Santana IV: Live At The House Of Blues Las Vegas (Blu-ray)

Santana IV:  Live At The House of Blues - Las Vegas [Blu-ray]

Edel

VÖ: 21.10.2016

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Konzerte von Carlos Santana gelten oftmals als magische Erfahrung. Es gibt aber eben den guten Carlos mit Begleitmusikern und dann gibt es die Band Santana. Das klassische Line-up genießt nicht zu Unrecht Legendenstatus. Selbiges hat sich nun nach langer, langer Funkstille mit einem neuen Album zurückgemeldet. Am 21. März, noch vor Veröffentlichung des aktuellen Werks „Santana IV“, spielte die Kapelle ein Konzert im House Of Blues in Las Vegas. Dort wurde den Zuschauern nicht nur Songs der ersten drei Alben präsentiert, sondern auch schon neues Material. Selbstverständlich wurde das Ereignis für die Nachwelt festgehalten. Dieser ganz spezielle Event wird nun in verschiedenen Konfigurationen veröffentlicht.

 

Hier stand die klassische Besetzung mit Neal Schon (Gitarre, Gesang), Gregg Rolie (Keyboards, Gesang), Michael Shrieve (Schlagzeug) und Michael Carabello (Congas) auf der Bühne. Neben Bassist Benny Rietveld und Perkussionist Karl Perazzo wurde noch Ronald Isley von den Isley Brothers eingeladen, der die Band bei zwei Songs unterstützte. Es war an diesem Märztag also alles für eine weitere, legendäre Show angerichtet. Und wer Fan dieser Konstellation ist, die erstmals seit den 70ern wieder gemeinsam auf der Bühne gestanden hat, wird das auch mit Sicherheit bestätigen können.

 

Das Bild der Blu-ray ist schon schick. Mitunter kann man da von einem Referenzwerk sprechen. Das Bild ist bei voller Ausleuchtung der Bühne, aber auch bei den dunkleren Momenten oder den vielen Farbenspielen immer auf der Höhe der Zeit. Die Farbgebung wirkt zudem sehr natürlich. Ein Qualitätsabfall ist da zu keiner Zeit erkennbar. Der Schwarzwert ist top und Kompressionsfehler sind keine vorhanden. DTS-HD, 16:9 – Standard, aber eben auch am oberen Ende der Qualitätsskala angesiedelt. Erwähnenswert wäre da auch der sehr angenehme Schnitt. In dieser Hinsicht setzt und hebt sich die Produktion durchaus von ähnlichen Veröffentlichungen ab. Da wurde mit sehr ruhiger Hand agiert – sowohl hinter der Kamera, wie auch später bei der Nachbearbeitung. Klasse! Man darf den Musikern bei ihrer Passion zugucken und dies aus allen möglichen Perspektiven. Der gute, druckvolle Sound reiht sich da nahtlos ein. Der Ton kommt der Rhythmus- und Percussionabteilung zudem sehr entgegen. Auf irgendwelchen Show-Schnickschnack hat man glücklicherweise verzichtet. Santana geht es um die Musik und genau dies spiegelt nun auch diese Blu-ray wieder.

 

Das Konzert selber besteht aus 19 Stücken. Carlos Santana ordnet sich da ein Stück der Gruppe unter und so entsteht hier ein echtes Bandgefühl. Auch für die Zuschauer. Für die ältere Generation ist das zudem eine sehr schöne Zeitreise. Die Songs werden übrigens weitestgehend originalgetreu gespielt. Ein paar Ausflüge in das Improvisationsfach sind dabei aber erlaubt. Den Musikern, aber auch den Zuschauern vor Ort, bereitet das sichtbar Spaß. Klassiker wie „Jingo", „Soul Sacrifice", „Samba Pa Ti", „Black Magic Woman", „Evil Ways", „Oye Como Va" oder „Everybody's Everything“ sind einfach Pflicht. Die Medleys hätte man sich allerdings sparen können, das hat immer ein bisschen den Charakter einer Altherren-Combo und das wird der Band, auch wenn es sich hierbei um Musiker im Herbst ihrer Karriere handelt, eben dann nicht gerecht. Hier gibt es Blues, Rock, Jazz und Latin auf die Ohren – und das in zu erwartender, vorzüglicher Qualität. Die neuen Songs fügen sich übrigens überraschend gut und harmonisch in das Set ein.

 

Fazit: „Live At The House of Blues - Las Vegas“ ist eine ganz vorzügliche Blu-ray geworden. Das legendäre Santana Line-up ruft da das ganze Können ab und zeigt, warum diese Bandkonstellation so außergewöhnlich ist. Schön, dass die Herren sich noch mal zusammengerauft haben. Das Revival ist vollends geglückt! Bild und Ton sind sehr überzeugend und der Schnitt herausragend. Bei der Bonussektion ist zwar noch ein bisschen Luft nach oben – die Interviews sind jetzt nicht so aufregend – aber dafür liegt dieser Veröffentlichung ein umfangreiches Booklet bei und das ist ja leider auch nicht an der Tagesordnung. Für Fans ist das ein absoluter Pflichtkauf und wer auf die Mischung aus Blues, Rock, Jazz und Latin abfährt, sollte das schicke Teil auch auf jeden Fall in der Sammlung haben!

 

http://www.santana.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Santana & McLaughlin: Live At Montreux 2011 - Invitation To Illumination (Blu-ray)

Santana & McLaughlin: Live At Montreux 2011 - Invitation To Illumination (Blu-ray)

Eagle Vision/Edel

VÖ: 16.08.2013

 

Wertung: 8/12

 

Carlos Santana und John McLaughlin werden meist in das Fach mit den Ausnahmegitarristen gesteckt. Eigentlich ist es höchst erstaunlich, dass sich die beiden Herren einst zusammentaten um mit „Love Devotion Surrender“ ein gemeinsames Album aufzunehmen. Zwei Platzhirsche, die es geschafft haben das jeweilige Ego soweit runterzuschrauben, dass auch der jeweilige andere Platz zur Entfaltung hatte. Beim Fußball hat das nie funktioniert, da gab es immer nur eine Nummer 10. Mittlerweile ist das aber auch längst Vergangenheit und die Doppel-6 bestimmt jetzt üblicherweise die Mannschaftsaufstellung. Zeit für Santana und McLaughlin auch noch mal die Vergangenheit aufleben zu lassen. Immerhin hat das gemeinsame Werk mittlerweile 40 Jahre auf dem Buckel.

 

2011 trafen sich die Herren in Montreux zu einem Stelldichein und spielten einen Großteil ihres Albums. Die Setlist wurde mit einigen Klassikern angereichert. Übrigens standen sie erstmals gemeinsam als Topact auf der Bühne. Zusammengefunden hatten sie einst durch den Guru Sri Chinmoy Kumar Ghose. Selbstverständlich war auch das Set in Montreux von einer gewissen Spiritualität geprägt, aber in erster Linie wurde die Virtuosität an der Gitarre in das Schaufenster gestellt. Besonders Santana streckte sich und irgendwie wird man als Zuschauer den Eindruck nicht los, dass er McLaughlin gerne in den Schatten stellen würde. Selbiger überlässt Santana oftmals das Feld und lässt ihn agieren wie er will. Dies alles kann aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass McLaughlin technisch der wesentlich bessere Gitarrist ist. Die Geschichte wirkt also nicht immer so harmonisch wie sie eigentlich nach außen getragen wird.

 

Nimmt man die Blu-ray mal in Bezug auf den technischen Aspekt unter die Lupe, dann ist das Gezeigte schon auf der Höhe der Zeit. Beim Schnitt hat man auf Schnelligkeit verzichtet, aber auf die Bräsigkeit von ähnlichen Veröffentlichungen verzichtet. Das Bild ist klar und wenn die Bühne hell ausgeleuchtet wird, dann sind die Farben kräftig aber nicht unnatürlich. Ein Graining ist nicht auszumachen und der Schwarzwert ist auch nahe an der Perfektion. Auch der Sound kann sich hören lassen. In HD-Qualität wird ja mittlerweile standardmäßig gefilmt, man wird aber den Eindruck nicht los, dass die Macher dann hinterher nicht so recht wissen, wie sie das Material auch entsprechend aufbereiten können. Weniger wäre oftmals mehr. Diese Blu-ray hier fällt nicht in diese Kategorie. Endlich – möchte man da ausrufen.

 

Das Konzert ist allerdings nur für Fans und Kenner geeignet. Wer sich bei Gegniedel wohlfühlt, wird auch schnell in diese Blu-ray eintauchen können. Kann man allerdings nur wenig damit anfangen, dann zieht sich doch so manche Minute wie der berühmte Kaugummi. Einige Längen sind da durchaus auszumachen und dann verkommt dies zur puren Leistungsschau. Zwischen Jazz, Latin und Rock richten es sich diese beiden Virtuosen gemütlich ein und spielen sich mit einer formidablen Band im Rücken in einen Rausch, dem aber nicht jeder folgen kann und wird.

 

Fazit: Technisch gesehen ist diese Blu-ray tatsächlich brillant. Für Fans ist dies auch eine sehr schöne Geschichte, denn wer hätte gedacht, dass sich Santana und McLaughlin nach 38 Jahren noch mal zusammen auf die Bühne wagen. Alle anderen werden aber nur bedingt Spaß an der Scheibe haben, da doch die eine oder andere musikalische Länge vorhanden ist. Man darf aber ja davon ausgehen, dass Käufer wissen was sie hier erwartet. Von daher: alles im dunkelgrünen Bereich!

 

Text: Torsten Schlimbach

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