Queen: A Night At The Odeon (CD + DVD)

Queen: A Night At The Odeon (CD + DVD)

Virgin/Universal

VÖ: 20.11.2015

 

Wertung: 8/12

 

Vor knapp vierzig Jahren ereignete sich im legendären Hammersmith Odeon ein ganz besonderes Ereignis. Wie es sich für Königinnen und Könige gehört, konnte man am 24.(!) Dezember 1975 Zeuge werden, wie aus den hoffnungsvollen Newcomern Queen Superstars wurden. Das Konzert wurde nämlich live von der BBC im Fernsehen übertragen. Für Queen war das der Höhepunkt eines Jahres, in dem sie die Vereinigten Staaten und Japan betouren durften. Jetzt wird dieser Auftritt noch mal mit verschiedenen Veröffentlichungen und Konfigurationen förmlich zelebriert.

 

Natürlich hat das Ausgangsmaterial schon einige Jährchen auf dem Buckel. Man hat nun für die Restauration des Weihnachtskonzerts eine Menge Aufwand betrieben, damit es auch in die digitale Form umgewandelt werden konnte. Selbstverständlich darf und sollte man das nicht mit den Produktionsmöglichkeiten des Jahres 2015 vergleichen! Trotzdem ist das Ergebnis auf Seiten des Bilds eher so mittel. Man hat hier sicherlich das Beste mit den Möglichkeiten der heutigen Technik herausgeholt, aber auf einem etwas größeren Fernseher wird man so seine liebe Mühe und Not haben, das Konzert über die volle Distanz ohne Augenschmerzen zu verfolgen. Auf Dauer sind die vielen Streifen, die immer wieder über den kompletten Schirm huschen, schon sehr nervig. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Bühne beispielsweise mit grünem, blauem oder rotem Licht ausgeleuchtet wird. Die dunklen Passagen sind durchaus gut und der Schwarzwert kann auch überzeugen.

 

Dafür ist der Schnitt sehr angenehm und die Hektik heutiger Veröffentlichungen bleibt vor der Tür. Zudem schien man damals schon instinktiv zu wissen, was man an Mercury und May hat, denn die beiden werden in vielen Totalen immer wieder gezeigt. Auch der Sound ist überraschend gut und fein austariert. Da kann man sich schon mal amtlich von der Couch pusten lassen. Queen liefern hier ein blitzsauberes Rockbrett ab und das ist alles in allem schon sehr amtlich. Auch das Bonusmaterial kann teilweise überzeugen. Für die 22-minütige Dokumentation wühlen May und Taylor noch mal in ihren Erinnerungen und erzählen davon, wie beschwerlich es für die Band zu dieser Zeit war und sie das Gefühl hatten, dass sie von allen Weggefährten links und rechts überholt werden. Freddie Mercury habe aber schon zu dieser Zeit ein unerschütterliches Selbstbewusstsein gehabt und fest an die nächste Platte geglaubt. „A Night At The Opera“ war dann ja auch schließlich der große Wurf und damit ging es dann in die USA und Japan. Besonders Brian May kommt, wie immer eigentlich, sehr sympathisch rüber. Mit „Now I´m Here“, „Killer Queen“ und „In The Lap Of The Gods…Revisited“ hat man noch drei Nummern vom 1. May 1975 aus Budokan, Tokio auf die DVD gepackt. Das kommt über den Bootlegcharakter aber nicht hinaus, hat aber natürlich dokumentarischen Wert – auch wenn der Sound hundsmiserabel ist!

 

Ganz zum Schluss wird Freddie Mercury barfuß und in engen kurzen Shorts auf der Bühne stehen. Von der Decke regnet es Konfetti, Luftballons und Gummipuppen(!). Vorher lieferten Queen einen Streifzug durch ihr bisheriges Schaffen ab. Hier und da sitzt Mercury am Klavier und es zeichnet sich schon ab, dass Queen zu mehr als nur einer Rockband berufen sind. Und ja, es gibt „Bohemian Rhapsody“ und „Killer Queen“ und ganz zum Schluss natürlich „God Save The Queen“ zu hören. Die Coverversion von „Big Spender“ ist schon ein Fingerzeig in die Zukunft, aber was sich dazwischen abspielt ist dröhnender und rauer (Hard)Rock. Das fetzt und macht keine Gefangenen! Das macht schon Laune, wie sich die vier Herren da durch den frühen Backkatalog fräsen. Wer die späteren Queen immer verachtet hat, sollte sich das hier mal angucken. Mitunter wird man die Band danach ganz anders einschätzen!

 

Fazit: „A Night At The Odeon“ zeigt Queen als die Band auf der Schwelle zum Superstarreich stand. Das Bild der DVD ist zwar teilweise sehr mäßig, dafür kann der Sound einiges. Sehr druckvoll und dynamisch wird das dieses Rockbrett wiedergegeben. Auch das Bonusmaterial ist sehr kurzweilig, gleichwohl die drei Songs aus Japan nicht mehr als den Charme eines Bootlegs verbreiten. Die immens rockige Show macht aber schon sehr viel Spaß und selbst wer mit den späteren Werken von Queen nichts mehr anfangen konnte, wird hier mitunter staunen. Die Energie der Kapelle ist schon mitreißend! Die CD hat sogar noch zwei Songs mehr zu bieten!

 

http://www.queenonline.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Queen: Live At The Rainbow '74 (DVD)

Queen: Live At The Rainbow '74 (DVD)

Universal

VÖ: 05.09.2014

 

Wertung: 7/12

 

Im Jahr 1974 waren die vier Herren von Queen noch keine Weltstars. Die Band war nicht mal sonderlich bekannt und mehr oder weniger außerhalb ihrer Heimat nur den Insidern und Musiknerds ein Begriff. Es gab mit „Queen “ und „Queen II“ auch erst zwei veröffentlichte Alben und später im Jahr – nämlich im November 1974 – folgte mit „Sheer Heart Attack“ die dritte Platte. Im März 1974 traten Queen zum Ende ihrer ersten Headliner Tour im legendären Rainbow in London auf. Insgesamt trat die Band in diesem Jahr drei Mal dort auf. Von der „Sheer Heart Attack Tour“ liegt nun ein Mitschnitt vor, der in diversen Konfigurationen erworben werden kann. Da Queen auch eine unglaublich visuelle Band war, dürfte für Fans die DVD oder SD-Blu-ray von besonderem Interesse sein.

 

Die Aufmachung von „Live At The Rainbow ´74“ ist einigermaßen überraschend. Mittlerweile hat es sich ja eingebürgert, dass bei derartigen Veröffentlichungen auf ein Booklet gleich ganz verzichtet werden kann oder selbiges aus einem Faltblättchen besteht. Hier gibt es immerhin die wichtigsten Informationen mit an die Hand und dann darf man auch noch viele Fotos bewundern. Klar, das hebt jetzt die Musikwelt nicht aus den Angeln, aber immerhin hat man sich da schon ein bisschen Mühe gegeben.

 

In Anbetracht des Alters dieser Aufnahme darf man von der Bildqualität natürlich keine Wunder erwarten. Einiges wird auch davon abhängen unter welchen Voraussetzungen man sich dieser DVD nähert. Fans und Sammler werden schon aufgrund des historischen Ereignisses ihr Glück kaum fassen können. Wer sich auf einen schönen Konzertabend aus der Konserve freut, wird mitunter ein ganz langes Gesicht ziehen. Es wurde zwar sichtbar an dem Material gearbeitet und nachgebessert, aber letztlich kommt das Bild über Bootlegqualität kaum hinaus. Das Graining, die Kompressionsfehler und der zum Teil katastrophale Schwarzwert sind zu erwarten gewesen und sind im Grunde auch nicht sonderlich schlimm. Leider war die Bühnenbeleuchtung vor Ort aber nicht besonders gut und so sieht man die Band meistens im Halbdunkeln agieren. Oder anders ausgedrückt: es gibt nicht immer was zu sehen.

 

Der Schnitt und die Kameraführung sind auch eher mäßig. Man fragt sich da schon, ob Roger Taylor und John Deacon überhaupt anwesend waren. Man sieht zwar das Drumset von Taylor immer mal wieder im Bild, nur eben wird durch die gefilmte Perspektive – nämlich von hinten – der Mann hinter der Schießbude kaum gezeigt. Deacon steht weitestgehend sowieso abseits oder im richtig dunklen Teil der Bühne. Lediglich Brian May und Freddie Mercury werden von Beginn an gewürdigt. Immerhin kann man zum Schluss dann auch noch mal Deacon und Taylor bei der Arbeit bewundern. Vielleicht hat die Kamera das Geschehen aber auch nur eingefangen, weil sich der gute Roger mittlerweile mit freiem Oberkörper zeigte.

 

Die Trackliste, die sich aus den ersten drei Alben speist und durch „Big Spender“, „Jailhouse Rock“ und „God Save The Queen“ aufgepeppt wird, ist noch keine Ansammlung von Klassikern und doch lassen diese Songs schon das enorme Potenzial von Queen erkennen. Freddie Mercury lässt mehr als nur erahnen was er für eine enorme Bühnenpräsenz hat. Im Grunde sind seine ganzen Posen schon vorhanden und angelegt. Die Frisur mag eine andere sein, aber das ist schon der Freddie, der Live Aid zu seiner Show machen wird.

 

Fazit: Aus historischer Sicht ist „Live At The Rainbow '74“ von Queen für die Musikgeschichtsbücher sicher wichtig. Hier kann man die noch junge Band bewundern, die musikalisch zu diesem Zeitpunkt schon extrem versiert war und Mercury fast schon sein ganzes Repertoire abrufen konnte. Die Bildqualität kann da nicht ganz mithalten und auch der Schnitt ist eher mäßig. Der Sound kommt dafür recht amtlich rüber. Unter dem Strich ist das ein Pflichtkauf für alle Fans von Queen, der Rest wird auch ganz gut ohne diese DVD ein glückliches Musikleben weiterführen können.

 

http://www.queenonline.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Queen: Hungarian Rhapsody – Live In Budapest (Blu-ray)

Queen: Hungarian Rhapsody – Live In Budapest (Blu-ray)

Universal

VÖ: 09.11.2012

 

Wertung: 7,5/12

 

Für die Nachgeborenen mag es nur ein Konzert in Budapest gewesen sein, für alle anderen war es ein ganz wichtiges Ereignis hinter dem eisernen Vorhang. Es war ja noch lange keine Selbstverständlichkeit, dass 1986 Ungarn in den Tourplänen von westlichen Bands berücksichtigt werden konnte. Queen machten im Rahmen ihrer „Magic-Tour“ dort Station. Der ganze Aufenthalt der Band wurde zu einem wahren Triumphzug!

 

Selbst die ungarischen Behörden und die ansässige Film-Branche erkannten, dass dies ein ganz besonderes Ereignis war und so stellten sie eine Crew der besten Techniker und Kameraleute der Landes zusammen, um das Konzert für die Nachwelt festzuhalten. Jetzt können Fans endlich ihre alten VHS-Tapes wegschmeißen, denn die ganze Geschichte kommt nun komplett restauriert und überholt erneut in den Handel. Wie es sich gehört, hat man den Konzert-Film remastert und für die HD-Qualität optimiert. Der 5.1-Surround Sound lässt dann auch – bei entsprechend technischer Ausstattung – hoffen, dass man sich gepflegt von der Couch pusten lassen kann.

 

Die eine oder andere Mitteilung ließ ja schon darauf schließen, dass das Konzert nun in voller Länge vorliegt. Von diesem Gedanken kann man sich aber gleich verabschieden. Alles andere wäre allerdings auch ein Wunder gewesen, da ja eigentlich seit Jahren bekannt ist, dass gefilmte Teile unauffindbar verschwunden sind. Wer das Material schon in irgendeiner Form im Schrein stehen hat, der sollte nun aber trotzdem nicht lange überlegen. Angesicht der Umstände, unter denen gefilmt wurden und dem Alter des Materials, hat man hier ein erstaunliches Bild vorliegen. Gerade die Nahaufnahmen von Mercury überraschen mit einer tollen Detailzeichnung. Überhaupt sind die Großaufnahmen der einzelnen Bandmitglieder oder Bühne erstaunlich transparent. Die Schärfe kann überzeugen und es gibt nur wenige weiche Einstellungen! Die Kontrastwerte gehen auch in Ordnung und sind recht ausgewogen. Das Filmkorn ist durchgängig auf einem guten Niveau anzusiedeln. Wie immer bei solchen Geschichten, gibt es aber auch hier einen kleinen Wermutstropfen. Der Schwarzwert ist leider oftmals nicht sonderlich gut. Insgesamt weichen die dunklen Szenen – und davon gibt es hier viele – stark vom Rest ab und das ist für das Auge schon deutlich wahrnehmbar und dann auch störend. Alles in allem und unter Berücksichtigung der Gesamtumstände, ist das eine schöne, klare Aufnahme.

 

Der Ton ist gerade zu Beginn überraschend schwach auf der Brust und holpert auch seltsam. „Tie Your Mother Down“ lässt es zum Schluss ordentlich knallen und dann berappelt sich auch der Sound. Wunderdinge darf man zwar nicht erwarten und ein Konzertgefühl will sich einfach nicht einstellen, dies liegt aber auch daran, dass das Publikum nicht sonderlich stark filmisch eingebunden wurde. Meistens bleibt es eine einzige schwarze Masse und selbst, wenn die 80.000 von Mercury gesanglich gefordert werden, haut einen das nicht gerade vom Hocker.

 

Zwischen den Konzertsongs gibt es immer wieder kleine Einspieler. Queenmitglieder auf dem Boot, beim Einkaufen, umringt von den Fans, beim Staatsempfang, beim Flug mit dem Heißluftballon oder einfach beim Bummeln. Dies unterstreicht noch mal nachhaltig, was es damals für die Stadt Budapest für ein Ereignis war, die Band begrüßen zu dürfen.

 

Das Konzert beinhaltet von „One Vision“ über „Tie Your Mother Down“, „Kind Of Magic“, „Under Pressure“ bis hin zu „Bohemian Rhapsody“ und dem unschlagbaren Ende mit „Radio Ga Ga“, „We Will Rock You“, „Friends Will Be Friends“ und „We Are The Champions“ eine ganze Menge Klassiker. Der Fokus des Filmteams lag dabei eindeutig auf Mercury – wie könnte es auch anders sein? Man müsste mal zählen, wie oft er im Verlaufe des Auftritts die Faust gen Himmel gereckt hat. Mehr Theatralik geht einfach nicht. Wenn man den gesamten Auftritt mit heutigen Produktionen vergleicht, dann ist das recht unspektakulär. Mercury hat seine Treppen, auf denen er sich austoben kann und das war es dann auch fast schon. Die Bühne wird in buntes Licht getaucht, mehr Showelemente gab nicht.

 

Als Bonusmaterial liegt noch ein kurze Doku - „A Magic Year“ - als Zückerchen vor. Die knapp 27 Minuten starten mit dem Live Aid Spektakel (ohne bewegte Bilder von Queen) und lassen insgesamt dieses wahnsinnige Jahr noch mal Revue passieren. Teilweise sind die Studioaufnahmen komplett unveröffentlicht und wurden eigens für diesen kleinen Film zusammengeschnitten. Ein jedes Bandmitglied darf hier noch mal die Stärken der Band und jedes Mitglied hervorheben. Schön sind auch mal wieder die Szenen zum „Highlander“ Film, dem ein großes Stück vom Kuchen gebührt. Das Material ist von der bildlichen Qualität sehr unterschiedlich und teilweise grottenschlecht, aber darum ging es hier ja auch nicht und der dokumentarische Charakter stand ganz klar im Vordergrund!

 

Fazit: „Hungarian Rhapsody – Live In Budapest“ ist eine nett umgesetzte Blu-ray geworden, die hier und da ein paar Schwächen hat, was aber am Ausgangsmaterial liegt! Für Fans ist das unverzichtbar und die kleine Dokumentation in der Bonussektion das Sahnehäubchen. Vermutlich ist dies sogar die letzte Blu-ray Veröffentlichung von Queen, denn weiteres Material dürfte sich für ein derartiges Projekt kaum finden lassen. Gibt es übrigens auch als Deluxe Variante mit 2 CDs!

 

http://www.queenonline.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch