The Doobie Brothers: Liberté

The Doobie Brothers: Liberté

Universal

VÖ: 01.10.2021

 

Wertung: 8/12

 

Die Doobie Brothers haben in ihrer langen Karriere schon so manchen Besetzungswechsel hinnehmen müssen. Tom Johnston, Pat Simmons und John McFee sind nun der Kern der Band im Jahre 2021. Am neuen Album „Liberté“ hat John Shanks tatkräftig mitgeschrieben und die Scheibe auch produziert. Damit – und natürlich mit den Songs aus dem Backkatalog – geht die Band nun auf eine ausgedehnte Nordamerika-Tour. The Doobie Brothers waren seit 25 Jahren nicht mehr gemeinsam auf Tour. „Liberté“ gibt genug gutes Material her, welches sich nicht hinter den großen Songs verstecken muss.

 

„Oh Mexico“ ist ein ordentlicher Americana-Auftakt. Knochentrocken kommt die Rhythmusfraktion um die Ecke. Die Gitarren jubilieren und der Gesang ist erstaunlich frisch. Man hört der Nummer an, dass die Herren Spaß beim Einspielen hatten. „Better Days“ fügt noch eine nachdenkliche Note hinzu. Das hört sich zum Teil wie ein neuer Song von Mark Knopfler an. „Don´t Ya Mess With Me“ ist ein amtliches Rockstück. Die älteren Herren zeigen ihren Musikerenkeln mal, wie das mit dem Rock und der Authentizität so geht.

 

„Cannonball“ ist ruhiger und langweiliger. Auch „Wherever We Go“ ist eher eine Nummer für ältere Herrschaften. „The American Dream“ kriegt im Rockgewand aber wieder die Kurve. „Shine Your Light“ erinnert in den Strophen an der einen oder anderen Stelle an „People Get Ready“ und ist somit selbstredend großartig. „We Are More Than Love“ ist gar der Hammer. Die Ballade ist wunderschön instrumentiert worden und der mehrstimmige Gesang sorgt für eine Gänsehaut. Da werden Erinnerungen an Crosby, Stills & Nash wach. „Easy“ rockt und soliert sich zurück in die 70er. Herrlich, wie viel Spaß in diesem Album doch steckt.

 

„Just Can´t Do This Alone“ lugt sogar ein bisschen zum Pop rüber. Geht gut ins Ohr und die Beine. „Good Thang“ ist nach hinten raus noch mal ein Track, der alles hat – von AOR bis zu Country. Die Ballade „Amen Old Friend“ holt zum Schluss noch mal das ganz große Gefühlsbesteck heraus. Früher wurde dazu auf Konzerten die Feuerzeuge geschwungen.

 

Fazit: The Doobie Brothers haben mit „Liberté“ noch mal ein ganz feines Album aufgenommen. Die kleine Schwächephase zwischendrin fällt da nicht weiter ins Gewicht. Es ist ein authentisches Album, welches sich größtenteils aus dem Rock speist. Es weht ein 70ies-Flair durch die Songs, selbige stehen aber trotzdem mit beiden Beinen im Hier und Jetzt.

 

https://thedoobiebrothers.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch