Orange Blue: White/Weiss

Orange Blue: White/Weiss

Orange Blue Bros. Records/Tonpool

VÖ: 14.02.2020

 

Wertung: 6/12

 

Bei den Namen Vince Bahrdt & Volkan Baydar klingelt es noch nicht direkt und die Gesichter der beiden Herren sorgen vielleicht auch noch für Schulterzucken, dabei sind die Herren im Musikzirkus ganz dick im Geschäft (gewesen). Als Orange Blue feierte das Duo zeitweise große Erfolge und konnte in der Vergangenheit nicht nur eine beachtliche Menge an Tonträgern an die Frau und den Mann bringen, sondern auch einen richtigen Hit im Radio platzieren. „She´s Got That Light“ war seinerzeit eine ganz große Nummer und wurde rauf- und runtergespielt. Auch „Can Somebody Tell Me Who I Am?“ war noch recht erfolgreich. Jetzt feiert Orange Blue 20-jähriges Jubiläum und bringt mit „White/Weiss“ ein Doppelalbum heraus.

 

Das letzte Album von Orange Blue ist aus dem Jahr 2007 und somit stellt sich natürlich die Frage, ob die Welt 2020 überhaupt noch ein neues Werk des Duos braucht – zumal es 2007 auch nicht gerade erfolgreich für die beiden lief. Aus diesem Grunde hat man dann wohl auch die zwei oben schon erwähnten Hits in neuen Versionen noch mal auf das Album gepackt. Muss das wirklich sein? Ist das ein gutes, selbstbewusstes Zeichen, die alten, aufgewärmten Hits zu verbraten um auch 2020 Käufer anzulocken?

 

Wie dem auch sei, die beiden Balladenkönige wagen zumindest noch mal etwas Neues und mit der zweiten CD gibt es die ersten deutschsprachigen Songs von Orange Blue zu hören. Hintergrund sind die aktuellen Themen, die so mehr Gehör finden sollen. Es trifft sich da auch ganz gut, dass deutschsprachige Musik boomt, wobei da der Höhepunkt auch so langsam erreicht worden sein dürfte.

 

Auf „White/Weiss“ ist für jeden etwas dabei. Die englischsprachige Seite hält dann überwiegend Herzschmerzballaden wie „Marry You“, „Always“ oder „You Are My Life“ bereit. Man merkt deutlich, dass die beiden einst auf dem Klavier mit der Musik angefangen haben. Dies äußert sich ebenso in dem Instrumentalstück „Time“, welches in die Klassikrichtung geht, aber auch in dem tieftraurigen Those Words Are Free“. Ansonsten ist das einfach gut gemachte Popmusik – nicht mehr und nicht weniger.

 

„Ich Kann Dich Sehen“ erinnert an Adel Tawil. Selbiges gilt auch für „Die Welt Steht Still“ – mag das Thema auch noch so sehr dem Zeitgeist entsprechen. Dann schon lieber die tiefe Stimme von Ben Becker, der dem Song „Weiss“ seine Stimme leiht. Sehr schlagerhaft wird es mit „Echter Freund“. Und wie es leider bei der deutschsprachigen Musik so üblich ist, wird es sehr bedeutungsschwanger. Man höre dazu nur „Das Schönste“ an. Grusel. „Hamburg“ - eine Hommage an die Stadt - ist hingegen ganz wundervoll. Schade, dass ein Großteil in diesen deutschsprachigen Befindlichkeitsballadenpop abdriftet. „Alles Anders“ oder „Es Fliesst“ sind dann nur noch austauschbar.

 

Fazit: Ob die Musikwelt auf ein neues Orange Blue-Album gewartet hat, sei mal dahingestellt. Die Frage ist doch, ob sie „White/Weiss“ braucht?! Es gibt sicher ein paar Hörer, die das mit Ja beantworten. Letztlich sind die englischsprachigen Songs gut gemachte Popmusik, aber die deutschsprachigen nehmen nur die aktuellen furchtbaren Strömungen der hiesigen Musik auf. Ein bisschen Licht und sehr viel Schatten also. Man muss sich eben die Rosinen rauspicken.   

 

http://orangeblue.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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