Summer Of Soul: Soundtrack (OST)

Summer Of Soul: Soundtrack (OST)

Legacy/Sony

VÖ: 28.01.2022

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Ahmir „Questlove“ Thompson gibt mit „Summer Of Soul“ sein Regiedebüt. Der Mitgründer und Schlagzeuger von The Roots konnte mit diesem Projekt vollends überzeugen und damit den Großen Preis der Jury und den Publikumspreis beim Sundance Film Festival gewinnen. Bei den Critic Choice Movie Awards war der Film ebenfalls immens erfolgreich. Bei den Grammys ist der Film übrigens in der Kategorie „Best Music Film“ nominiert. Die Filmaufnahmen des Harlem Cultural Festivals von 1969 waren ja lange Zeit verschollen und schon in Vergessenheit geraten. Selbstverständlich gibt es nun auch den Soundtrack dazu. Und natürlich ist auch dieser ein großer Schatz, der da gehoben wurde.

 

Die musikalische Bandbreite auf dem Soundtrack ist extrem groß. Jazz, Blues, Soul und R&B gibt es hier zu hören. Auch die Riege der beteiligten Künstler ist ganz und gar großartig. Hier findet man Superstars wie B.B. King, Gladys Knight, Mahalia Jackson, Mavis Staples oder Sly & The Family Stone vor. Nicht zu vergessen, dass es sich hierbei um Live-Versionen handelt, die noch mal einen ganz anderen Vibe und Drive mitbringen. Der Kampf um Gleichberechtigung hält bis heute an, einen ganz besonderen Moment davon kann man hier in musikalischer Form hören.

 

The Chambers Brothers eröffnen den Songreigen mit „Uptown“ kongenial. Die Schreie gehen einem durch Mark und Bein. Das schmissige „Why I Sing The Blues“ ist ja auch so etwas wie die Lebensgeschichte von B.B. King. Die mitreißende Version macht Spaß. „My Girl“ wird hier von David Ruffin vorgetragen. Der Song ist ja längst ein Klassiker der Musikgeschichte. „Oh Happy Day“ wird von den Edwin Hawkins Singers interpretiert. Der Song sorgt mit einem Chor immer für Gänsehaut. Sollte man mal in einer Kirche in Harlem erlebt haben. „Precious Lord, Take My Hand“ ist herausragend in der musikalischen Umsetzung – man höre nur die Orgel und die Gitarre – aber auch den Gesang betreffend. Mahalia Jackson und Mavis Staples unterstützen hier das Operation Breadbasekt Orchestra. Die Version verströmt zudem eine Prise Jam-Charakter.

 

„I Heard It Through The Grapevine“ von Glady´s Knight ist hier etwas anders ausgestaltet worden. Die Nummer hat in dieser hitzigen Live-Version wesentlich mehr Tempo und Pfeffer im Hintern. Da hat die Bläsersektion fast Probleme dem Rest so schnell zu folgen. „Sing A Simple Song“ und „Everyday People“ unterstreichen, dass Sly & The Family Stone eine immens wichtige Band waren – politisch wie musikalisch! Die wundervolle Nina Simone beendet schließlich den Soundtrack mit „Backlash Blues“ und „Are You Ready“. Würdiger kann „Summer Of Soul“ nicht enden. Wichtiger sowieso nicht, wenn man sich „Are You Ready“ anhört. Leider immer noch erschreckend aktuell!

 

Fazit: „Summer Of Soul“ ist ein musikalischer Schatz, der hier gehoben wurde. Der Klang, der Aufnahmen von 1969 ist erstaunlich gut. Es sind tolle Versionen vieler Klassiker von herausragenden Künstlern enthalten. Die Musik ist aber auch aus politischen Gründen immer noch extrem wichtig. Rassismus ist leider immer noch vorhanden – weltweit und Gleichberechtigung immer noch nicht selbstverständlich! Und genau davon erzählt „Summer Of Soul“.

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch