The Beauty Of Gemina: Skeleton Dreams

The Beauty Of Gemina: Skeleton Dreams

Tbog/Artist Ms/Alive

VÖ: 4. September 2020

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

The Beauty Of Gemina veröffentlichen ein neues Album. Dieser Satz ist gar nicht so selbstverständlich, denn Kopf und Mastermind Michael Sele musste sich letztes Jahr völlig überraschend einer komplizierten Herzoperation unterziehen. The Beauty Of Gemina lagen für Monate auf Eis und ob und wie es weitergehen sollte, war da in weite Ferne gerückt. Nach und nach stürzte sich Sele wieder in die Arbeit. Das Ergebnis ist das bereits neunte Studioalbum „Skeleton Dreams“. Aufgenommen, abgemischt und produziert hat Sele im Alleingang im eigenen Tonstudio in den Katakomben des Alten Kinos in Mels. Philipp Küng war als Co-Produzent und Multiinstrumentalist dabei. Mac Vinzens am Schlagzeug und der langjährige Livebassist Andi Zuber komplettieren das Line-up.

 

Das Album ist eine Mischung aus Indie, Wave und Blues. Es ist ein düsteres Album geworden. Über den Songs schwebt immer eine große Portion Melancholie. Selbst über so einer treibenden Nummer wie „Dark Suzanne“ ist eine Wolke der Düsternis der treue Begleiter. Das dunkle Timbre von Sele sorgt ja sowieso dafür, dass die Songs eher dem Schattenreich zuzuordnen sind. Der großartige Nick Cave kommt einem da mehrfach in den Sinn. Bei „Rainbow Man“ erinnert der Gesang aber sogar ein bisschen an Mark Knopfler.

 

Der Bass steht erfreulicherweise sehr oft im Mittelpunkt des Geschehens. So beispielsweise beim Auftakt „A Night Like This“. Erinnerungen an die Gruftie-Kapellen der 80er breiten sich aus – großes Kino! „Naked“ bleibt der eingeschlagenen Spur treu, Keyboardflächen und schöne Blueselemente auf der Gitarre sorgen für eine dicke Gänsehaut. „Maybe God Knows“ ist dann endgültig beim Blues angekommen. Der Spannungsbogen und der Aufbau des Albums sind sehr stimmig. „Friends Of Mine“ ist eine Verbeugung vor dem großen Leonard Cohen.

 

Damit wären die Grundsäulen des Albums umschrieben. The Beauty Of Gemina machen aber immer ihr eigenes Ding. Über allem schwebt immer etwas Nick Cave, gleichwohl die Instrumentierung auch hin und wieder an The Cure erinnert. „Nine While Nine“ ist gar eine Mischung daraus. „Apologise“ ist auf seine Art fast schon fröhlich – und tanzbar. Danach folgt „The World Is Going On“ als leise Bestandsaufnahme. „Hold On This Night“ rührt zu Tränen, sofern man ein Herz hat. „Where Has It All Gone“ ist ein hektischer Remix, der aber ein toller Abschluss eines tollen Albums bildet.

 

Fazit: Michael Sele und The Beauty Of Gemina ist mit „Skeleton Dreams“ ein ganz tolles und berührendes Album gelungen. Die düsteren Songs wurden wundervoll instrumentiert. Der Bass sticht dabei oftmals hervor. Musik, die unter die Haut geht und zu begeistern weiß. Im Spannungsfeld von Nick Cave, The Cure, aber auch Leonard Cohen passt das hervorragend rein, ist aber trotzdem sehr eigenständig!

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch