Slade: Cum On Feel The Hitz – The Best Of Slade

Slade: Cum On Feel The Hitz – The Best Of Slade

BMG

VÖ: 25.09.2020

 

Wertung: 6,5/12

 

Slade ist eine der erfolgreichsten britischen Kapellen der 70er Jahre. Die Band wird ja gerne vergessen, wenn von den ganz Großen die Rede ist. Slade konnten aber immerhin sechs Songs auf der Nummer 1 platzieren. Guckt man sich die Statistiken an, dann stehen da 17 Top-Twenty-Hits zu Buche. Nicht so schlecht. Danach mussten allerdings auch kleinere Brötchen gebacken werden. Die Zeit des Glam-Rock war ja auch vorbei. Nun wir mit „Cum On Feel The Hitz“ eine Best Of-Zusammenstellung veröffentlicht, welche die Jahre 1970-1991 umspannt.

 

Das Set ist mit 43 Songs schon recht üppig ausgefallen. So viele Singles gab es in diesem Zeitraum von Slade. Die Doppel-Vinyl-Ausgabe hat allerdings lediglich 24 Singles zu bieten, was mitunter gar nicht so verkehrt ist, da die verzichtbaren Singles dann durchaus unter den Tisch fallen. Die Aufmachung ist zweckmäßig und als Digipack erscheint das zunächst ganz nett. Das Booklet ist, wie bei so vielen Veröffentlichungen dieser Art, allerdings eine einzige Enttäuschung. Da werden die Songs gelistet und dann war es das fast schon. Die Songschreiber und das dazugehörige Jahr hat man immerhin auch noch aufgeführt – mehr aber eben nicht. Fotos glänzen komplett durch Abwesenheit.

 

Hits hat die Glam-Band durchaus ein paar und auch richtig gute Songs. „Far Far Away“ ist sogar eine ganz große Nummer. Der Ansatz ist eher folkig und weniger im Glam verhaftet. Der Hymnencharakter ist zudem nicht zu verleugnen. Das hebt sich wohltuend von so Schunkelhymnen wie „Cum On Feel The Noize“ oder „Skweeze Me, Pleeze Me“ ab. Das ist Glam der 70er, aber auf eine unschöne Art und Weise. Da weiß man auch nie, ob das nicht eher unter Comedy zu verbuchen ist. „Coz I Love You“ hingegen knüpft eher an die Beatles an. „Take Me Bak ´Ome“ ist ziemlich lässig und „My Oh My“ Schlager der schlimmsten Sorte. Letztgenannte Ballade wurde vielleicht genau aus diesem Grunde hierzulande so bekannt.

 

„Thanks For The Memory“ hört sich an, als wäre es aus der „Rocky Horror Picture Show“ entsprungen. „Run Runaway“ oder „Radio Wall Of Sound“ sind Nummern, die dem damaligen Zeitgeist entsprachen – nicht mehr und nicht weniger. Der künstlerische Anspruch ist da aber auch nicht sonderlich hoch.

 

Ein bisschen Blues im Slade-Gewand gefällig? „My Baby Left Me: That´s Alright“ kommt da dann genau richtig. Das rockige „Gypsy Roadhog“ macht auch ordentlich Laune. Slade hatte aber auch immer ganz furchtbare, schlagereske Lieder im Gepäck. „Still The Same“ ist so eine Nummer, da rollen sich doch nun wirklich die Fußnägel hoch. Und dann gibt es als Gegenpol so ein fein austariertes Stück wie „Know Who Your Are“.  Ein Stampfer wie „Give Us A Goal“ ist auch nicht gerade die schlechteste Wahl. „We Won´t Give In“ wiederum steht wieder für diese furchtbare Schlagerseite von Slade. Mit dem Weihnachtsüberhit „Merry Xmas Everybody“ wird das Set schließlich beendet. Mittlerweile ist das der beliebteste Weihnachtssong in Großbritannien.

 

Fazit: Slade ist eine Gruppe, an der sich die Geister scheiden – entweder man mag die Musik oder nicht. Dazwischen gibt es, anders als bei anderen Kapellen, eigentlich nichts. Noel Gallagher hat über Slade mal gesagt: “No Slade = No Oasis. It’s as devastating and as simple as that”. Inwieweit der Herr Galllagher das mit einem Augenzwinkern versehen hat, ist nicht bekannt. Sollte es wirklich so sein, dann ist es verdammt gut, dass es Slade und deren Musik gibt. Wer die Hits und Singles schon immer in üppiger Form haben wollte, wird mit dieser Zusammenstellung bestens bedient!

 

Text: Torsten Schlimbach

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