Slash featuring Myles Kennedy & The Conspirators: Live At The Roxy 25.09.2014 (Blu-ray)

Slash featuring Myles Kennedy & The Conspirators: Live At The Roxy 25.09.2014 (Blu-ray)

Edel/Eagle Vision/Universal

VÖ: 12.06.2015

 

Wertung: 8,5/12

 

Das Roxy Theater am Sunset Strip in West Hollywood ist legendär. Viele Mythen und Legenden ranken sich um den Schuppen, in dem oftmals Musikgeschichte geschrieben wurde. Slash ist da ein alter Bekannter, aber auch so ein gern gesehener Gast. Am 25. September 2014 war es wieder soweit und er trat mit Myles Kennedy & The Conspiartors im Rahmen der Promotion nach der Veröffentlichung seines neuen Albums „World On Fire“ dort auf. Kleiner Rahmen, intime Atmosphäre und Slash, das schreit ja förmlich nach Rock and Roll.

 

Wenn man was kritisieren will, dann ist es die Kürze der Show. Dreizehn Songs im Hauptteil sind da dann doch viel zu wenig. Auch die vier Bonustracks reißen es dann nicht unbedingt wieder raus. So bleibt die ganze Sause dann bei einer Spielzeit von unter zwei Stunden. Ein bisschen mehr Bonusmaterial wäre sicher auch nicht die verkehrteste Entscheidung gewesen. Interviews, Backstageaufnahmen oder etwas über die Geschichte des Roxy wird man leider nicht finden. Die Veröffentlichung hat da durchaus noch reichlich Luft nach oben.

 

Das Bild kann überzeugen und ist als guter Blu-ray-Standard zu bezeichnen. Das macht einen wertigen Eindruck. Der Schwarzwert ist sogar herausragend. Die Detailschärfe ist schon beeindruckend und auch die Farben kommen recht natürlich daher. Kompressionsfehler wurden zudem nicht gefunden. Die Kameraführung ist manchmal etwas verwackelt, was mitunter aber an dem kleinen Club liegt und der Einsatz von Handkameras dürfte da nicht ganz so einfach gewesen sein. Auf der anderen Seite hat man als Zuschauer teilweise das Gefühl, dass man mittendrin dabei ist. So nahe kommt man einer Band ja meistens nicht, selbst nicht bei derartigen Produktionen. Hier ist das glücklicherweise anders und das Livegefühl schwappt sogar etwas in das Wohnzimmer. Der gute Onkle Slash dürfte seine Sonnebrille aber auch gerne mal absetzen, dann würde er doch etwas nahbarer erscheinen. Locken und der obligatorische Zylinder verdecken ja sowieso schon viel.

 

Die Boxen kriegen bei den Sound-Formaten DTS-HD Master Audio, LPCM Stereo ordentlich was zu tun. Die ganze Kiste kommt recht klar und druckvoll daher. Der Fokus mag auf den Gitarren liegen, aber auch Bass und Drums kommen sehr gut rüber. Der heimliche Star der Show, Myles Kennedy, wird mit seiner Stimmgewalt auch sehr gut in Szene gesetzt. Alles gut.

 

Slash ist ja keiner, der von seiner Vergangenheit nichts wissen will. Auf Festivals und in großen Hallen muss er zwangsläufig ja sowieso die Hits seiner alten Kapelle bringen. Das ist ja auch ein Grund, warum die Leute zu seinen Konzerten kommen. Im Roxy hätte er das freilich nicht machen müssen, aber wenn man dem Gitarrengott so zuguckt, dann hat er immer noch Spaß an „Nightrain“, „You Could Be Mine“, Rocket Queen“ und natürlich den beiden Megahits „Sweet Child O´Mine“ und „Paradise City“. Das Strahlen im Publikum könnte größer nicht sein. Mit „Slither“ haut er mit seinen Mi(e)tmusikern - die übrigens einen famosen Job machen, auch wenn der Bassist ein Poser ist – einen Song von seiner Zeit bei Velvet Revolver raus. Überraschend ist die Eröffnung mit dem großartigen „Ghost“ - einem Song von 2012, den er mit Ian Astbury geschrieben hat. Und dann reihen sich noch die Tracks von „World On Fire“ ein, an die man sich noch etwas gewöhnen muss und die mit dem großartigen Material seines Backkatalogs nicht mithalten können. Musikalisch ist das aber alles in allem feinste Rockkost.

 

Fazit: Der Auftritt von Slash und seiner Band im Roxy vom letzten September ist sehr direkt und intim. Rock and Roll wie er einst mal war. Das Bild und der Ton sind gut bis sehr gut. Eigentlich sollte der Auftritt unter dem Eindruck des damals neuen Albums "World On Fire“ stehen, aber letztlich ist das eine „Greatest Hits“-Show. Lediglich die Kürze der Blu-ray muss man negativ anmerken, nicht mal zwei Stunden sind doch etwas dürftig.

 

http://www.slashonline.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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