Klark Kent: Klark Kent (Deluxe Edition)

Klark Kent: Klark Kent (Deluxe Edition)

BMG

VÖ: 17.11.2023

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Stewart Copeland ist einer der besten Schlagzeuger im Rock. Sein präzises Spiel hat ganz erheblich zum Erfolg von The Police beigetragen. In der breiten Öffentlichkeit wird ja meist nur Sting wahrgenommen, aber ohne Stewart Copeland hätte es die Band nie in solche Sphären gebracht. Es war auch Copeland, der ein erstes Soloalbum veröffentlichte. 1980 stand selbiges in den Läden, allerdings unter dem Pseudonym Klark Kent. Nun wird jenes Wunderwerk noch mal ganz neu aufgelegt. Selbstverständlich wurde das neu remastert und enthält nun zwei bisher unveröffentlichte Songs. Eine zweite CD mit Demos rundet diese neuerliche Veröffentlichung sehr schön ab.

 

„Too Kool To Kalypso“ wurde ursprünglich nur als 7“-Single veröffentlicht. Nun bereichert der Song auch „Klark Kent“. Wer hier den Sound von The Police heraushört, bildet sich das nicht ein. Den Rhythmus hat man auch immer wieder bei der Band von Copeland vorgefunden. Sämtliche Instrumente sowie den Gesang steuert übrigens der Meister höchstpersönlich bei. Das Album gleicht sowieso einer Wundertüte und man hört hier und da, dass die Tracks Ende der 70er entstanden. Mal ist das Fusion, dann wieder sehr viel Jazz und natürlich auch Rock und Pop. Und Punk! Der Albumauftakt „It´s Gonna Rain“ ist all das in knapp dreieinhalb Minuten. Hier kann man auch noch mal überprüfen, welche Präzision Copeland bei seinem Spiel an den Tag legt.

 

„Don´t Care“ geht ziemlich nach vorne und hat unzweifelhaft Punkelemente zu bieten. In seiner Ausarbeitung und Eingängigkeit ist das aber auch die vertonte Popmusik. „Away From Home“ legt eine Coolness an den Tag, dass es auch im Jahr 2023 die pure Freude ist. Gute Laune vorprogrammiert! Die Nummer setzt sich zudem schnell im Ohr fest! „Rich In A Ditch“ könnte auch ein früher The Police-Song sein. „Grandelinquent“ ist ein Instrumentalstück, welches die ganze Genialität von Copeland zum Ausdruck bringt. Wie vielseitig kann eigentlich ein einzelner Song sein? „Old School“ rumpelt sich zunächst in den Song, bevor der Nichtgesang von Copeland die Musik wunderbar konterkariert. Und so spielt sich der Mann durch das ganze Album. Grenzen gibt es nicht. The Sky is the limit. Oder so ähnlich. „Stay Ready“ bringt dann auch noch eine gehörige Portion Reggae in den Sound mit ein. Mit „Yo Ho Ho“ gibt es sogar einen Song für die Weihnachtszeit.

 

„Away From Home“ ist als Demo eigentlich schon ziemlich perfekt. Der Sound ist ein Spiegelbild seiner Zeit. Punk, New Wave – alles da. „Rich In A Ditch“ ist mit der Akustikgitarre noch nicht komplett ausgearbeitet und „My Old School“ kommt recht ruppig rüber. Es macht unglaublich viel Spaß sich durch diese frühen Versionen zu hören. „Thrills“ ist mehr Punk als alles, was sonst in dieser Zeit veröffentlicht wurde. „Office Girls“ hat schon unglaubliche Hitqualitäten. Die Gitarre fräst sich schön im Ohr fest. Wenn die zweite CD mit „Strange Things Happen“ endet, will man die Demos sofort wieder starten – ein eher seltener Wunsch bei solchen Geschichten.

 

Fazit: „Klark Kent“ von Stewart Copeland ist ein tolles Album. Es ist zwar auch ein Spiegelbild seiner Zeit und Ende der 70er war dies schon ein Ereignis. Die Songs zeigen das unglaubliche Talent von Copeland. Vieles hat zudem große Hitqualitäten. Anderes ist musikalisch derart brillant, dass einem der Mund schon mal offenstehen kann. Die Demos sind zudem das Salz in der Suppe! Schön, dass dieses Werk noch mal veröffentlicht wird. Bleibt zu hoffen, dass es die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient hat und nicht ein Dasein in der Nische fristet!

 

https://www.stewartcopeland.net/

 

Text: Torsten Schlimbach

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