Madeleine Peyroux: Careless Love (Deluxe Edition)

Madeleine Peyroux: Careless Love (Deluxe Edition)

Universal

VÖ: 27.08.2021

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Madeleine Peyroux wurde in Athens, Georgia geboren. Sie zog mit ihren Eltern zunächst nach Brooklyn und später nach Kalifornien. Als sich ihre Eltern trennten, verschlug es sie mit ihrer Mutter nach Paris. Als Teenager war sie in den Metro-Passagen als Straßenmusikerin aktiv. Mit 30 Jahren veröffentlichte Peyroux „Careless Love“. Das Zweitlingswerk erschien acht Jahren nach dem Debüt „Dreamland“. Sie war mit 20 längst wieder nach New York übergesiedelt und trotzdem fand sich nach dem von der Kritik wohlwollend aufgenommenen ersten Album nicht den richtigen Dreh. Sie musste sich zudem noch einer Stimmbandoperation unterziehen und war erst 2004 wieder bereit ins Studio zu gehen.

 

„Carless Love“ war ein voller Erfolg und nicht nur in Jazz-Kreisen ein Renner. Das Album wurde weit über die Genregrenzen hinaus gehört und gekauft. Sie wurde nun endgültig als die neue Billie Holiday gefeiert. Das Album wird nun erneut als Deluxe Edition veröffentlicht. Umfangreiche Liner Notes von Ashley Kahn und ein bisher unveröffentlichtes Live-Set, das 2005 beim spanischen Festival de Jazz de Vitoria-Gasteiz in voller Länge aufgenommen wurde, bereichern die Veröffentlichung nun.

 

Die Auswahl der Song für das Album ist grandios, gleichwohl „Madeleine Peyroux jedes Stück zu ihrem eigenen macht. Die tolle Eröffnung „Dance Me To The End Of Love“ vom großen Leonard Cohen wird ganz und gar zu ihrer Nummer. Die feinfühlige Instrumentierung von „I´ll Look Around“ hebt den Track auf eine neue Ebene. Billie Holiday würde diese Interpretation bestimmt lieben und wäre stolz auf Peyroux.

 

 „Weary Blues“ von Hank Williams wird von Peyroux zu einem tollen Jazz-Song - der Country-Meister würde staunen! Wie leichtfüßig sie „Don´t Cry Baby“ von Bessie Smith interpretiert, ist schier sensationell. Ihre Phrasierung sitzt perfekt und das klingt bei Peyroux alles ziemlich unangestrengt. Große Kunst!

 

Die Live-CD hat natürlich auch Material von „Careless Love“ zu bieten. Die Künstlerin spielt dazu kaum hörbar auf ihrer alten Akustikgitarre. Vielleicht liegt es aber auch an ihrer famos aufspielenden Band, dass man die kleine Gitarre zunächst kaum wahrnimmt. Piano und Trompete sind ein Genuss. „Dance Me To The End Of Love“ wird so zu einer Perle des Sets. „Walkin´ After Midnight“ steht dem in nichts nach. Im Gegenteil, wenn die Leonard Cohen-Nummer die Perle des Sets war, dann ist die Patsy Cline-Nummer mindestens der Höhepunkt! Oder war es „Lonesome Road“? Oder doch „I Hear Music“? Einigen wir uns einfach auf ein famoses Live-Konzert!

 

Fazit: Madeleine Peyroux hat mit „Careless Love“ vielleicht das Album aufgenommen, welches ihre Karriere definierte, sie gleichzeitig aber auch als Künstlerin perfekt repräsentierte. Es ist ihr Meisterwerk. Nun wird selbiges erneut veröffentlicht. Die Dame mit der außergewöhnlichen Stimme ist auch live absolut hörenswert. Das Konzert, welches der Neuauflage beiliegt, ist ebenfalls ganz toll! Dieses Album sollte in keiner (Jazz-)Sammlung fehlen!

 

https://madeleinepeyroux.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch