Dion: Stomping Ground

Dion: Stomping Ground

KTBA Records/ Roughtrade Distribution

VÖ: 19.11.2021

 

Wertung: 7,5/12

 

Dion hat mit „Stomping Ground“ ein beachtliches Album aufgenommen. Die Gästeliste ist wirklich beeindruckend. Er selber sagt, dass ihn heute nur noch interessiert mit Freunden zu musizieren. Die Hast nach Ruhm und Anerkennung war als junger Mensch erstrebenswert, aber jetzt nicht mehr. Die Liebe zur Musik und zu seinen Freunden hat ihm letztlich einen anderen Weg gezeigt. Die vierzehn Songs von „Stomping Ground“ erzählen nun die Geschichte dazu.

 

Guckt man sich an, wer alles an diesem Album beteiligt ist, dann steigen die Erwartungen in schwindelerregende Höhen. Diese kann „Stomping Ground“ aber zu keiner Zeit erfüllen. Die hier versammelten Blues-Stücke sind nett, werden schön gespielt, aber sind auch etwas langweilig und beliebig. Da können die Gäste auch nicht immer was retten oder sich bemerkbar machen. Man fragt sich sowieso, ob "Stomping Ground" anders klingen würde, wenn die Gäste und Freunde nicht dem Ruf von Dion gefolgt wären.

 

Der Songreigen fängt mit „Take It Back“ an. Das war fast zu erwarten, da „Stomping Ground“ beim Label von Joe Bonamassa erscheint und selbiger hier beim Auftakt sein typisches Spiel vom Stapel lässt. Es ist ein schmissiger Auftakt. „Hey Diddle Diddle“ macht auch noch Laune, aber bei „Dancing Girl“ schlafen einem die Füße ein. Mark Knopfler macht halt das, was Mark Knopfler immer macht: einen in den Schlaf spielen. „If You Wanna Rock ´n´ Roll“ klingt nach Altherrenmusik. Dion und Eric Clapton dürften aber ihren Spaß gehabt haben. Mit „There Was A Time“ schließt sich eine Ballade an, die Peter Frampton klanglich veredeln darf. Dann verflacht es etwas. Billy F Gibbons holt das Album mit und bei „My Stomping Ground“ wieder aus der Lethargie heraus.

 

Zwischen Gospel, Soul und Voodoobeschwörung ist „Angel In The Alleyways“ zu finden. Patti Scialfa und Bruce Springsteen sind hier mit am Start. Der beste Song der Platte. Mit „Red House“ gibt es auch eine Coverversion auf dem Album. Zusammen mit Keb´ Mo hat Dion den Hendrix-Song zu einem langsamen, stampfenden Blues-Track umgebaut. Ganz zum Schluss gibt es mit der Halbballade „I´ve Been Watching“ mit Rickie Lee Jones und Wayne Hood gar einen Gänsehautsong.

 

Fazit: „Stomping Ground“ verspricht auf dem Papier etwas mehr, als es dann in der Realität tatsächlich hält. Man muss sich hier die Perlen heraussuchen, die es zweifelsohne auch gibt, und den biederen Teil einfach ausblenden. Alles in allem ist das ein solides Werk mit beachtlichen Gästen! Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

 

https://diondimucci.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch