Amy Winehouse: Back To Black – The Story Behind The Modern Classic (DVD)

Amy Winehouse: Back To Black – The Story Behind The Modern Classic (DVD)

Universal

VÖ: 02.11.2018

 

Wertung: 9/12

 

„Back To Black“ von Amy Winehouse hat auch schon wieder zwölf Jahre auf dem Buckel. Das Album war eines der letzten seiner Art. Es verkaufte sich zigfach und war zum Zeitpunkt seines Erscheinens schon ein Meilenstein. Mittlerweile ist das zweite Album von Amy Winehouse längst zum Klassiker avanciert. Dies liegt mitnichten an dem viel zu frühen Ableben des Ausnahmetalents! „Back To Black“ war einfach in allen Belangen ein Meisterwerk. Wie es dazu kam und wie der Entstehungsprozess ablief, kann man nun auf der neuen Dokumentation „Back To Black – The Story Behind The Modern Classic“ - wahlweise auf DVD, Blu-ray oder per Download – überprüfen.

 

Das Schöne an der Dokumentation ist, dass hier wirklich auch beteiligte Personen zu Wort kommen. Es gibt ja unfassbar viele ähnlich gelagerte Filme über Amy Winehouse. Bedenkt man dabei die Tatsache, dass es nur zwei reguläre Alben von ihr gibt, dann ist der filmische Output immens. Man kann das aber fast alles vergessen und vieles dient nur dazu, mit ihrem Namen Geld zu machen. Der Untertitel der vorliegenden DVD heißt da „The Real Story Behind The Modern Classic“ und tifft damit den Nagel auf den Kopf.

 

Die Dokumentation hat viele, viele Aufnahmen aus dem Studio zu bieten. Auch sehr viele O-Töne und Interviewausschnitte von Amy Winehouse gibt es da zu sehen und hören. Hobbypsychologen haben bestimmt Spaß daran dies nun alles zu deuten. An dieser Stelle sei aber auch gleich der Hinweis angebracht, dass alle voyeuristisch veranlagte Menschen hier ganz sicher nicht auf ihre Kosten kommen. Abstürze und erschreckende Bilder werden da nicht gezeigt. Ihre Suchtkrankheit wird zwar angedeutet und zur Sprache gebracht, aber das war es glücklicherweise dann auch!

 

Erfreulicherweise geht es um ihre Musik und deren Entstehung. Die Gespräche mit den beteiligten Musikern sind allesamt sehr nett und würdevoll, aber so richtig aufschlussreich sind die vielen Eindrücke, die die beiden Produzenten Mark Ronson und Salaam Remi vermitteln. Während Ronson in New York arbeitete, machte sich Remi in Miami an die zweite Hälfte von „Back To Black“. Die beiden plaudern da aus dem Nähkästchen und geben einige Anekdoten preis. So erfahren wir von Ronson beispielsweise, dass Amy die Streicher auf ihrem Debüt eigentlich nicht haben wollte und dahingehend vom Label bequatscht wurde. Sie wollte für „Back To Black“ Streicher auf jeden Fall vermeiden. Das Ergebnis ist bekannt und wie Ronson das angestellt hat, gibt es hier zu sehen.

 

Es gibt auch sehr viele Aufnahmen aus dem Studio zu sehen und hören. Auch bewegte Bilder, die Amy Winehouse bei den Aufnahmen für „Back To Black“ zeigen. Das Material hat durchaus den Charakter einer Doku und ist immens wertvoll und wichtig! Die Geschichten hinter den Songs werden dabei von Amy gleich selber beleuchtet, aber auch die musikalische Umsetzung. So gibt es „Rehab“, „You Know I´m No Good“ und „Love Is A Losing Game“ in verschiedenen Inkarnationen zu hören. Das alles ist sehr aufschlussreich.

 

Als besonderes Schmankerl gibt es noch einen bisher unveröffentlichten Mitschnitt eines sehr intimen Konzerts aus dem Februar 2008 aus den Riverside Studios in West-London zu bewundern. In die USA durfte sie aufgrund ihrer bekannten Drogenprobleme nicht einreisen. Trotzdem nahm sie an diesem Abend fünf Grammy-Awards für „Back To Black“ in Empfang. Der intime Auftritt für Freunde, Verwandte und Label-Vertreter hat neben den großen Nummern des Albums auch „A Message To You Rudy“ zu bieten. Vielleicht war Amy da schon nicht mehr in bester Verfassung, ihre Stimme allerdings schon. Sensationell, was sie da bot. „You Know I´m No Good“ und „Rehab“ sind auch noch als Rehearsal enthalten.

 

Fazit: „Back To Black – The Story Behind The Modern Classic“ ist eine sehr aufschlussreiche und würdige Dokumentation über das Jahrhunderalbum von Amy Winehouse geworden. Besonders die Beiträge von Mark Ronson und Salaam Remi sind sehr detailreich. Amy Winehouse ist sehr oft zu hören und sehen und als Zuschauer kriegt man tatsächlich mehr als nur einen kleinen Blick in die Arbeiten für „Back To Black“ geboten. Das Sahnehäubchen ist natürlich das Konzert, welches noch mal das unglaubliche Talent von Amy Winehouse unterstreicht. Die Dame war nämlich auf der Bühne eine Wucht!

 

http://www.amywinehouse.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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