Def Leppard: And There Will Be A Next Time – Live From Detroit (DVD + 2CD)

Def Leppard: And There Will Be A Next Time – Live From Detroit (DVD + 2 CD)

Eagle Rock/Universal

VÖ: 10.02.2017

 

Wertung: 7/12

 

In den 80ern waren die Herren von Def Leppard Superstars. Die beiden Alben „Pyromania“ und „Hysteria“ verkauften – gefühlt – Trillionen Einheiten. Die Band aus der Arbeiterstadt Sheffield knackte damit auch den schwierigen US-Markt. Die Tourneen fielen richtig fett aus und die größten Arenen wurden spielend gefüllt. Def Leppard sind zwar immer noch aktiv, mittlerweile ist es aber merklich ruhiger um die Kapelle geworden. 2015 konnten sie mit dem selbstbetitelten Album noch mal einen kleinen Erfolg verbuchen. Die Anhängerschaft ist eben treu und somit zieht die Band auch in den USA immer noch eine stattliche Zahl an Zuschauern an. Dies fällt mittlerweile zwar alles ein bis zwei Nummern kleiner aus, aber von Baumarkteröffnungen sind Def Leppard dann doch noch weit entfernt. Mittlerweile ist das ein nostalgischer Trip, dem sich die Musiker sehr gerne mit den Zuschauern hingeben.

 

Überraschenderweise gibt es gar nicht so viele bewegte Live-Bilder von Def Leppard. Es war also mal wieder an der Zeit ein Konzert mitzuschneiden. Man entschied sich dazu die Show der letzten Nordamerika Tour in Detroit aufzunehmen. Das Ergebnis liegt nun als Blu-ray, DVD und DVD + 2 CD vor. Die Idee dazu stammt von Joe Elliott. Das DTE Energy Music Theater erwies sich dann auch wahrlich als gute Örtlichkeit um das filmisch festzuhalten.

 

Die Kameraeinstellungen gibt es aus allen möglichen Perspektiven: von oben, seitlich, Schwenks ins Publikum oder über das gesamte Gelände, aber selbstverständlich auch die Bandmitglieder aus nächster Nähe. Beim Schnitt hat man ein einigermaßen ruhiges Händchen bewiesen und somit hat man da nicht allzu viel Hektik hereingebracht. Dies wäre auch unangemessen gewesen, denn der Aktionsradius der Musiker ist doch recht überschaubar. Das Bild reißt zwar keine Bäume aus, entspricht aber dem heutigen Standard. Kompressionsfehler sind jedenfalls keine erkennbar. Auch der Schwarzwert ist in Ordnung und da die Bühne – auch aufgrund des Screens – recht oft voll ausgeleuchtet wird, machen auch die Farben einen guten und natürlichen Eindruck. Der Sound ist ebenfalls sehr annehmbar. Der Gesang von Elliott ist naturgemäß nicht mehr so druckvoll wie vor dreißig Jahren und das hört man der Aufnahme durchaus an.

 

Die DVD + 2CD-Ausgabe ist von der Aufmachung her ganz nett ausgefallen. So, wie solche Geschichten heutzutage eben umgesetzt werden. Das ausklappbare Digipack ist ein sicherer Aufbewahrungsort für die drei Scheiben. Das Vorwort stammt von Phil Collen und für die Liner Notes ist David Fricke verantwortlich. Wer auch sonst? Gibt es irgendeine Veröffentlichung eines etablierten Künstlers, für die Fricke nicht die Liner Notes verfasst hat? Fotos der Musiker runden das Gesamtpaket ab.

 

Man kennt Phil Collen ja mit nacktem Oberkörper. Das ist ja so eine Art Trademark. Hat er sich vor dem Auftritt aber wirklich eingeölt? Herrschaftszeiten! Überhaupt wirken die ganzen Gesten der alten Herren wie das Abarbeiten sämtlicher Klischees. Das hat die Band doch eigentlich gar nicht nötig. In Würde altern ist ja immer so eine Sache, aber man muss da schon aufpassen, dass es nicht zur Karikatur verkommt und aufgesetzt wirkt. Elliott presst mittlerweile auch mehr als das er singt. Gerade die hohen Lagen schafft er nicht mehr. Der Aktionsradius ist – wie schon erwähnt – insgesamt sehr überschaubar. Der Screen im Hintergrund rettet das auch nicht unbedingt und so lässt man die Show ziemlich ereignislos über sich ergehen. Irgendwann steht Elliott mit Zylinder auf der Bühne. Warum? Egal! Bei „Hysteria“ verkommt das dann tatsächlich zur Nostalgieshow wenn im Hintergrund die alten Bilder von vor dreißig Jahren über den Screen flimmern. Ja, Hits hat die Band wirklich viele im Gepäck und handwerklich werden Songs wie „Animal“, „Love Bites“, „Rocket“ oder „Pour Some Sugar On Me“ auch gut umgesetzt. Es fehlt letztlich aber der Druck und das kann dann nicht mal im Ansatz mit den alten Live-Umsetzungen konkurrieren. In der Bonussektion gibt es die futuristischen aufgezogen Videos von „Let´s Go“, „Dangerous“, „Man Enough“ und „We Belong“ zu sehen. Aber auch das ist ermüdend, weil sich das alles zu sehr gleicht.

 

Fazit: Im Melodic Rock waren Def Leppard einst eine ganz große Nummer. Von den zwei Alben für die Genre-Ewigkeit zehren die Herren immer noch. Das Konzert vom letzten Jahr in Detroit liegt nun als Mitschnitt vor. Bild und Sound sind in Ordnung und auch der Schnitt ist überzeugend, letztlich kann das aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um eine große Nostalgieshow handelt, bei der die Band immer noch so tut als wäre 1988. Wir schreiben aber eben das Jahr 2017. Für Fans ist das aber sicher eine ganz nette Veröffentlichung!

 

http://www.defleppard.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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