Tim Minchin: Apart Together

Tim Minchin: Apart Together

BMG

VÖ: 20.11.2020

 

Wertung: 7,5/12

 

Erwartet man von einem, der 2005 den Perrier Award in der Kategorie „Best Comedy Newcomer“ gewinnen konnte, ein richtig ernstes Musikalbum? 15 Jahre später kommt Tim Minchin nun mit „Apart Together“ um die Ecke. In erster Linie ist der Mann ja als Komiker und Schauspieler bekannt. Er hat aber auch schon extrem viel Musik in seinem Leben komponiert und veröffentlicht. Selbst die Musik für ein Musical ist darunter zu finden. Dies alles schlägt sich nun auch in seinem Album nieder.

 

Der Mann hat schon den Judas gespielt und religiöse Themen sind auch auf „Apart Together“ wieder präsent. Minchin ist übrigens Atheist. Dieses Thema (Religion) zog sich aber ja schon immer durch seine Arbeiten. Der studierte Musiker bringt das oftmals mit einem großen Augenzwinkern zu Papier. Der Porsche-SUV kann dann auch gerne mal zum zentralen Thema werden. Es kann aber auch mal total verkitscht mit dem ganz großen Popbesteck die „Summer Romance“ besungen werden. Dann wiederum schleppt sich der Sound so dahin wie beim Titelsong „Apart Together“ – eine sehnsuchtsvolle Trompete inbegriffen. Mit „Airport Piano“ wagt er sich in diese Indiepopgefilde vor, die wie eine wärmende Decke im November sind.

 

Die Ballade „The Absence Of You“ lässt seine Musicalausbildung mehr als deutlich erkennen. „I Can´t Save You“ haut dann noch die Melancholiekeule drüber. „Talked Too Much Stayed Too Long“ öffnet den Vorhang dann für die große Bühne. Auch hier ist das mehr Schauspiel denn ernster Gesang, vom Thema ganz zu schweigen. „Leaving L.A.“ holt dann auch noch das Drama in die Platte. „I´ll Take Lonely Tonight“ klingt wie ein Song aus einem Film mit Hugh Grant. Die Schrammelgitarre bringt aber ein bisschen Indie-Flair rein. „Beautiful Head“ hört sich wie The B-52´s an. Darauf folgt mit „If This Plane Goes Down“ die nächste Ballade. Und mit „Carry You“ wird die Schiene auch nicht mehr verlassen.

 

Fazit: Tim Minchin hat mit „Apart Together“ ein Album mit einer Metaebene aufgenommen. Die Texte sind dabei ebenso wichtig wie die Musik. Man hört, dass der Mann Musicalerfahrung hat, was den Songs aber nicht immer guttut. Vieles bleibt im Balladenfach hängen oder ist dramatisch und bombastisch aufgeblasen. Dann gibt es aber auch die knackigen und schnellen Stücke, die dann an die großartigen The B-52´s erinnern. Der Comedian ist auch dem Musiker jedenfalls nicht rauszukriegen.

 

https://www.timminchin.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch