Richard Marx: Songwriter

Richard Marx: Songwriter

BMG

VÖ: 30.09.2022

 

Wertung: 6/12

 

Richard Marx hat in seiner Karriere mehr als 30 Millionen Tonträger an die Frau und den Mann bringen können. Hierzulande hat man den Mann allerdings schon lange nicht mehr auf dem Radar. An die großen Erfolge der 80er konnte er auch nicht mehr anknüpfen. Weniger bekannt ist zudem die Tatsache, dass der Mann oftmals anderen Künstlern zum Erfolg verholfen hat. Marx ist eben auch als Kollaborateur gefragt. Diesen Umstand hat er sich für sein neues Album – passend dazu mit „Songwriter“ betitelt – zunutze gemacht.

 

Auf diesem Werk sind nun stattliche 20 Songs zu finden. Einige hat Marx komplett alleine geschrieben, aber viele eben auch mit Musikgrößen wie Burt Bacharach, Darius Rucker, dem ehemaligen Evanescence-Gründer David Hodges, Matt Scannell von Vertical Horizon, Chris Daughtry, Jason Wade von Lifehouse und anderen. Das Album wird zudem in vier Kategorien unterteilt: Pop, Rock, Country und Balladen.

 

Wer sich auch immer diese Unterteilung ausgedacht hat, Marx bleibt der Pop-Balladen-Onkel. Klar „Shame On You“ knallt überraschend, aber auch nur dann, wenn man Bon Jovi für Heavy Metal hält. Letztlich ist auch das Pop, macht aber ein bisschen Laune. Das kann man von so Belganglosigkeiten wie „Only A Memory“ oder „Anything“ nicht gerade behaupten. „One More Yesterday“ – geschrieben mit Chris Daughtry und Jason Wade ist letztlich auch nichts Anderes wie eine Herzschmerzballade. Darüber kann dann auch die Gitarre nicht hinwegtäuschen. Das ist aber in dieser Form auch nicht schlecht und der Bon Jovi der letzten zwanzig Jahre kriegt sowas nicht mehr auf die Reihe.

 

„Everything I´ve Got“ läuft hier unter Country, ist aber der vielleicht lässigste Rocksong der gesamten Platte. Coole, spaßige Nummer. An „One Day Longer“ hat Keith Urban mitgeschrieben. Und ja, das Stück hört sich so an, wie man sich das bei einer gemeinsamen Arbeit von Marx und Urban vorstellt. Viel Herzschmerz, viel Schmalz, viel Zucker. 

 

Der famose Burt Bacharach hat an „Always“ mitgeschrieben. Marx ist und bleibt der ungekrönte Balladenkönig. Das unterstreicht er auch mit „Still In My Heart“. In der Vorweihnachtszeit könnte das noch mal für das eine oder andere Tränchen sorgen. Bei „As If We’ll Never Love Again“ übertreibt er es aber auch ein bisschen und dann verursacht das Karies. „Never After“ kriegt da wesentlich besser die Balance gehalten.

 

Fazit: Richard Marx hat für „Songwriter“ versucht die verschiedensten Genres zu bedienen. Letztlich bleibt es aber immer Pop und natürlich ist er auch der Balladenkönig schlechthin. Das tut manchmal ziemlich weh, ist aber manchmal auch wunderschön. Zwanzig Songs sind mitunter auch viel zu viel, aber für Fans ist da sicherlich wie eine ganze Menge Futter dabei.

 

https://richardmarx.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch