The String Theory: The Los Angeles Suite

The String Theory: The Los Angeles Suite

Clouds Hill/Warner

VÖ: 25.09.2020

 

Wertung: 9/12

 

Bei The String Theory handelt es sich um ein Ensemble aus Berlin. Fünf Alben und ebenso viele Tourneen durch Nordamerika und Europa und eine Grammy-Nominierung später erscheint nun „The Los Angeles Suite“. Die physische Veröffentlichung wurde aufgrund von Corona auf den 25.09. verschoben, da es Probleme bei der Produktion gab. The String Theory wurden ursprünglich von den Produzenten/Komponisten PC Nackt und Ben Lauber gegründet. Regulär zählen The String Theory eigentlich zehn Mitglieder, live können es aber auch gut und gerne 40 Personen werden. Die schon erwähnte Grammy-Nominierung erfolgte übrigens in der Kategorie „Best Spoken Word Album“! „The Los Angeles Suite“ knüpft mit „Abundance Suite No. 4“ daran an, aber das ist nur ein kleines Puzzleteil, denn das Album ist doch so viel mehr!

 

Da wäre beispielsweise der grandiose Auftakt mit „Jealous Days“! Ganz langsam entfaltet sich das Stück und schält sich aus seinem Kokon um ein wunderschönes und berührendes Kleinod zu werden. Der zerbrechliche Gesang verstärkt die Intensität zusätzlich. Musikalisch mutet das minimalistisch an, aber es gibt so viel zu entdecken. Die Pianoklänge halten dies alles zusammen. In der richtigen Stimmung und im richtigen Moment ist da eine dicke Gänsehaupt vorprogrammiert. Selbiges gilt auch für „California Lover“. Die Intensität von Portishead ist da nicht weit entfernt. Die knisternden elektronischen Klänge bilden einen tollen Kontrast zu den Streichern. Die weibliche Stimme ist zauberhaft.

 

„Hollywood Calling“ ist ein weiterer Song mit weiblicher Stimme. Dieses Neo-Soulstück geht aber in eine gänzlich andere Richtung. Auch dieser Track ist herausragend und dürfte vom Mainstreamhörer bis zum Indie- und Klassikfan ziemlich viele Hörer abholen. „RoBolero“ hingegen ist sehr speziell und mit seiner Klassik-Attitüde schon wieder etwas für die Nerds. Der stoische Aufbau steigert sich in eine Opulenz, die dem Namen des reinen Instrumentalsstücks gerecht wird. „No One Believes A Ghost“ ist wieder anders. Die flirrende Instrumentierung erinnert bisweilen an das Spätwerk einer Björk, als diese mit einem Chor gearbeitet hat. „Stars And Hypes“ nervt mit seiner sprudelnden Abgedrehtheit. „Moon Landing“ wurde kongenial umgesetzt. Auch hier kann einem durchaus Björk in den Sinn kommen. Dies bedeutet natürlich auch, dass dies gewöhnungsbedürftig ist, wenn man sich erst hineingefuchst hat, dann wird man mit sehr viel Schönheit belohnt (werden). „Remember (Suite No. 1)“ steht quasi exemplarisch für das gesamte Werk – bisweilen sehr anstrengend, aber eben auch mit sehr viel tollen Momenten ausgestattet.

 

Fazit: „The Los Angeles Suite“ von The String Theory ist ein ambitioniertes Werk. Verschiedene Sänger geben der Musik eine andere Richtung und verstärken die Intensität auf unterschiedliche Art und Weise. Es gibt aber auch reine Instrumentalstücke, die von anstrengend bis wunderschön die ganze Farbpalette zu bieten haben. In den verschwurbelten Momenten der Platte sollte man nicht aufgeben und sich in die Musik fallen lassen, denn dann wird man mit sehr viel Schönheit belohnt. Das ist Kunst, aber nicht um der Kunst willen, sondern um die Menschen auf eine musikalische Reise mitzunehmen die berührt!

 

https://wearethestringtheory.org/

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch