Powerwolf: Call Of The Night

Powerwolf: Call Of The Night

‎Napalm Records/Universal Music

VÖ: 16.07.2021

 

Wertung: 6/12

 

Die Herren von Powerwolf haben sich seit fünfzehn Jahren eine schöne Geschichte für die eigene Vita zusammengesponnen. Das dürfte alles ja weitestgehend bekannt sein. Die Kalkleisten haben ja nun schon ein paar Alben und jede Menge Fans im Gepäck. Neue Anhänger dürften mit „Call Of The Night“ kaum hinzukommen. Wer die Kapelle aus dem Saarland bisher verschlafen hat, wird sicher auch 2021 nicht mehr aufwachen und sich einen Powerwolf-Schrein errichten. Die Zutaten sind auch bei dem neuerlichen Werk die altbekannten.

 

„Faster Than The Flame“ macht zu Beginn gleich noch mal klar, dass der Sänger eine Ausbildung in Operngesang hat. Der sakrale Anstrich ist natürlich auch geblieben. Dazu gesellt sich dann die ganze Klaviatur des Power-Metals. „Beast of Gévaudan“ legt in der Geschwindigkeit noch mal zu. Der Kirchenanteil wurde ebenfalls hochgeschraubt. Dazu wurde eine Hookline angerührt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Nicht schlecht! „Dancing With The Dead“ ist ein verdammter Hit, der zwischen Mittelaltermarkt und Symphonic Metal die ganze Bandbreite auffährt.

 

Der sakrale Teil nervt aber manchmal auch. „Varcolac“ hat da zu Beginn wieder komplett überzogen. Natürlich ist auch diese Nummer bis dorthinaus eingängig, da kann auch das Geknüppel im Hintergrund nicht drüber hinwegtäuschen. „Alive Or Undead“ ist im Grunde ein Musical in etwas mehr als vier Minuten. Da trieft der Zucker nur so aus den Boxen. „Blood For Blood (Faoladh)" hört sich an, als wäre die Nummer aus der Serie „Vikings“ entsprungen. Damit ist der Song auf jeden Fall auf der guten Seite des Albums zu verzeichnen. Mit „Glaubenskraft“ ist dann auch ein deutschsprachiger Titel auf dem Werk zu finden. Genau wie „Call Of The Wild“ ist das einfach zu viel Kirchgengedöns. Nervt! Die Glocken läuten auch bei „Sermon Of Swords“ wieder und dann geht es in bekanntem Geknatter weiter. Die Orgel bittet freilich auch wieder zum Tanz zwischen den Kirchenbänken.  

 

„Undress To Confess“ ist zwar auch wieder mit Chören orchestral aufgeblasen worden und auch hier hat man das Gefühl, der heilige Geist steht gleich vor der Tür, aber die Strophen sind dann endlich mal herrlich entschlackt. Der Rest – bombastisch bis auch der letzte Engel jubiliert. „Reverent Of Rats“ beendet das Album mit einer Dramatik, die aber dann doch noch in einen amtlichen Metal-Kracher mündet. Ein würdiges Ende!

 

Fazit: Man weiß ja, was einen bei einem neuen Powerwolf-Album erwartet. Es wird alles aufgefahren, was Power- und Symphonic-Metal zu bieten haben. Orchester, Krichengedudel, Musical, Oper und der ganze Bombast werden dargeboten. Man muss das mögen. Das ist eigentlich komplett drüber, aber wie gesagt: mein weiß ja, was einen bei einem neuen Powerwolf-Album erwartet und somit dürften die Fans wieder glücklich sein!

 

https://www.powerwolf.net/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch