Robben Ford: Pure

Robben Ford: Pure

Edel

VÖ: 27.08.2021

 

Wertung: 7/12

 

Robben Ford ist seit vielen Jahrzehnten unbestritten einer der großen Gitarristen im professionellen Musikgeschäft. Er hat schon so ziemlich mit jeder Größe mal zusammengespielt und aufgenommen. Bob Dylan kreuzte über die Jahrzehnte immer mal wieder seinen Weg. Eine große Liebe hat Ford sich immer für den Jazz bewahrt. Er ist übrigens auch am Saxofon durchaus bewandert. Mit „Pure“ hat er nun mal wieder ein Album aufgenommen. Sein letzte Solowerk „Purple House“ erschien 2018. Dieses Mal hat er nicht versucht die Band ins Studio zu bringen und spielen zu lassen, sondern zusammen mit Toningenieur und Co-Produzent Casey Wasner in seinem Studio Purple House alles auf den Weg gebracht. Ford teilt mit, dass „Pure“ vermutlich am ehesten seine musikalischen Visionen wiederspiegelt.

 

Als Einstieg wählte er mit „Pure (Prelude)“ dann auch eine Art Oberthema des Albums aus. Das Gitarrenspiel mutet dabei fast ein bisschen orientalisch an. Dann geht es in eine bluesige Richtung und „White Rock Beer…8 cents“ fährt das ganze Register an Gitarrenarbeit auf. Die Bläser im Hintergrund untermalen das sehr schön. Es bleibt aber nicht so ruhe- und rastlos. Mit „Balafon“ entschlackt der Sound merklich. Ford ist hier ganz bei sich.

 

„Milam Palmo“ klingt, als würde die Gitarre zu einem singen. Für ein reines Instrumentalalbum ist das durchaus wichtig. Jazzig frickelt er sich anschließend durch „Go“. „Blues Fo Lonnie Johnson“ trägt die musikalische Ausrichtung ja schon im Titel. Technisch ist das natürlich über jeden Zweifel erhaben, aber trotzdem berührt es nicht. Das gilt aber für einen Großteil der auf „Pure“ versammelten Musik und man vermisst etwas Herz und Seele. So dengelt dann auch „A Dragon´s Tail“ dahin. Mit dem Titelsong „Pure“ nimmt Ford den Albumeinstieg wieder auf und steigert sich auf über vier Minuten in ein Solo. Man sollte hier eher auf die Percussions achten. „If You Want Me Too“ klingt zum Schluss nicht mehr angestrengt und nimmt sich auch mal Zeit auf den sechs Saiten für Entspannung zu sorgen.

 

Fazit:  Robben Ford hat mit „Pure“ ein Album aufgenommen, welches, so seine Aussage, am ehesten seinen musikalischen Visionen entspricht. Handwerklich ist das natürlich über jeden Zweifel erhaben, gar keine Frage. Ob man sich als Hörer da komplett reinfallen lassen kann, sei aber mal dahingestellt. Herz und Seele werden mit diesen Kompositionen nicht so richtig berührt.

 

https://www.robbenford.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch