Steve Cropper: Fire It Up

Steve Cropper: Fire It Up

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 23.04.2021

 

Wertung: 8/12

 

Wann wird man eigentlich zu einer Legende? Durch Taten? Oder ist der Bekanntheitsgrad entscheidend? Letzteres macht Steve Cropper dann ganz sicher nicht zu einer Legende, wenn man sich aber mal vor Augen führt, bei welchen Songs er schon überall seine Gitarrenkünste präsentiert hat, dann ist er durchaus eine Legende. Der Produzent, Gitarrist und Songschreiber war an so manchem Soul-Klassiker aus dem ersten Regal beteiligt. Kleine Kostprobe gefällig? „Midnight Hour“ von Wilson Pickett oder „(Sittin' On) The Dock of the Bay“ von Otis Redding. Oder auch „Green Onions“ von Booker T.& The MG's - Steve Cropper spielt die Gitarre auf diesem Hit ebenso. Er war Gründungsmitglied der Blues Brothers und bringt nun seit vielen Jahrzehnten ein Soloalbum heraus. Es heißt „Fire It Up“.

 

Die dreizehn Songs kommen alle schnell auf den Punkt. Kurz und knackig haut Cropper meist unter dreieinhalb Minuten alles raus, was es rauszuhauen gibt. Die Tracks haben selbstverständlich nichts mit dem heutigen Musikgeschehen am Hut. Selbige sind sowieso schon etwas älter und vor zehn Jahren entstanden. Die alten Grooves schwirrten in seinem Kopf und mussten jetzt endlich mal raus. Was einst in den Sessions mit Felix Cavaliere begann, mündet nun in „Fire It Up“. Steve Cropper hat die Sause co-produziert und spielt natürlich Gitarre.

 

Der Titelsong „Fire It Up“ ist eine knuffige Rocknummer, aber Cropper kann natürlich auch anders. „One Good Turn“ mit Bläsern und seinem entspannten Gitarrenspiel passt wunderbar in die Soulecke. Was ist mit den Grooves? Die gibt es bei der Granate „I´m Not Havin´ It“ oder dem lässigen „Out Of Love“, einer bluesigen Soulnummer. Das macht alles Laune, da kann man dann auch mal einen Altherren-Song wie „Say You Don´t Know Me“ oder „She´s So Fine“ verkraften. So lange Cropper auch in der zweiten Hälfte, wie mit „The Go-Better Is Gone“, überzeugt, ist doch alles gut.

 

Fazit: „Fire It Up“ ist ein schönes, knackiges Album. Soul, Blues und Rock geben sich die Klinke in die Hand. Das ist natürlich weder modern noch zeitgemäß. Das war aber sicher auch nicht das Ansinnen von Cropper. Wer handgemachte Musik schätzt und liebt, sollte „Fire It Up“ mal antesten!

 

http://playitsteve.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch