U96/Wolfgang Flür: Transhuman

U96/Wolfgang Flür: Transhuman

Unltd Recordings/Broken Silence

VÖ: 04.09.2020

 

Wertung: 8/12

 

Es ist keine Übertreibung zu behaupten, dass mit U96 und Wolfgang Flür Pioniere der elektronischen Musik für „Transhuman“ aufeinandergetroffen sind. Flür hat als Mitglied bei Kraftwerk Musikgeschichte geschrieben. Auch Ingo Hauss und Hayo Lewerentz konnten als Mitglieder von U96 in den 90ern ganz große Erfolge feiern. Mittlerweile sind die beiden die einzigen verbliebenen Mitglieder von U96. Zusammen mit Flür haben sie nun ein komplettes Album aufgenommen. Die erste gemeinsame Zusammenarbeit gab es ja bereits auf dem 2018er Album von U96.

 

Das Album fängt mit den Stücken „Transhuman“ und besonders „Hamburg – Düsseldorf“ im Kraftwerk-Universum an. Das ist schon deutlich wie für Flür gemalt. „Zukunftsmusik“ vereint die beiden Welten dann kongenial. „Specimen“ und „Clone“ hingegen sind deutlich im U96-Spannungsfeld zu verorten. Insgesamt wurden die Stücke auf das Wesentliche reduziert. Hier hat mitunter eine inhaltliche Reduktion stattgefunden, die sogar Auswirkungen auf die Musik hat. Die Herren wissen ganz genau worauf es ankommt. Computer-Algorithmen sollen eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben.

 

„Zufallswelt“ entfaltet gar eine Sogwirkung und zieht einen als Hörer hinein in diese elektronische Welt. Das hat mitunter massive Hitqualitäten. Das spacige „Kreiselkompass“ oder das abgedrehte „Sexersizer“ sind minimalistisch aber gleichzeitig auch sehr vielfältig in der Ausarbeitung des Tempos. Das schwebende „Maschinenraum“ ist auf der Zielgeraden noch mal eine schöne und andere Facette dieser Zusammenarbeit.

 

Fazit: U96 und Wolfgang Flür haben sich auf dem letzten Album von U96 zaghaft angenähert und diese Annäherung findet nun ihr vorläufiges Ende in „Transhuman“. Die Electromeister haben hier ihre Stärken in die Waagschale geschmissen und ein tolles Genre-Album aufgenommen.

 

https://www.facebook.com/U96reboot/ 

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch