Institute: Distort Yourself

Institute: Distort Yourself

earMUSIC/Edel

VÖ: 07.11.2026

 

Wertung: 8/12

 

Institute steht drauf, aber Bush ist drin. Mittlerweile wird die ursprünglich 2005 veröffentlichte Scheibe „Distort Yourself“ auch so beworben: The Secret Album by Bush. Ein bisschen Helmet findet sich in der Platte auch wieder, was auch kein Wunder ist, denn deren Mastermind Page Hamilton hat die Sause ja auch produziert. „Come On Over“ dröhnt dann auch nicht von ungefähr mehr in Richtung Helmet denn Bush. Der Kreis schließt sich dann mit Chris Traynor, der auch schon für Helmet tätig war und den Gavin Rossdale bei Institute klampfen ließ- Mittlerweile bedient Traynor ja auch die sechs Saiten bei Bush.

 

Bei Bush knarzte es damals ganz ordentlich im Gebälk und einstweilen war die Band Geschichte. Rossdale hob somit Institute aus der Taufe. Das Album ist kompromissloser als jene von Bush. Gerade die Gitarren sind noch mehr im Grunge/Alternativ-Rock verwurzelt. Die Produktion ist etwas kantiger und die Songs sind nicht so geschliffen, was selbst den vermeintlichen Hits wie „God Gave Us Land“ oder „Bullet-Proof Skin“ sehr gut bekommt. Hört man sich das Album nach langer Zeit mal wieder an, wozu die neuerliche Veröffentlichung natürlich mehr als einlädt, dann ist „Distort Yourself“ wesentlich besser als sein Ruf.

 

Der treibende Bass und die schnittigen Gitarrenwände bei „When Animals Attack“ machen schon Laune. Das schon erwähnte „Come On Over“ ist schön knackig auf den Punkt gebracht, während „Information Age“ ordentlich die Gehirnwindungen neu justiert. Knallt gut. Wenn man etwas bemängeln möchte, dann könnte man auf die Idee kommen, dass die Platte einfach zu viele Songs oben hat. Rossdale hatte seinerzeit offensichtlich einiges der Welt zu sagen. „Wasteland“ klingt dann letztlich wie ein Song von Bush. Aber wie will man das bei der Stimme und der Ausrichtung auch trennen? Muss man ja auch nicht. Hitqualitäten sind hier nämlich durchaus vorhanden. „Boom Box“ vereint dann alle Welten, für die man die Musik von Rossdale kennt. Auffallend ist der Groove in allen Songs, egal ob „Seventh Wave“, „The Heart Of Your Love” und bis zum langsam sich dahinschleppenden „Save The Robots“. Die Bonustracks „The Buzz Of My System“ – was ein geiler Beginn -, das knackige „SST“, „The Art Of Walking” und dem hittigen „God Gave Us Land” runden das Album sehr schön ab.

 

Fazit: Institute ist die fast vergessene Band von Gavin Rossdale, die mit „Distort Yourself“ ein einziges Album veröffentlichte. Die Songs sind wesentlich besser als ihr Ruf und wer was mit Grunge und Alternativ-Rock anfangen kann, ist hier goldrichtig! Die Scheibe hat durchaus den Test der Zeit bestanden und macht nach Jahren mal wieder richtig Spaß zu hören! Let´s go!

 

Text: Torsten Schlimbach

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