George Fest: A Night To Celebrate The Music Of George Harrison

George Fest: A Night To Celebrate The Music Of George Harrison

BMG Rights/Rough Trade

VÖ: 26.02.2016

 

Wertung: 7,5/12

 

Am 25. Februar wäre George Harrison 73 Jahre alt geworden. Einen Tag später wird ihm zu Ehren „George Fest“ veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um ein Tribute-Konzert, welches zu Gunsten der Material World Foundation stattfand. Initiator war Dhani Harrison. Es ist ja nicht das erste Konzert seiner Art und vermutlich werden hin und wieder noch einige folgen. Diesmal setzte man aber auf einen etwas kleineren Rahmen und so ging die ganze Sause am 28. September im Fonda Theater in Los Angeles über die Bühne. Selbstverständlich wurde das auch mitgeschnitten und für die Nachwelt festgehalten. Dhani Harrison hat diesmal nicht auf die üblichen Verdächtigen gesetzt und auch ein paar Künstler aus dem Indie- und Alternativbereich eingeladen.

 

Das Konzert wurde mit ruhiger Hand gefilmt und bei den wenigen Kameraeinstellungen kommt gar nicht erst so etwas wie Hektik auf. Leider hat man vergessen die Zuschauer vor Ort mal etwas mehr zu zeigen und einzubinden und somit hält sich das Konzertgefühl etwas in Grenzen. Die Übergänge von einem Künstler zum anderen sind auch etwas aneinander geklatscht – das hätte man sicher besser lösen können. Hin und wieder wird das mit O-Tönen der beteiligten Protagonisten aufgelockert, die natürlich alle ins Schwärmen geraten, wenn sie über Harrison und die Bedeutung seiner Musik philosophieren.

 

Das Bild ist als gut zu bezeichnen. Die Farben wirken sehr natürlich und der Schwarzwert geht auch in Ordnung. Ein Graining ist nicht auszumachen und Kompressionsfehler sind auch keine vorhanden. Das ist jetzt – alles in allem – sicher nicht als Referenzwerk zu bezeichnen, aber man sollte ja nicht vergessen, dass hier eben keine fette Produktion dahinter steht. Der Sound ist ebenfalls gut. Ein Blick hinter die Kulissen hätte das insgesamt sehr schön abgerundet. Bonusmaterial ist aber leider nicht vorhanden.

 

Höhepunkte sind rar gesät. Die größte Überraschung dürfte Dhani Harrison sein, denn er sieht seinem Vater nicht nur zum Verwechseln ähnlich, er hört sich auch noch so an – beispielsweise bei „Savoy Truffle“ oder „Ballad Of Sir Frankie Crisp (Let It Roll)“ mit Jonathan Bates. „Wah-Wah“ von Nick Valensi ist auch sehr schön krachig. Matt Sorum hinter der Schießbude ist da sicher auch eine Erwähnung wert, denn den Mann bringt man ja eigentlich mit einer anderen Musikrichtung in Verbindung. Der Black Rebel Motorcycle Club macht „Art Of Dying“ zu einem düsteren Manifest und „Isn´t It A Pity“ von The Black Ryder ist derart bezaubernd, dass es eine Wohltat ist. Das fügt sich sogar der kurze „Hey Jude“-Part gut ein. „Weird Al Yankovic“ ist mit seiner langen Lockenmatte auch eine Show für sich. Er räumt mit „What Is Life“ ganz fett ab und ist sich auch nicht zu blöde dafür um ein Selfie mit dem Publikum zu machen oder seine Hüften kreisen zu lassen. Und natürlich ist Norah Jones – gefühlt – das komplette Konzert dabei, gerne auch mal nur im Background. The Flaming Lips sind natürlich mal wieder ein Hingucker, zudem haben sie bei „It´s All Too Much“ sehr viel Spaß bei ihrer Performance.

 

Tiefpunkte gibt es auch. Warum viele Künstler die Texte nicht können und selbige ablesen müssen, muss man da schon mal kritisch hinterfragen. Negativer Höhepunkt dürfte in dieser Hinsicht Karen Elson bei „I´d Have You Anytime“ sein. Ian Astbury weiß mit „Be Here Now“ nicht sonderlich viel anzufangen und Perry Farrell zeigt mit „Here Comes The Sun“ mal wieder, dass er überhaupt nicht singen kann. Dafür ist das Gesicht ja hinten schön zusammengenäht und auch die Zähne sitzen. Brandon Flowers singt natürlich „Got My Mind Set On You“. Natürlich? Ja, klar. Welchen anderen Song sollte er sich auch aussuchen? Das passt ja zu seiner Musik der letzten Jahre.

 

Fazit: „George Fest“ ist bestenfalls eine tolle Hommage für einen der bedeutendsten Künstler der Musikgeschichte. Manches ist langweilig, anderes gar furchtbar. Konzentriert man sich auf den guten Teil, dann macht das richtig Spaß. Dhani Harrison sieht seinem Vater nicht nur ähnlich, er hält auch sein Andenken in Ehren. Das Bild ist gut, der Ton auch und alles in allem dürfte das Fans – auch der beteiligten Künstler – gefallen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

http://www.georgeharrison.com/pre-order-george-fest-a-night-to-celebrate-the-music-of-george-harrison/

 

Text: Torsten Schlimbach

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