Scorpions: Forever And A Day (DVD)

Scorpions: Forever And A Day (DVD)

Sony

VÖ: 21.08.2015

 

Wertung: 7/12

 

Die Scorpions gaben zu Beginn des Jahres 2010 bekannt, dass noch ein Album und eine Welttournee ansteht und man dann gemeinsam dieses Kapitel schließen will. Rudolf Schenker teilte mit, dass die Band in Würde abtreten wolle. Die Freude war groß, denn geliebt wurden die Hannoveraner ja nie so richtig – zumindest in Deutschland. Die Fangemeinde war trotzdem groß und treu und so gab es natürlich auch sehr viele traurige Gesichter. Mittlerweile wissen wir ja alle, dass es anders gekommen ist und die Kapelle munter weiter macht. Für März 2016 ist ja schon wieder eine Tour durch Deutschland geplant. Ihre vermeintliche Farewell-Tour ließen sie trotzdem filmen und so durfte Katja von Garnier die Band begleiten. Das Ergebnis aus dieser Zusammenarbeit liegt nun mit „Forever And A Day“ vor.

 

18 Monate dauerte diese Tour und nun kann man als Zuschauer ein ganz kleines Stück daran teilhaben. Es hat für 140 unterhaltsame Minuten gereicht. So ein bisschen wird auch die Bandgeschichte abgehandelt. Natürlich kann man nicht 50 Jahre in dieses Format pressen. Man wollte es offensichtlich auch nicht, denn die DVD ist – übrigens ohne Bonusmaterial – dafür doch recht kurz und knapp ausgefallen. Auf der anderen Seite wurde sehr viel Archivmaterial verwendet, welches bisher gänzlich unveröffentlicht ist. Ergänzt wird die ganze Geschichte durch sehr viele O-Töne der Band, aber auch von alten Weggefährten, Managern oder Kollegen. Wer hätte gedacht, dass Testosteron-Rocker Danko Jones den Scorpions so wohlgesonnen ist? Paul Stanley von Kiss ist da schon eher naheliegend.

 

Der Film ist letztlich ein großer Mischmasch. Mal ist man mittendrin in der Abschiedstournee, dann wiederum sieht man die Band in Russland oder es wird noch mal die Kiste von „Wind Of Change“ aufgearbeitet. Ja, David Hasselhoff und die Scorpions haben wohl die Mauer niedergesungen bzw. gepfiffen. Zumindest könnte man auf die Idee kommen. Manchmal hat die ganze Geschichte auch was von Spinal Tap – besonders wenn Rudolf Schenker sich an der englischen Sprache versucht. Auf der anderen Seite – und das muss man einfach auch mal sagen – wirkt das schon wieder sympathisch. Die Herren leben derart in ihrer Rock and Rollblase aus vergangenen Tagen, dass es schon wieder authentisch wird. Zumindest Klaus Meine hat sichtbar daran zu knabbern, dass den Scorpions in vielen Teilen der Welt sehr viele Liebe entgegengebracht wurde, die ihnen in Deutschland aber meist verwehrt blieb. Immerhin hat er eine CD von „Nevermind“ im Regal stehen und das spricht ja für ihn. Oder wurde die etwa prominent dort platziert, weil es sich gut im Bild macht? Obwohl, da steht ja auch Queen „Made In Heaven“. Also: nee.

 

Ein großer Teil des Films ist auch den Stimmproblemen von Klaus Meine vor einem Konzert in Paris gewidmet. Es ist ja noch mal alles gut gegangen. Etwas ärgerlich ist die Tatsache, dass hier zwar viele Songs angespielt werden und im Bild zu sehen sind, aber man keine Möglichkeit hat, diese komplett zu sehen und zu hören. Da wäre wesentlich mehr drin gewesen und gerade für die Fans wäre das eine feine Sache! Da wurde doch einiges verschenkt.

 

Fazit: „Forever And A Day“ ist ein höchst unterhaltsamer Film über die Farewell-Tour der Scorpions. Man muss kein Fan sein, man muss noch nicht mal die Band oder die Musik mögen, um diese kurzweiligen 140 Minuten zu gucken. Manches ist gar unfreiwillig komisch. Es ist aber auch ein Film über die Freundschaft von Meine und Schenker und selbige hält ja nun schon sehr, sehr lange. Rares Archivmaterial gewährt zudem noch einen tiefergehenden Einblick in 50 Jahre Scorpions. Mittlerweile wissen wir ja, dass sie immer noch auf den Bühnen der Welt ihr Liedchen pfeifen. Nun denn...

 

http://www.the-scorpions.com/german/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
Loading

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch