Marty Friedman: Tokyo Jukebox 3

Marty Friedman: Tokyo Jukebox 3

Mascot Label Group/The Players Club

VÖ: 16.04.2021

 

Wertung: 7/12

 

Marty Friedman hat einst als Gitarrist von Megadeth die erfolgreichste Phase der Band mitgeprägt. Er zog dann Ende der 90er weiter und macht seitdem sein eigenes Ding. Es verschlug ihn nach Japan in die Nähe von Tokio, wo er sesshaft und zu einem Superstar wurde. Der Mann hat dort in vielen TV-Formaten mitgewirkt, ist aber auch der Musik treu geblieben. Sein Gitarrenspiel war ja sowieso schon immer sehr asiatisch angehaucht, von daher passt das ja hervorragend ins Bild.

 

Friedman hat bereits 2 Alben mit Coverversionen japanischer Songs aufgenommen. Nun folgt mit „Tokyo Jukebox 3“ der dritte Streich. Es handelt sich hierbei erwartungsgemäß – bis auf eine Ausnahme – um ein reines Instrumentalalbum. Das Griffbrettgewichse wird schon in der Eröffnung „Makenaide“ auf die Spitze getrieben. Zwischen Hardrock und Klassik spielt Friedman die sechs Saiten. „Sazanka“ ist vom Tempo etwas gedrosselter. Fast zärtlich spielt er die Gitarre. Das ist kitschig, keine Frage. „Time Goes By“ drückt anschließend wieder ordentlich auf das Tempo und die Fingerchen flitzen über das Brett. Das Schlagzeug knüppelt dazu im Hintergrund als säße Ulrich hinter der Schießbude.

 

Damit hätten wir fast schon alle Spielarten des Albums gefunden, die sich letztlich nur marginal unterscheiden. „Echo“ hätte mit Gesang vermutlich sogar Chancen ein Hit zu werden. „The Perfect World“ hat er mit der J-Pop Künstlerin Arufakyun neu aufgenommen. Das dürfte Sinfonie-Metalfans sicherlich sehr gefallen. „Ikuze Kaitou-Shoujo“ ist ein ordentliches Heavy-Brett und „Gurenge“ erinnert teilweise gar an Korn – ohne Gesang versteht sich.

 

Fazit: Wer gepflegtes Gitarrenspiel und einen echten Könner auf den sechs Saiten zu schätzen weiß, der wird mit „Tokyo Jukebox 3“ und den Coverversionen von (teilweise) J-Pop Songs sehr viel Freude haben. Bis auf eine Ausnahme sind das aber reine Instrumentalstücke und dann kann es schon mal anstrengend werden, wenn es sich nur auf das Spiel von Friedman konzentriert. Der Mann ist zweifelsohne in seinem Metier ein Meister, aber das ist bisweilen auch sehr speziell.

 

www.martyfriedman.com  

 

Text: Torsten Schlimbach

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