The Shadow Lizzards: Heartache

The Shadow Lizzards: Heartache

Tonzonen Records/ Soulfood

VÖ: 19.08.2022

 

Wertung: 9/12

 

The Shadow Lizzards legen knapp sieben Jahre nach der Gründung schon das Zweitlingswerk vor. Das selbstbetiteltes Debüt des Trios aus Nürnberg erschien 2018. Mittlerweile ist die Truppe gereift. Die Jungs sind nicht nur älter geworden, sondern haben sich auch musikalisch entwickelt. Zu Beginn ging es fast ausschließlich auf die Zwölf – das ist jetzt anders. Selbstverständlich ist der Vintage Rock geblieben, selbiger wurde sogar noch ausgebaut, aber die Zwischentöne sind andere, ruhiger, manchmal verspielter und durchdachter. Weniger ist mehr ist auch bei der Anzahl der Songs die Devise. Acht müssen reichen – getreu dem Motto: all Killer, no Filler!

 

Liebe Kinder und Jugendliche, die Tracks von „Heartache“ dürften sich schwer nach der Plattensammlung eurer Eltern anhören. Der musikalische Auftakt „Stardust“ – eine Instrumentalnummer – erinnert in vielen Passagen stark an Pink Floyd. Die Gitarre wird zwar aggressiver gespielt, aber die Atmosphäre ist schon sehr ähnlich. Psychedelische Elemente haben auf „Heartache“ vermehrt ein Plätzchen gefunden. „You Can't Runaway From Your Soul“ ist schon sehr nahe bei den Doors und „Ricochet“ nimmt den leicht leiernden Grundton ebenfalls auf. Mundharmonika und ordentlich Wah-Wah zwischendrin sorgen für einen Brückenschlag von den 70ern zu den 90ern.

 

„Someone's Heartache“ orgelt sich durch den Deep Purple-Sound, als wäre Rockmusik gerade der heißeste Scheiß auf diesem Planeten. Gut so! „No One Can Save Me“ lässt es ruhiger angehen und hier liegt die Schönheit bei den vielen kleinen Details, die in mehr als sechs Minuten an der einen oder anderen Stelle untergebracht wurden. Die Gitarre bei „Train Song“ ist schon sehr lässig und gibt dem Song noch den nötigen Kick. „Home Or Lost“ baut sich zunächst mehr als fünf Minuten als Akustiknummer auf, nur um dann doch noch mal den Strom anzuknipsen. Mit „Who Is Who“ geht es es zum Schluss knackig die Vintage Rock-Straße hinunter.

 

Fazit: The Shadow Lizzards klingen nach allem, aber ganz sicher nicht nach einer deutschen Band. Das ist verdammt gut so! Das Trio dürfte sämtliche Rockplatten der 60er, 70er und ganz sicher auch ein paar der 90er kennen. Der Vintage Rocksound wurde auf dem Zweitlingswerk noch mal um ein paar psychedelische Momente angereicht. Insgesamt eine fette Geschichte! Rockmusik lebt!

 

https://shadowlizzards.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch