Tenside: Glamour & Gloom

Tenside: Glamour & Gloom

Ivorytower Entertainment/Edel

VÖ: 20.03.2020

 

Wertung: 7/12

 

Mit „Glamour & Gloom“ hauen Tenside mal wieder ein neues Album raus. Von der ursprünglichen Formation ist zwar nur noch Frontmann und Sänger Daniel Kuhlemann dabei, aber die Alben werden kontinuierlich veröffentlicht und die Fangemeinde steht treu an der Seite von Tenside. Kuhlemann hat im Zuge der neuerlichen Veröffentlichung verlauten lassen, dass die neuen Songs nicht viel mit typischem Metalcore zu tun haben. Da ist von eigenem Sound die Rede. An den Worten muss sich das Album natürlich messen lassen.

 

Der Titelsong „Glamour & Gloom“ ist da eine gute Standortbestimmung. Und ganz ehrlich, wenn das kein Metalcore ist, dann gibt es das Genre gar nicht. Shouts in der Strophe und dann Clean Vocals im Refrain – so geht doch nun einmal Metalcore. Djent-Riffs bei „As Above So Below“ deuten auch nicht gerade in eine andere Richtung. Der Härtegrad ist hoch, es wird geknüppelt was die Felle hergeben. „Along With The Gods“ lässt dann allerdings ein bisschen aufhorchen, denn hier finden sich durchaus Elemente des Alternativ-Rocks wieder.

 

„Cannibals“ geht auch noch mal in die Vollen. Die Produktion der gesamten Scheibe ist übrigens ziemlich fett. Spätestens bei „The Last Anthem“ zeigen ich aber auch ein paar Abnutzungserscheinungen. Der Aufbau der einzelnen Songs ist im Grunde immer gleich. Die Refrains sind austauschbar und funktionieren immer nach Schema F. Tenside können es ja, denn „The Devil Within“ hat ein paar schöne melancholische Töne zu bieten und wären da nicht die Shouts, dann ginge das glatt als Reminiszenz an The Cure durch. „Only The Brave“ hat sicherlich Hitqualitäten und wäre live mitunter ein Brett.  

 

Fazit: Tenside wollen kein Metalcore machen, haben mit „Glamour & Gloom“ aber letztlich ein Genre-Album wie es im Buche steht, aufgenommen. Das ist ja auch vollkommen in Ordnung so. Allerdings fehlt es etwas an den zündenden Ideen, um ein ganzes Album zu stemmen. Leider ähneln sich die Songs zu sehr und der Aufbau ist dann doch etwas ermüdend und man vermisst etwas die eigene Handschrift der Band. Genrefans sollten das Album aber durchaus mal antesten.

 

https://tenside-music.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

 

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch