Roadwolf: Unchain The Wolf

Roadwolf: Unchain The Wolf

MetalizerRecords/ Soulfood

VÖ: 27.11.2020

 

Wertung: 8,5/12

 

Gleich mehrere Dinge sind an dem Debüt von „Unchain The Wolf“ von Roadwolf beachtlich. Man kann gar nicht glauben, dass es das Erstlingswerk der Band ist. Es ist ebenfalls erstaunlich, dass es sich um ein lupenreines Heavy Metal-Werk handelt. Nimmt man alles zusammen, dann könnte man auf die Idee kommen, dass es sich bei Roadwolf um eine australische Band handeln würde. Dies ist die nächste Erkenntnis, die man so sicher nicht auf dem Schirm hatte: die vier langhaarigen Herren kommen aus Österreich. Es passt also auf dem Papier nicht so richtig zusammen, die Realität sieht da ganz anders aus.

 

Es war bestimmt nicht die schlechteste Schule für Roadwolf auf Festivals oder als Vorband Live-Erfahrungen zu sammeln und sich die Finger wund zu spielen. Auch eigene Konzert mit einer stetig wachsenden Fangemeinde trugen sicher dazu bei, dass Roadwolf immer mehr Sicherheit gewannen. Es folgten einige Samplerbeiträge und eigene EPs. Mit „Unchain The Wolf“ gibt es nun endlich das Debüt. Roadwolf sind nun auch reif dafür. Ist die Musikwelt denn reif für Roadwolf?

 

Die zehn Songs dürften Freunde des Heavy Metals sofort begeistern. Vieles erinnert auf eine gute Art und Weise an Saxon. Manches auch an Judas Priest, wie beispielsweise der Auftakt mit „All Hell Is Breaking Loose“. „Unchain The Wolf“, der Song, lässt ein bisschen Iron Maiden in den Sound einfließen. „Missing In Action“ ist eine Heavy Ballade, die mittendrin durchaus auch noch mal ordentlich das Gaspedal durchtritt und die Finger über die sechs Saiten flitzen lässt. Den Song „Roadwolf“ könnte man sich auch mit dem wunderbaren Biff Byford am Gesang vorstellen. „Straight Out Of Hell“ sogar noch mehr. Diese Vergleiche dienen aber auch nur zur groben Orientierung, denn die Österreicher kopieren nicht, sondern müssen sich vielmehr nicht hinter den Genre-Größen verstecken.

 

„Curse Of The Gypsy“ breitet sich noch mal episch aus, bevor „Turn It To Loose“ kurz und knackig in etwas mehr als dreieinhalb Minuten auf den Punkt kommt. „Wheels Of Fire“ wäre in der Hochzeit des Genres sicherlich ein Hit gewesen. „Never Surrender“ ist eine Urgewalt aus Gitarre, Bass und Drums, sodass sich Genre-Fans ein Loch in den Bauch freuen werden. Roadwolf gehören aber zu der Sorte Kapellen, die nicht (nur) lärmen, sondern auch ein Händchen für Harmonien, Melodien und Arrangements haben. „Condemned To Rock“ ist zum Schluss der perfekte Live-Track – Fäuste und Pommes-Gabel gereckt und ab geht die Post!

 

Fazit: Roadwolf klingen wie ein internationaler Act und das Quartett braucht sich ganz sicher nicht zu verstecken. Die Kapelle spielt den guten alten Heavy Metal in bester Tradition. Fans des Genres sollten „Unchain The Wolf“ dieses Jahr unbedingt auf dem Zettel haben. Klar, das Rad wird hier nicht neu erfunden und klar, das ist jenseits von allen Trends und Moden angesiedelt, aber das ist ja kein Kriterium für gute oder schlechte Musik.

 

https://www.roadwolf.at/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch