Nash Albert: Yet

Nash Albert: Yet

Mig / Indigo

VÖ: 28.01.2022

 

Wertung: 8/12

 

Nash Albert hat ein bewegtes Musikerleben hinter sich. Von Tiflis ging es hinaus in die große weite Welt. Von der Musik leben ging eher mehr schlecht als recht. In den USA schlug er dabei ebenso seine Zelte auf, wie auch immer wieder in Moskau. Irgendwie war seine Band Slamandra immer wieder präsent. Auch solo versuchte er Fuß zu fassen. Nun kommt mit „Yet“ ein neues Album von Nash Albert in die Läden. Er zog sich mit seinen Mitstreitern in den Kaukasus zurück, wo die Tracks auch schließlich eingespielt wurden.

 

Der letzte Song des Albums „…And Yet“ klingt quasi wie ein Original-Dylan-Song. Die stimmliche Nähe, aber auch die Instrumentierung erinnert an den sehr späten Dylan. Dylan ist aber ja sowieso eine Referenz, die bei dem Georgier immer wieder im Backkatalog auftaucht. „Kill The Fear“ rumpelt allerdings auch ganz und gar wundervoll durch den Garten. Dieser Irrsinn erinnert an Frank Zappa. „Betting On My Fate“ hat ein wundervolles Pianospiel zu bieten. Und eine Flöte! Jethro Tull trifft auf Mark Knopfler.

 

„Lost In Jerusalem“ wechselt dann noch mal die Richtung. Die Nummer ist düster und von der Instrumentierung fast schon heavy. „Monkey Blues“ ist in der Art des Vortrags danach wieder deutlich bei Dylan angelehnt worden. Nash Albert dürfte sich die Phrasierung von Dylan zigfach angehört haben. „Love To Reset“ ist dagegen eher punkig. Die Parolen werden hinausgeschrien. Das tieftraurige Autumn Rain ist eine Mischung aus Dylan, Mark Knopfler und Chris Rea. „Cocaine Hangover“ rockt schräg durch diesen Tripp. Die Gitarre ist disharmonisch, kriegt in den Strophen aber immer wieder die Kurve. Beim Gesang geht es um alles! Alles! „Sunrise“ sorgt anschließend dafür, dass es etwas entspannter wird. In den leisen Stücken singt Iggy Pop glatt auf ähnliche Art und Weise. „I Won´t Look Back“ hat einen progressiven Unterbau. „Marabella“ ist eine kleine jazzige Fingerübung, die trotzdem erneut an Dylan erinnert.

 

Fazit: Nash Albert hat mit „Yet“ ein Album zwischen Dylan und Zappa, zwischen Folk, Blues und Rock, aber auch Indie, Polka und sogar Prog aufgenommen. Erstaunlicherweise passt und harmoniert das gut miteinander. Wer abseits des Mainstreams immer wieder gerne neue Sachen entdeckt, ist hier gut aufgehoben.

 

https://www.nashalbert.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch