Leader Of Down: The Screwtape Letters

Leader Of Down: The Screwtape Letters

Cleopatra Records

VÖ: 08.04.2022

 

Wertung: 7/12

 

Michael „Würzel“ Burston hat leider nicht mehr miterlebt, dass seine Band, die er zusammen mit Tim Aktkinson gründete, tatsächlich noch das Licht der Welt erblickte und ein Debütalbum veröffentlichte. Dem Werk wurde dann auch entsprechende Aufmerksamkeit zuteil. Lemmy höchstpersönlich war – neben noch einigen anderen Schwergewichten – auf dem Album zu hören. Posthum versteht sich. Jetzt wird mit „The Screwtape Letters“ der Nachfolger veröffentlicht und selbstverständlich wird noch immer die Motörhead-Karte gespielt, obwohl Burston ja nun nichts mehr damit zu tun hat und Lemmy schon gar nicht. Nun denn, die zehn neuen Songs sollen wieder Fans von Maiden bis eben Motörhead ansprechen.

 

Sind wir mal ehrlich: hätte die Kapelle nicht den Background, den sie nun mal hat, dann würde kein Hahn danach krähen. Das ist nur bedingt spannend, die Produktion etwas dünn und das Songwriting strotzt jetzt auch nicht gerade vor Innovation. Dies bedeutet natürlich nicht, dass man mit den Songs nicht auch eine Menge Spaß haben könnte.

 

Mit „Cat´s Eye Night“ fängt das Album dann auch schmissig im Hochgeschwindigkeitsbereich an. „Halloway Motel“ klingt wie eine Mischung aus DIO und Maiden, natürlich ohne deren Brillanz zu erreichen. „Hitman“ hat als Special Guest ex-Maiden Gitarrist und aktuelles Bandmitglied bei Lionheart, Dennis Stratton am Start. Sehr manierlich. Der Song „The Screwtape Letters“ hat unter der Oberfläche noch ein bisschen Boogie und Blues zu bieten.

 

Spätestens mit „Dodging The Landlord“ fängt die Platte aber an zu langweilen. Die Variationen sind eher im Kleinen zu finden. „Here´s Johnny“ rauscht wie ein D-Zug an einem vorbei. „Let Them Know Your Name“ fährt sämtliche Klischees auf, ist trotzdem auf eine nette Art arschcool. „Whiskey Preacher“ ist allerdings komplett drüber. „You Might“ nervt nur noch, aber „Midnight In London“ ist noch mal ein schönes Feuerwerk zum Schluss.

 

Fazit: Leader Of Down würde sicherlich ein paar Nummern kleiner gehandelt werden, wenn nicht dieser prominente Background wäre. Die Songs können das auch keineswegs erfüllen. Trotzdem hat dieses Album natürlich seine Momente und wer den klassischen, härteren Tönen sehr zugetan ist, sollte hier durchaus mal seine Lauscher aufsperren. Es muss ja auch nicht jeden Tag das Feinschmecker-Restaurant sein, hin und wieder schmeckt von der Bude ja sowieso besser!

 

https://leaderofdown.com/home

 

Text: Torsten Schlimbach

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