Shaman's Harvest: Rebelator

Shaman's Harvest: Rebelator

Mascot Records

VÖ: 11.03.2022

 

Wertung: 8/12

 

Das letzte Album von Shaman's Harvest hat schon fast ein halbes Jahrzehnt auf dem Buckel. Es hat seine Gründe, warum danach lange nichts kam. Die Band war einfach ausgelaugt. Auch das Tourleben machte es nicht gerade einfacher. Das Quartett - Hunt, die Gitarristen Josh Hamler und Derrick Shipp sowie Schlagzeuger Adam Zemanek – nahmen sich sechs Monate Zeit für ein Demo. In ihrem Proberaum in Jefferson City sollte das neue Werk auf den Weg gebracht werden. Es lastete zudem ein gewisser Erfolgsdruck auf der Kapelle, die letzten beiden Alben liefen nämlich ganz gut. Es kam alles anders. Ein Tornado fegte durch die Stadt und damit war die Stimmung für Aufnahmen erstmal hin und der Fokus lag logischerweise auf ganz anderen Dingen. Hunt hatte immer noch mit seinen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und drohte ein Bein zu verlieren. Als er wieder zu laufen begann, wurde bei ihm Kehlkopfkrebs diagnostiziert. „Rebelator“ war fertig, aber Hunts zusammengestückeltes Bein verschlechterte sich weiter. Ein Arzt, der mit Sportlern arbeitet, brachte die Linderung und Besserung. Es geht aufwärts. Zeit für „Rebelator“.

 

Mit „Under Your Skin“ fängt das Album im Tieftöner ganz unten an. Das knallt wie ein neuer Korn-Song. Mit Einsatz der Vocals geht es dann aber in eine andere Richtung. Hardrock der guten Sorte. „Toe The Line“ bolzt im Bass auch noch ordentlich nach vorne und auch Drums und die Gitarren machen keine Gefangene. Elektronische Elemente verfeinern das Heavy-Gericht. „Flatline“ surft weiterhin auf dieser Welle, hat aber ein paar unschöne Verfremdungen in der Gesangslinie.

 

„Voices“ ist wie gemalt für Konzerte. Da kann der Refrain aus vielen Kehlen gebrüllt werden, Hände in der Luft klatschen – ein Rocker für den lauen Sommerabend. „Wildfire“ geht ein bisschen in Richtung Americana und auch „Lilith“ ist eher in der Sparte Rockmusik zu finden, wie sie einst Matchbox Twenty gemacht haben. „Mama“ ist natürlich eine herzergreifende Ballade. Und „Hurricane“ kann eher unter Southern Rock verbucht werden. „Pretty People“ bringt das gesamte Album in einem Song unter. „Wishing Well“ könnte man sich auch von Sunrise Avenue vorstellen - was nicht als Kompliment zu verstehen ist. „Bird Dog“ hingegen ist ein toller Abschluss im Southern-Regal. Coole Nummer. Vielleicht sogar die beste auf dem gesamten Album!

 

Fazit: „Rebelator“ von Shaman's Harvest ist ein sehr vielfältiges Album geworden. Die Entstehung stand nicht unbedingt unter einem guten Stern und zog sich somit auch lange hin. Jetzt knallt das an der ein oder anderen Stelle ordentlich rein, bringt aber auch vermehrt Elemente des Southern Rocks unter. Die Band meldet sich nach 2017 jedenfalls mit einem amtlichen und ordentlichen Werk zurück.

 

https://www.shamansharvest.net/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch