Steve Perry: Traces - Alternate Versions & Sketches

Steve Perry: Traces - Alternate Versions & Sketches

Universal

VÖ: 04.12.2020

 

Wertung: 8/12

 

Steve Perry war einst die Stimme von Journey. Der Mann war sowas wie der Inbegriff eines Sängers für den Arenarock. Das hat heutzutage ja immer einen leicht negativen Touch, ist im Falle von Steve Perry aber überhaupt nicht so zu verstehen. Der Mann zählt mit Sicherheit zu den besten Sängern der Rock- und Popmusik. Nach seinem Ausstieg bei Journey wurde es allerdings ziemlich ruhig um Perry und er zog sich nach und nach aus der Öffentlichkeit zurück. 2018 meldete sich der Sänger mit seinem neuen Album „Traces“ zurück. Geschlagene 25 Jahre musste man darauf warten.

 

Zwei Jahre später gibt es nun noch mal einen Art Nachschlag. „Traces –Alternate Versions & Sketches“ führt das sowieso schon sehr persönliche Werk noch mal auf eine neue Stufe. Acht Songs wurden nun dazu ausgewählt und auf ihren ursprünglichen Kern reduziert. Dies bedeutet gleichzeitig auch, dass es keine fette Produktion mehr gibt. Die Songs werden roh und akustisch präsentiert. Der großartige Waddy Wachtel steuert unter anderem sein famoses Gitarrenspiel bei. Das ist ja schon Grund genug um „Traces – Alternate Versions & Sketches“ eine Chance zu geben.

 

Wer die Stimme von Steve Perry schätzt, kommt nicht umhin, dieses Werk in seine Sammlung aufzunehmen. Die Songs leben nämlich von diesem direkten Gesang und der Stimme. Die Musik ist ganz dezent arrangiert worden. „Most Of All“ ist dabei überraschend vielfältig instrumentiert. Neben der üblichen Besetzung aus Gitarre, Bass und Schlagzeug gibt es noch Streicher, ein Piano und Cello zu hören – allerdings wird trotzdem nur das Nötigste gespielt. „No Erasin´“ kriegt in dem Akustikgewand eine Dringlichkeit verleihen, die unter die Haut geht! Ganz großes Kino!

 

„I Need You“ ist ein wundervolles Zusammenspiel von Steve Perry und Waddy Wachtel. „No More Cryin´“ kriegt durch dieses leicht kratzige Timbre eine besondere Intensität verliehen. Das hört sich zudem an – wie so vieles –, als wäre es live aufgenommen worden. „Most Of All“ wurde auf des Wesentliche reduziert und vom ganzen Ballast befreit. Das klingt so ein bisschen nach Barjazz. „We´re Still Here“ plätschert leider etwas ereignislos dahin. „You Belong To Me“ rückt das aber wieder gerade und das schmissige „Sun Shines Gray“ bringt zum Schluss – auch im Akustikgewand – die ganze Großartigkeit dieses Sängers zum Vorschein!

 

Fazit: Steve Perry hat „Traces“ noch mal reduziert und auf die wesentlichen Dinge beschränkt. Die Songs sind roher, direkter und oftmals von einer Intensität durchzogen, die beeindruckend ist. Das Akustikgewand steht den Songs ungemein gut. Perry kann so auch noch mal zeigen, mit welcher Stimme er gesegnet ist, weil selbige so richtig zur Geltung kommt. Fans werden „Traces - Alternate Versions & Sketches“ lieben.

 

https://steveperry.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch