Tanyc: dito

Tanyc: dito

Gentle Art of Music/Soulfood

VÖ: 02.07.2021

 

Wertung: 8/12

 

Carmen Tannich-Wallner veröffentlicht unter dem Namen Tanyc ihr selbstbetiteltes Debüt-Album. Kalle Wallner ist an diesem Werk selbstverständlich auch beteiligt. Alles andere wäre vermutlich auch ein Wunder gewesen. Bereits letztes Jahr sorgte die Single „Smile“ für viele wohlwollende Kritiken. Die Stimme stand bei der eingängigen Nummer im Mittelpunkt. Dies manifestierte sich auch mit der weiteren Auskopplung „Faster“, einer Nummer die schon Richtung Chanson Noir geht.

 

Das komplette Album dürfte an der einen oder anderen Stelle überraschen. Songs wie „Beautiful“, „Loops On Fire“ oder „Labyrinth“ sind ja fast schon Longtracks. Wir reden hier von mehr als neun bis zu vierzehn Minuten. „Hide Away“ ist eine groß angelegte Ballade. Die Sorte Ballade, wie sie in einem Blockbuster stattfinden würde. „Beautiful“ türmt Schicht um Schicht auf. Ganz langsam schält sich die Nummer aus ihrem Kokon. Zwischen Walzer und Jazz ist der Pop ganz groß austaffiert. Ebenso „Again“. Der gospelartige Beginn umschmeichelt den Hörer, bevor es die düsteren, schweren Klänge auf eine dramatische Ebene hebt.

 

„Never Ask Twice“ ist ein Duett wie aus einem Film Noir. „Loops On Fire“ ist minimalistisch und auf seine Art von einer morbiden Schönheit durchzogen. „Honest“ ist perfekt arrangiert und ausgearbeitet worden. Überhaupt ist das gesamte Album perfekt durchproduziert. „Labyrinth“ ist großer Pop. Wer es mal etwas grooviger und forscher mag, kommt bei „This Dream“ voll und ganz auf seine Kosten. Der Gesangsvortrag ist zudem sehr lässig. „Shoot“ wirkt dagegen fast wie gewöhnlicher Pop. Nett, aber nicht mehr. „Over And Over“ ist zum Schluss Gospel in der Popvariante.

 

Fazit: Wer eine Runde perfekten Erwachsenenpop hören möchte, ist bei Tanyc gut aufgehoben. Aber Vorsicht, gemeint sind keine drei Minuten Liedchen, nein, es darf gerne mal episch werden. Die Stimme trägt das alles ganz wunderbar. Man hätte sich an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Ecken und Kanten gewünscht, aber dafür wird man mit anderen Dingen ja mehr als entschädigt.

 

https://tanyc-music.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch