Joni Mitchell: Woman Of Heart & Mind/Painting With Words And Music (SD Blu-ray)

Joni Mitchell: Woman Of Heart & Mind/Painting With Words And Music (SD Blu-ray)

Edel/Eagle Vision

VÖ: 21.03.2014

 

Wertung: 7/12

 

Joni Mitchell ist wohl unzweifelhaft zu den bedeutendsten Singer/Songwritern zu zählen. Die Kanadierin hat für viele nachfolgende Generationen an Musikerinnen den Weg geebnet. In einer Zeit, als es alles andere als selbstverständlich war, dass sich Frauen als emanzipierte Künstlerinnen ihren Lebensunterhalt verdienen, war sie eine der Vorreiterinnen. Sie hat der Welt so manchen Klassiker geschenkt, sich aber auch noch in anderen Bereichen umgeschaut. Auch als Malerin konnte sie sich einen Namen machen und aus berufenem Mund konnte sie auch dafür so manches Lob einheimsen. Ihren oftmals steinigen Weg durch die verschiedenen Dekaden kann man nun wunderbar anhand der vorliegenden SD Blu-ray verfolgen.

 

„Woman Of Heart & Mind“ widmet sich auf wundervolle Art und Weise der Person Roberta Joan Anderson – so ihr Geburtsname - aber eben auch der Künstlerin Joni Mitchell. Die knapp anderthalb Stunden bringen dem Zuschauer diese tolle Frau näher und vielleicht etwas Licht in das Mysterium Joni Mitchell. Ihre Kindheit und die Anfänge als Musikerin werden dabei ebenso angerissen, wie ihre erste Ehe, ihr erstes Album und natürlich ihr Woodstock-Desaster, als sie aufgrund der Menschenmassen das Gelände gar nicht erreichen konnte. Ihre Malerei kommt in dieser Dokumentation natürlich auch nicht zu kurz. Garniert wird die ganze Geschichte mit vielen Bildern und Aufnahmen. Schade, dass man sich nicht die Zeit genommen hat so manchen Song komplett zu zeigen! Das hätte man mitunter besser und anders lösen können. In Anbetracht des Alters von dem verwendeten Material – immerhin oftmals auch s/w – darf man beim Bild natürlich keine Wunderdinge erwarten. Die Qualität ist sehr unterschiedlich, von den bildlich brillanten neueren Interviewsequenzen bis hin zu Bootlegcharakter ist da alles dabei. Man hat sich aber erkennbar Mühe gegeben dies liebevoll aufzubereiten.

 

„Painting With Words And Music“ ist der zweite Teil dieser Veröffentlichung. Beide Teile gab es übrigens schon einzeln auf DVD zu kaufen. Ist aber schon nett, dass man nun beides auf einer Scheibe vorfindet. Dieses intime Konzert vor einer handvoll Zuschauer in Los Angeles sagt schon viel über die Folksängerin und ihr Kunstselbstverständnis aus. Ihre Bilder wurden hier richtig in Szene gesetzt und das Ambiente ist schon nicht von schlechten Eltern. Die Zuschauer dürfen dann auch stilecht auf verschiedenen Sofas oder Sesseln ganz bequem Platz nehmen. Joni Mitchell thront in der Mitte auf einer 360 Grad Bühne und singt ihre Lieder und Klassiker. Von „Big Yellow Taxi“ über „Heijra“ bis hin zu „Woodstock“ reicht da die Palette. Zwischendurch unterhält sie die Zuschauer mit einigen Anekdoten oder sorgt mit einer gekonnten Bob Dylan Imitation für einige Heiterkeit.

 

Das Bild ist überraschend gut und beim Schwarzwert, aber auch den Farben sehr ausgewogen und natürlich. Man darf dabei ja nicht vergessen, dass dies auch schon ein paar Tage auf dem Buckel hat. Der Ton ist leider nicht ganz so überzeugend. Dies liegt mitunter aber auch an der lahmen Performance. Mitreißend ist das nicht gerade und auch die oftmals gerühmte Ausstrahlung von Joni Mitchell kommt überhaupt nicht zur Geltung. Man muss es leider so sagen: das hat einige Längen und wer sich noch nicht zum Kreise der Fans zählt, wird es durch dieses Konzert sicher auch nicht mehr. Insgesamt ein Auftritt mit Licht und Schatten.

 

Fazit: „Woman Of Heart & Mind/Painting With Words And Music“ beleuchtet die Karriere der Musikerin und Malerin Joni Mitchell sehr facettenreich. Das Bild ist naturgemäß nicht überragend, kann es aufgrund des Alters so mancher Aufnahme aber auch nicht sein. Für Fans ist diese Blu-ray wie Weihnachten und Ostern zusammen! Neue Fans dürften durch diese Veröffentlichung aber auch nicht dazu kommen, denn dafür ist das letztlich nicht nachhaltig genug und etwas zu blass.

 

http://jonimitchell.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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