Víkingur Ólafsson: Mozart & Contemporaries

Víkingur Ólafsson: Mozart & Contemporaries

Deutsche Grammophon

VÖ: 03.09.2021

 

Víkingur Ólafsson ist extrem fleißig. Der gefeierte Pianist nimmt kontinuierlich Musik auf und entwickelt sich so langsam zum Joe Bonamassa der Klassik. Jetzt veröffentlicht der Mann mit „Mozart & Contemporaries“ ein weiteres, sehr spezielles Album. Selbstverständlich erscheinen auch diese Aufnahmen beim Qualitätslabel Deutsche Grammophon. Es handelt sich hierbei übrigens vorwiegend um Musik aus den 1780er-Jahren. Ólafsson hat sich diese Stücke ausgesucht, um eine etwas andere Seite von Mozart zu präsentieren - die nicht unbedingt mit dem Wunderkind zusammenpasst. „Ich finde gerade diese Jahre in Mozarts Leben und Kunst faszinierend.“ sagt Ólafsson.

 

Die Musik, die Mozart in dieser Phase seines Lebens komponierte und die gut und gerne zehn Jahre abbildet, ist mitunter als avantgardistisch zu bezeichnen. Víkingur Ólafsson sagt, dass er sich, wenn er diese Kompositionen auf dem Klavier spielt, selbst ganz neu kennenlernt. Der Mann spielt das wiederum mit derart viel Gefühl und einem Gespür für die richtigen Zwischentöne, dass es einem als Zuhörer diese wohligen Schauer über die Haut jagt. Seinen Lieblingswerken von Mozart stellt er zudem Stücke von Haydn, C. P. E. Bach und auch der Italiener Galuppi und Cimarosa gegenüber.

 

Fazit: Wenn Víkingur Ólafsson spielt, scheint die Welt für den Augenblick still zu stehen. „Mozart & Contemporaries“ ist wie Balsam für die Seele. Balsam, die aufgrund der Pandemie, Hochwasserkatastrophen und dem ganzen Wahnsinn da draußen dringend benötigt wird. Hinsetzen, hören und für einen Moment alles vergessen – mehr kann Musik eigentlich nicht leisten und mehr kann man nicht erwarten!

 

Víkingur Ólafsson - Cimarosa: Sonata No. 42 in D minor (Arr. by Víkingur Ólafsson): https://www.youtube.com/watch?v=07xz-WRUzLg 

 

https://vikingurolafsson.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Víkingur Ólafsson: Reflections

Víkingur Ólafsson: Reflections

Deutsche Grammophon

VÖ: 12.03.2021

 

Wertung: 9/12

 

Der isländische Pianist Víkingur Ólafsson veröffentlicht mit „Reflections“ ein beachtliches Album. Selbiges erscheint bei Deutsche Grammophon, jenem Label für die außergewöhnlichen Klassik-Veröffentlichungen. Der Pianist war, bis das öffentliche Leben aufgrund des Corona Virus lahmgelegt wurde, Artist in Residence am Konzerthaus Berlin. Vor knapp einem Jahr veröffentlichte er „Debussy Rameau“ – „Refelctions“ ist davon inspiriert und der Nachfolger.

 

Das Corona Virus bestimmt gerade unser aller Alltag und somit ist Ablenkung durch Künstler momentan wie ein kleiner Urlaub. Das neue Album von Ólafsson entfaltet dabei gar so etwas wie therapeutische Fähigkeiten. Von wilder Raserei bis zu zärtlichen Klängen reicht der Bogen. Virtuos spielt sich der Isländer durch die einzelnen Stücke. Ólafsson und weitere kontemporäre, bahnbrechende Musiker treten in einen Dialog mit den französischen Komponisten Debussy und Rameau. Singer-Songwriter und Multiinstrumentalisten Helgi Jónsson liefert bei „Footsteps“ dann auch den wundervollsten Beitrag für das Album ab! Die sphärischen Klänge des Post-Rock-Duos Hugar nehmen einen als Zuhörer mit auf eine wunderschöne musikalische Reise. Herrlich entschlackend! Wie im Grunde das gesamte Album!

 

Fazit: Zeiten wie diese erfordern außergewöhnliche Kunst. Selbige gibt es nun mit dem neuen Album von Víkingur Ólafsson. „Reflections“ ist natürlich in erster Linie für die Klassikfans gedacht, aber gerade die aktuelle Situation sollte Anlass genug sein, auch mal über den Tellerrand hinauszublicken. Man kann sich in diese Musik hier förmlich fallen lassen und für den Moment die Ängste und Nöte vergessen!

 

https://vikingurolafsson.com/ 

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch