Kirk Fletcher: My Blues Pathway

Kirk Fletcher: My Blues Pathway

Cleopatra Blues/Membran

VÖ: 25.09.2020

 

Wertung: 8/12

 

Kirk Fletcher wohnt mittlerweile in der Schweiz. Die Liebe hat ihn in die Berge geholt. Musikalisch ist der Mann aber natürlich immer noch dem Süden der USA verpflichtet. Dort sind seine Wurzeln und das hört man auch wieder den Songs von „My Blues Pathway“ an. Geschrieben wurde das Material in der Schweiz und schließlich in Los Angeles aufgenommen. Fletcher wird in Blues-Kreisen verehrt, warum das so ist, kann man auf „My Blues Pathway“ nun erneut nachhören.

 

„Ain’t No Cure For The Downhearted“ ist der puristische Auftakt, welcher die Herzen der Fans höherschlagen lässt. Die Produktion ist zwar modern, aber das ist natürlich Blues der alten und traditionellen Schule. Das Gitarrensolo hat ordentlich Pfeffer im Hintern und lässt die sechs Saiten jaulen. Der Mann ist ein begnadeter Musiker, der zudem noch mit einer sehr angenehmen Singstimme ausgestattet ist. Auch, wenn hier alles ganz im Zeichen des Blues steht, lässt Fletcher auch immer andere Einflüsse erkennen – mal mehr, mal weniger. Das oberflächlich betrachtete langsame „No Place To Go“ groovt nämlich wie Sau. Da schwingt doch eine gehörige Portion Funk mit und die Bläsersektion lässt den Soul aufleben.

 

„Love Is More Than A Word“ ist die Art Schiebeblues, wie man ihn lange nicht mehr gehört hat. Die alte Schule eben. Dies trifft auch auf „Struggle For Grace“ zu. Das ist im Grunde gut, spielerisch sowieso, allerdings hört sich die Nummer wie so viele andere des Genres an. Das trifft auf einige Songs des Albums zu. „Heart So Heavy“ ist da ein weiteres Beispiel. Die Instrumentierung ist sensationell, der Gesangs ein Gedicht und trotzdem hat man das Gefühl, dass man das in dieser Form schon zigfach gehört hat. „Fatting Frogs For Snakes“ oder „Place In The World“ bestechen durch diesen groovy Ansatz. Das ist durchaus ein Merkmal, welches Fletcher herausstechen lässt. „D Is For Denny“ kann Tarantino für seinen nächsten Film nehmen. Die Instrumental-Nummer ist wie gemalt für einen seiner Werke. Bei „Life Gave Me A Dirty Deal“ kann man sich auf eine dicke Gänsehaut einstellen. Was Charlie Musselwhite da an der Harmonika veranstaltet, sorgt für wohlige Schauer. Fletcher spielt dazu auf der Akustischen. Das ist Blues in seiner Urform. Großer Albumabschluss.

 

Fazit: „My Blues Pathway“ von Kirk Fletcher ist ein gutes Blues-Album, welches durch die Einflüsse von Funk und Soul sehr gewinnt. Musikalisch ist das natürlich erstklassig und alle Beteiligten spielen mit viel Hingabe, Herz und Können. Blues- und Musikfans kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten! Schön, dass es noch Musiker wie Kirk Fletcher gibt!

 

http://kirkfletcherband.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch