DVD – wahlweise Blu-Ray – keine Wunderdinge vom Bildmaterial erwarten. Das dürfte sich bei Super-8-Aufnahmen aber ja auch von selbst verstehen. Das mag auf grobkörnigen und wackligen Beinen stehen, aber da das Material von einem Bandmitglied gefilmt wurde, hat man als Zuschauer einen ganz anderen Blickwinkel als üblich. Das ist natürlich in erster Linie für Fans interessant, aber auch das liegt ja auf der Hand. Eine kurzweilige und tolle Dokumentation, die es zudem schafft keinen der Protagonisten bloßzustellen!

 

Text: Torsten Schlimbach

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