Wingenfelder: Sendeschlusstestbild

Wingenfelder: Sendeschlusstestbild

Sony Music/Starwatch Entertainment

VÖ: 18.09.2020

 

Wertung: 8,5/12

 

Wingenfelder gibt es dieses Jahr bereits seit zehn Jahren – Anlass genug, dies gebührend zu feiern. Corona macht, was Live-Aktivitäten betrifft, da zwar einen dicken Strich durch die Rechnung, aber eine Album-Veröffentlichung ist auch nicht die schlechteste Idee. Wingenfelder haben für „Sendeschlusstestbild“ zehn neue Songs aufgenommen. Als besonderes Schmankerl gibt es noch eine zweite CD mit weiteren zehn Live-Songs. Da wurde also ein schönes Paket geschnürt. Die Haptik stimmt. Das Digipack sieht doch ganz nett aus und das Booklet dürfte auch die Fanherzen erfreuen.

 

Das letzte Album „Sieben Himmel Hoch“ wurde von Kritikern und Fans sehr gut aufgenommen. Daran muss sich „Sendeschlusstestbild“ nun messen lassen. Ob das klappt, wird der Test der Zeit zeigen. Mit dem Titelstück, welches mit einer dunklen, gar bedrohlichen Atmosphäre aufwartet, wird der (braune) Scheiß dieser Tage auf den Punkt gebracht. Das erinnert an Kettcar und deren wichtiges Album „Ich vs. Wir“.

 

Der zweite Song „Starwars“ ist da gänzlich anders oder doch unverkennbar Thorsten und Kai Wingenfelder zuzuordnen. Der typische Sound, der auch schon bei Fury In The Slaughterhouse für großen Wiedererkennungswert gesorgt hat, ist hier allgegenwärtig. Textlich dreht es sich um das Loslassen – Meister Yoda hat da den essentiellen Tipp. „Aragona“ ist eine fröhliche Halbballade, die eine schöne Zeit und die Liebe feiert. Was sich kitschig liest, ist  als Song vertont aber alles andere als das und ein wirklich schöner Blick in den Rückspiegel. „Rette Mich Wer Kann“ klingt ein bisschen nach Stoppok, was ja auch nicht die schlechteste Referenz ist.

 

„Der Planet Ist Bewohnt“ feiert das Leben und verbreitet durch die Musik eine positive Stimmung. „Bis Mein Bauch Glücht“ ist fast schon im unschönen Schlagerhafen angekommen. „Ein Kurzes Hallo“ ist leider auch nur leidlich spannend. Die Klavierballade „Ich Werd Dich Reparieren“ vermittelt aber wieder dieses wohlige Gefühl, wie es Wingenfelder-Song oft tun. „Wer Weiss Das Schon“ verbreitet noch mal einen positiven Vibe, bevor es mit „Die Wahre Liebe Ist Eine Legende“ klanglich noch mal düster wird, wodurch das Album noch mal bei seiner Ausgangssituation landet. Ein gutes Werk!

 

Auf der zweiten CD tummeln sich von „Sieben Himmel Hoch“ über „Brüder“ bis hin zu „Irgendwo Ist Immer Sommer“ und „Mein Hafen“ zehn Live-Songs. Live kriegen die Stücke noch mal eine intensivere Dringlichkeit. Die Instrumentierung ist wundervoll und die Stimme(n) ist/sind auch live herausragend gut. Wingenfelder live geht immer!

 

Fazit: „Sendeschlusstestbild“ ist ein gutes Album von Wingenfelder. Der Trademark-Sound ist selbstverständlich wieder vorhanden. Thematisch sind wichtige Botschaften dabei, aber auch die zwischenmenschlichen Dinge und Blicke in den Rückspiegel wurden wunderbar in die Musik eingebettet. Die Live-CD ist das Sahnehäubchen obendrauf.

 

https://www.wingenfelder.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch