Levara: dito

Levara: dito

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 14.05.2021

 

Wertung: 8/12

 

Levara haben ganz Großes vor. Die Band hat sich, bevor überhaupt das Debüt veröffentlicht ist, schon eine kleine Fangemeinde erspielt. Die Herren Trev Lukather, Jules Galli und Josh Devine trafen sich in Los Angeles und fanden schnell einen gemeinsamen, musikalischen Nenner. Galli kam aus Frankreich dazu, während der Engländer Devine als Schlagzeuger von One Direction schon eine Karriere erlebt hat und in der Stadt der Engel nach neuen Herausforderungen suchte. Lukather hat das ganze Geschäft ja sowieso schon mit der Muttermilch aufgesogen – sein Vater, Steve Lukather, hat mit Toto und solo alles erlebt, was es als Musiker zu erleben gibt.

 

Levara haben dem Debüt keinen Namen gegeben, es ist also selbstbetitelt. Man weiß ja, was damit in den meisten Fällen ausgedrückt werden soll. So ganz ohne Erwartungshaltung geht es bei dem Trio allerdings dann auch nicht. Bei den Vorgeschichten und dem Background der Herren, liegt das natürlich auch auf der Hand. So werden sich allerdings auch die wenigsten Leute ganz unvoreingenommen an das Debüt heranwagen.

 

Die jetzt schon vorhandene Fangemeinde wird keineswegs enttäuscht sein. Die Produktion ist groß, wie so vieles auf dem Album. Da will einer in die großen Hallen. Man höre sich nur das bombastische Finale des Albums an. „No One Above You“ mag eine Ballade sein, schwingt sich aber auf, um mit Wohooooo-Chören den Olypm zu erobern. Die Reise startet mit „Heaven Knows“. Stakkato-Gitarren und mehrstimmiger Gesang schwingen die Rockkeule. Der Refrain sägt sich dazu unaufhörlich in die Gehörgänge.

 

„Automatic“ packt auch den ganz großen Refrain aus. „Ever Enough“ wird durch die jubilierende Gitarre und das treibende Schlagzeug vorangetrieben. Solche Songs würden Maroon 5 gerne noch mal schreiben. „On For The Night“ ist der nächste Song mit Hitqualitäten. „Allow“ dimmt die Stimmung runter und kommt düsterer um die Ecke. Die Ballade wird sicher bei den jüngeren Fans für eine kleine Träne im Knopfloch sorgen. „Can´t Get Over“ erinnert irgendwie aber auch auf eine unschöne Art an James Blunt. „Chameleon“ ist eine ganz große Hymne des Albums! „Ordinary“ steht dem in fast nichts nach und setzt sich ebenfalls schnell im Ohr fest. „Just A Man“ holt das Drama noch dazu, ist aber auch ein bisschen drüber. Die Gitarre soliert dabei, als wären die 80er in vollem Gange.

 

Fazit: Levara legen mit ihrem Debüt ordentlich los. Handgemachte Musik, die ganz groß gedacht ist. Es gab mal eine Zeit, da wäre die Kapelle damit durch die Decke gegangen. Es bleibt abzuwarten, ob es für derartige Musik noch einen Markt gibt. Eigentlich ist das völlig aus der Zeit gefallen und wer heutzutage noch auf die klassische Instrumentierung abfährt, wird dieses Werk vielleicht zu mainstreamlastig finden. Alles in allem gibt es hier aber jede Menge Hymnen, die man abfeiern kann.

 

https://www.levaramusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch