Mary Gauthier: Dark Enough To See The Stars

Mary Gauthier: Dark Enough To See The Stars

Thirty Tigers

VÖ: 03.06.2022

 

Wertung: 6,5/12

 

Mary Gauthier hat in ihrem Leben schon einiges durchgemacht. Ihre Mutter gab sie direkt nach der Geburt zur Adoption frei. Als Ausreißerin kam sie als Jugendliche schon früh mit Drogen und Alkohol in Berührung. Sie sagt selber, dass sie zwischen dem 12.(!) und 28. Lebensjahr ein schlimmes Alkoholproblem gehabt hat. Sie kam erst spät zur Musik und startete ihre Karriere mit 34 Jahren. Da sie zu dieser Zeit schon Erfahrungen für 3 Leben gesammelt haben dürfte, kam ihr das wiederum als Songschreiberin zugute. Mit „Dark Enough To See The Stars“ wird nun ein neues Album von der Dame veröffentlicht.

 

„Fall Apart World“ startet ganz gemütlich bei schönstem Wohlklang mit einem musikalischen Unterbau aus Folk und Country in das Album. Gemütlich ist dabei das Stichwort für dieses Album. Auch „Amsterdam“ macht keine Anstalten etwas auf das Gaspedal zu treten. Der sich immer wiederholende Refrain nervt ziemlich schnell. „Thank God For You“ startet mit den bekannten Klavierklängen und bleibt ebenfalls in der Langsamkeit stecken. Spätestens bei „Where Are You Now“ schlafen einem die Füße ein.

 

Leider fehlt es hier an allen Ecken und Enden an Spannungsbögen. Zumindest mit diesem Album kann sie einer Emmylou Harris oder Nanci Griffith nicht mal im Ansatz das Wasser reichen. Auf eine gewisse Art und Weise ist das Songwriting reichlich altbacken. Natürlich ist eine Nummer wie das Titelstück „Dark Enough To See The Stars“ ganz nett, aber man weiß ja, dass mit „The Meadow“ ein identischer Track folgen wird. Variationen gibt es kaum und wenn, dann sind sie so marginal, dass sie kaum auffallen. „Trucker And Troubadours“ fängt endlich mal mit einer Mundharmonika an. Leider bleibt sonst alles beim Alten. Gemütlich schunkelt sich die Musik ihrem Ende entgegen. Das ändert sich auch nicht mehr mit „About Time“ und auch nicht beim Rausschmeißer „Till I See You Again“.

 

Fazit: „Dark Enough To See The Stars“ ist ein sehr ruhiges, gar langsames Album. Das mag für ein bis zwei Songs durchaus spannend sein, aber dann würde man sich musikalisch doch etwas Abwechslung wünschen. Folk und Country haben da ja mitunter einiges zu bieten. Bei Mary Gauthier bleibt aber alles in identischem Tempo hängen. Ihre ganz persönlichen Songs mögen genau dieses Gewand benötigen, aber musikalisch ist das leider oftmals auch langweilig.

 

https://www.marygauthier.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch