Simon McBride: The Fighter

Simon McBride: The Fighter

earMUSIC/Edel

VÖ: 27.05.2022

 

Wertung: 7,5/12

 

Simon McBride wird gerade die ganz große Ehre zuteil Steve Morse bei Deep Purple bei den anstehenden Konzerten zu vertreten, da Morse bei seiner Frau weilt, welche leider an Krebs erkrankt ist. McBride hat in der Vergangenheit auch schon mit Don Airey und Ian Gillan gearbeitet und mit den beiden auch schon mehrere Alben aufgenommen. Der Mann ist also bestens mit dem Deep Purple-Camp vertraut. Der gebürtige Nordire hat mit „The Fighter“ nun aber auch noch ein Soloalbum im Köcher. Auf eigenen musikalischen Beinen steht er seit 2008. Er hat seitdem mit vielen Großen der Branche gearbeitet. „The Fighte“" ist allerdings ganz und gar das Baby von Simon McBride.

 

Mit „Don´t Dare“ eröffnet der Mann sein Album mit einem amtlichen Kracher. Das ist Hardrock der alten Schule - inklusive einem entsprechenden Solo. So darf es gerne weitergehen. „Show Me How To Love“ kommt eher vom Blues und ist ein netter Schiebstampfer. Der Refrain ist dem Classic Rock verpflichtet und schlägt eine Brücke von den 70ern in die 80er. Whitesnake kommen einem da in den Sinn. „Kingdom“ ist danach leider komplett langweilig und belanglos. McBride ist ein herausragender Handwerker, aber weder die Stimme noch die Songs haben meist die Qualität aus ähnlich gelagerten Veröffentlichungen hervorzustechen. Der Titelsong „The Fighter“ hat noch einen tollen Groove und die Hookline geht auch gut rein, aber schon „High Strakes“ ist wieder absolut austauschbar.

 

„Don´t Le Me Go“ tut als Ballade dem Album an dieser Stelle richtig gut. Der Song ist jetzt auch kein Wunderwerk, dürfte aber alle abholen, die auf Balladen amerikanischer Classic Rock-Prägung abfahren. „100 Days“ kommt bluesgetränkt ganz lässig daher. Mit der Stimme von Billy F. Gibbons wäre das ein großes Ding geworden. „King Of The Hill“ legt anschließend noch ein paar Briketts drauf und McBride tritt das Gaspedal mal wieder etwas mehr durch. „Just Takes Time“ kommt als Hardrock-Track daher, aber erst das entschlackte „Trouble“ lässt wieder aufhorchen. Ein bisschen im Stil der amerikanischen Erzähler aus dem Americana-Fach ist das Stück angelegt. „Back To You“ fischt im AOR-Genre, bevor „Steeler“ das Album als Blues- und Hardrockstampfer mit ordentlich Druck beendet.

 

Fazit: Simon McBride hat mit „The Fighter“ ein Album für gesetztere Männer aufgenommen. Hardrock, Blues, AOR – sämtlicher alte Wein ist drin. Prinzipiell ist das ja nicht verkehrt und genau diese Zielgruppe kauft ja auch noch wie verrückt Tonträger, aber McBride hebt sich auch nicht aus der Masse ab. Handwerklich ist der Mann über jeden Zweifel erhaben, aber seine Songs hat man so oder so ähnlich schon oft gehört.

 

 https://www.simonmcbride.net/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch