Stengah: Soma Sema

Stengah: Soma Sema

Mascot Records

VÖ: 18.03.2022

 

Wertung: 7/12

 

Auch in Frankreich wird bekanntlich Metal gespielt. Die Gemeinde dort ist wesentlich größer als man gemeinhin annimmt. Szenekenner wissen das ja längst. Ebenso dürften Genrefans längst auf dem Schirm haben, dass sich mit Stengah eine Band ankündigt, die mit „Soma Sema“ ein heißes Eisen im Feuer hat. Gegründet hat sich die Kapelle schon 2013. Schlagzeuger Eliott Williame hat Stengah nicht nur ins Leben gerufen, nein, er schreibt auch noch die Songs. Somit dürfte „Some Sema“ anders sein.

 

Natürlich ist das Ding groovy, aber wenn man nicht wüsste wer hier die Songs zu verantworten hat, dann würde man dem auch keine größere Bedeutung beimessen. Das Genre hat ja so einige Schlachtschiffe zu bieten, die eine beeindruckende Rhythmik am Start haben. Stengah erfinden den Metal jetzt auch nicht neu. Vieles ist auch beim Progressive Rock abgeguckt, nur eben zusätzlich mit ordentlich Härte versehen. Live dürfte das ordentlich knallen. Die reine Studioproduktion ist allerdings sehr technisch und rauscht mitunter auch an einem vorbei.

 

Nach dem kurzen Auftakt mit „Weavering“ glühen bei „At The Behest Of Origins“ die Stimmbänder. Zwischendrin frickelt man sich noch etwas ab, was den künstlerischen Anspruch untermauern soll. Als Zuhörer bleibt man aber doch etwas ratlos zurück. „Above Humanity“ hat vertrackte Rhythmen zu bieten, Stakkato-Riffs und das kehlige Nichtgesinge. „Swoon“ lässt dann aufhorchen, weil der cleane Gesang einen schönen Kontrastpunkt setzt. „Lumen“ geht zum Teil sogar in eine Richtung die musikalisch den Deftones auch nicht unähnlich ist. Die Vocals sind freilich in einer ganz anderen Ecke zu finden. „Message In Memories“ bleibt diesem Weg zum Teil treu.

 

„Blank Masses Inheritance“ ist eine schöne Mischung aus vertrackten Passagen und eingängiger Hymnenhaftigkeit. Trotzdem bleibt hier irgendwas auf der Strecke. Technisch mag auch „He And The Sea“ anspruchsvoll sein und der Groove reißt definitiv mit, aber es holt auch nicht komplett ab. Die Salven aus den Gitarren bei „The Overman“ sind da auch nur leidlich spannend. Erst der düstere Gesang holt die Nummer aus dem Einheitsbrei ab. „Offering“ knallt zum Schluss dem Zuhörer noch mal ein paar massive Salven um die Ohren - und Ende!

 

Fazit: Stengah aus Frankreich sind live sicher ein Ereignis. Das Debüt „Soma Sema“ ist ein Brett, technisch sehr versiert, vertrackt und anspruchsvoll. Vielleicht ist dies aber auch der Grund, warum einen die Post-irgendwas-Metal Sause nicht vollends mitreißt. Fans des Genres sollten trotzdem auf jeden Fall mal beide Ohren riskieren.

 

https://www.stengah-music.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch