Robert Plant And The Sensational Space Shifters: Live At David Lynch´s Festival Of Disruption (DVD)

Robert Plant & The Sensational Space Shifters: Live At David Lynch´s Festival Of Disruption (DVD)

Eagle Vision/Universal

VÖ: 09.02.2018

 

Wertung: 8/12

 

Robert Plant hat unzweifelhaft Musikgeschichte geschrieben. Als Sänger von Led Zeppelin war er einst ein Rockgott. Das ist viele Jahrzehnte her, aber von seiner Aura und seiner Bühnenpräsenz hat er nichts eingebüßt. Er gibt sich heute weniger als der feuchte Mädchentraum, sondern eher wie ein Schamane. Gestik und Mimik sind freilich immer noch unverwechselbar. Dies war auch bei seinem Auftritt bei David Lynchs erstem „Festival Of Disruption“ im Oktober 2016 der Fall. Das Ereignis spielte sich im Ace Hotel Theatre in Los Angeles ab. Selbstverständlich wurde das mitgefilmt. Veröffentlicht wird das nun auf DVD und als Digital Video. Warum man da auf eine Veröffentlichung auf Blu-ray verzichtet, erschließt sich allerdings nicht so ganz, denn das sollte 2018 nun wirklich Standard sein.

 

Das Festival selber wurde von David Lynch kuratiert. Ziel des Festivals ist die nicht ganz so griffige Ausrichtung „Künstler mit Erfahrung und Geheimnissen zu präsentieren“. Das ist auch ein bisschen beliebig, denn das kann man sich mitunter ja auch so hinbiegen, dass es passt. Im Falle von Robert Plant gibt es da freilich nichts zu beanstanden. Er tritt übrigens mit den Sensational Spache Shifters seit 2012 auf. Er spart seine Vergangenheit dabei nicht aus, präsentiert die Led Zeppelin-Klassiker aber in einem ganz neuen Gewand. Die Songs werden zudem in ganz neue Arrangements eingebettet. Er hat mit den Sensational Space Shifters zwar eine herausragende Band im Rücken, aber die Show gehört natürlich einzig und alleine Robert Plant.

 

Auch an diesem Oktoberabend gewährte er einen Einblick in sein Schaffen und seinen Backkatalog. Aber Vorsicht: es gibt da nur acht Songs zu sehen und hören! Das sollte man bedenken, denn sonst kommt es mitunter zu Enttäuschungen! Das Bonusmaterial ist David Lynch gewidmet und wer dessen Ausführungen über Musik und Meditation hören will, ist hier richtig, Plant-Anhänger eher weniger. Mit 77 Minuten ist die komplette Spielzeit der DVD somit auch sehr kurz ausgefallen. Der Kaufpreis wurde anscheinend entsprechend angepasst! Das Teil kann man für zehn Euro erwerben, was dann durchaus als gerechtfertigt erscheint. Die Aufmachung ist übrigens auch sehr spartanisch ausgefallen und ein Booklet glänzt durch Abwesenheit.

 

Das Bild geht in Ordnung. Die Bühne wurde nicht sonderlich üppig ausgeleuchtet, wodurch dann auch der Genuss aus der Konserve etwas leidet. Die Kamera ist dafür sehr nahe an den Musikern und dem Geschehen dran. Der Schnitt ist ebenfalls sehr angenehm. Neben Plant sind Justin Adams an der Gitarre und der junge Dave Smith hinter dem Schlagzeug Fixpunkte des Geschehens. Das sitzende Publikum lauscht andächtig, teilweise sind da aber auch Menschen zu sehen, die mit Sicherheit nicht gerade zum größten Fankreis zu zählen sind. Aber das kennt man ja von derartigen Veranstaltungen. Die Kameras haben jedenfalls auch das Publikum öfters im Fokus. Plant hat selbiges sowieso im Auge und fixiert die Leute teilweise mit einem durchdringenden Blick.

 

Was haben nun die acht Songs musikalisch zu bieten? Sehr viel Weltmusik. Spätestens bei „Black Dog“ kann Plant nicht aus seiner Haut und dann gleicht seine Haltung - und wie er da den Mikrofonständer wirbelt - seinem jüngeren Ich. Der Song selber wurde natürlich komplett zerlegt und neu zusammengesetzt. So hält es Plant für sich, aber auch das Publikum spannend. „Whole Lotta Love“ wird zwischen „Hochie Coochie Man“ und „Mona“ eingebettet. Großes Kino ist auch „Maggie“. „Going To California“ ist nicht nur passend, sondern auch in jeder Version einfach ein großartiges Musikstück!

 

Fazit: „Live At David Lynch´s Festival Of Disruption“ ist im Grunde eine sehenswerte Geschichte. Robert Plant und seine tolle Band ist immer ein Ereignis, aber acht Songs sind für eine DVD auch etwas dürftig. Man hätte hier gerne noch mehr Material gesehen! Dafür kriegt man das auch schon für einen Zehner. Robert Plant ist einfach der geborene Frontmann und hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz und somit bleibt alles in allem ein sehr positiver Eindruck, auch wenn hier in der Kürze die Würze liegt!

 

http://www.robertplant.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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