The Wake Woods: Treselectrica

The Wake Woods: Treselectrica

Jayfish Records/Membran

VÖ: 21.01.2022

 

Wertung: 8/12

 

Es ist einiges passiert bei der Berliner Band The Wake Woods. Das Brüderpaar Ingo und Helge Siara musste sich nach neuen Mitstreitern umsehen. Einst war die Kapelle als Quartett angetreten die Rockwelt zu erobern. Mit Neuzugang Sebastian Kuhlmey hinter der Schießbude geht es jetzt als Trio weiter. Zumindest das neue Album „Treselectrica“ wurde in dieser Besetzung eingezimmert. Es gab an der einen oder anderen Stelle Unterstützung, beispielsweise von Lisa Lystam und Katrin Sperling beim Backgroundgesang. Kelly O´Donohue steuerte Trompete und Flügelhorn bei und Jan Fischer spielt Piano.

 

„Treselectrica“ drückt und drückt und drückt. Es ist die Sorte Songs, wie sie Royal Blood mittlerweile leider nicht mehr aufnehmen. „Another Way To Rule The World“ geht ganz klar in diese Richtung. Mit „Take The Money And Run“ starten The Wake Woods allerdings mit dem guten alten Rock and Roll in dieses Album. „Electric Boogie“ trägt die Richtung ja schon im Namen. Es ist aber weniger die Sorte, wie sie ZZ Top immer gespielt haben, sondern eher wie es die Australier von Jet einst getan haben. Die Jungs kommen einem hier sowieso öfters in den Sinn. Oder die Rival Sons. Das drückende und pumpende „Mr. Wizard“ klingt zwar wie aus vielen Rocksongs zusammengeklaut, aber darauf bauten Led Zeppelin ja auch eine sensationelle Karriere auf. So lange es so lässig tönt wie „Mr. Wizard“ machen The Wake Woods auch nicht viel verkehrt.

 

„Paycheck“ holt den Voodoo-Blues in das Album hinein. Das macht Spaß und ist arschcool. „All Of My Life“ dengelt als Ballade so dahin. Das ist nicht unbedingt die Stärke der Band. Eine schmissige Nummer wie „Hole In The Sun“ passt einfach besser zu dem Trio. „Welcome To The Sanatorium“ hängt aber auch etwas durch und musikalisch zündet das nicht so richtig. Ein bisschen fehlt da eine überraschende Wendung oder Idee. „Magic Smashrooms“ hört sich auch eher wie eine zahnlose Version der guten Songs von Aerosmith an. Das entspannte „Sweet Silence“ reitet auf einem simplen Klavierthema herum und wird nach hinten raus zu einer Art Nashville-Varieté-Nummer.

 

Fazit: The Wake Woods haben mit „Treselectrica“ ein lässiges und arschcooles Rockalbum aufgenommen. An der einen oder anderen Stelle gibt es zwar dezente Ermüdungserscheinungen, dafür knallt der Rest umso mehr rein und klingt recht frisch. Da sage noch einer, dass der Rock längst gestorben wäre. Das Berliner Trio hat jedenfalls hörbar Spaß an dem was sie da veranstalten. Von Brian Setzer bis Iggy Pop - von Jet bis Royal Blood reichen da die Referenzen. Und ab dafür…

 

http://www.thewakewoods.de

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch