Vola: Witness

Vola: Witness

Mascot Label Group

VÖ: 21.05.2021

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Eine der spannendsten Bands der letzten Jahre dürfte die dänisch-schwedische Kapelle Vola sein. Wer behauptet, dass die Rockmusik längst in die ewigen Jagdgründe eingegangen sei und nichts Aufregendes mehr veröffentlicht wird, sollte die Musik dieser Band hören und dann für immer schweigen. Das Debüt war zwar noch etwas unausgegoren, aber spätestens mit „Applause Of A Distant Crowd“ war klar, dass Vola auch in Zukunft noch Großes veröffentlichen werden. Das Talent war unüberhörbar immens und auf dem Zweitlingswerk auch stimmig in Szene gesetzt. Jetzt, drei Jahre später, folgt mit „Witness“ die nächste Runde und man wird nicht enttäuscht!

 

„Witness“ ist – und das ist ja eigentlich nicht weiter überraschend – eine Mischung aus den ersten beiden Alben. Man könnte auch sagen, dass sich Vola die jeweils besten Zutaten rausgepickt haben. „Witness“ ist von höchster Komplexität und die vielen vertrackten Rhythmen lassen einen als Zuhörer hin und wieder atemlos zurück. Der Härtegrad wurde an der einen oder anderen Stelle wieder etwas hochgeschraubt, was aber nicht bedeutet, dass diese wunderschönen Passagen, die „Applause Of A Distant Crowd“ zu bieten hatte, verschwunden wären. Es fallen einem sofort zwei Einflüsse oder Referenzen ein, die hier hörbare Spuren hinterlassen haben: Tool und die Deftones.

 

Atmosphärisch ist das Album sehr dicht und eine Nummer wie „24 Light Years“ ist dann auch nicht mehr weit von Dredg entfernt. Der wundervolle Gesang steht im perfekten Verhältnis zu den Synth-Sounds. „Head Mounted Sideways“ bratzt dafür ordentlich los. Der teilweise futuristische Gesang steht dazu wiederum im krassen Gegensatz. Die cleane Stimme wiederum sorgt für Gänsehautmomente. Crossover ist ja eigentlich spätestens seit der zweiten Hälfte der 90er verrufen, aber auch hier treten Vola den Gegenbeweis an: „These Black Claws“ ist eine Kooperation mit dem Hip-Hop-Duo Shamen und ein sehr gelungenes Brett! Das krasse Gegenteil davon ist beispielsweise „Freak“, ein Song der mit Akustikgitarren überrascht. Herausragend ist gar das schwelgerische „Future Bird“. Die Musik von Vola hat einfach unglaublich viel Herz und Seele! Technisches Können ist ja sowieso vorhanden. Die Band schafft es immer wieder, dass „Witness“ nicht verkopft klingt. Hat „Stone Leader“ nicht einen genialen Breitwand-Refrain? Eben!

 

Fazit: „Witness“ von Vola ist ein Hybrid aus Metal und Prog und das vermutlich beste Genrealbum, welches dieses Jahr erscheinen wird. Atmosphärisch ist das traumwandlerisch gut, die eingängigen Melodien flankieren das sehr schön und an jeder Ecke lauert dann noch eine Portion gepflegter Härte – sensationell gut! Die Songs sind ein Hochgenuss für die Ohren und Balsam für die Seele!

 

https://www.volaband.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch