Joseph Williams: Denizen Tenant

Joseph Williams: Denizen Tenant

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 26.02.2021

 

Wertung: 6,5/12

 

Joseph Williams hat in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel Musik für Filme komponiert und kann in diesem Bereich auf einige beachtliche Erfolge zurückblicken. Seine Songs sind in zahlreichen Steven Spielberg- und George Lucas-Filmen zu hören. Ebenfalls ist er beim großen Welterfolg „Der König der Löwen“ dabei. Von 1986 bis 1988 sang er für Toto und war auf den Alben „Fahrenheit“ (1986) und „The Seventh One“ (1988) zu hören.  Er war auch auf der 2006 erschienenen Veröffentlichung „Falling in Between“ dabei. Williams gehört immer noch zum festen Line-up von Toto. Sein Kollege Steve Lukather veröffentlicht nun zeitgleich ein Album. Die beiden Platten werde gemeinsam beworben und promotet und die Optik und Farbgebung des Booklets ist absolut identisch. Beide Herren sind auch auf dem Album des jeweils anderen zu hören. Diese beiden Scheiben gehören zusammen wie einst „Use Your Illusion 1&2“. Na ja, fast jedenfalls.

 

„Denizen Tenant“ ist nicht so leicht greifbar und griffig. Der Sound ist zwar sehr clean produziert, trotzdem gibt es da kompositorisch auch mal ein paar Haken. „Black Dahlia“ ist sogar ein bisschen beim Prog-Rock angelehnt. Gitarrist Mike Landau baut da das eine oder andere schöne Solo ein. Der Albumeinstieg „Never Saw You Coming“ ist zwar Pop in Formvollendung, hat aber auch Elemente des Funk und Jazz zu bieten. „Liberty Man“ dürfte die Toto-Fans ziemlich glücklich machen. Der Titelsong „Denizen Tenant“ ist sehr ausgefeilt arrangiert worden. Das setzt sich nicht unbedingt im Ohr fest und man muss sich das als Hörer erst erarbeiten.

 

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich eine Nummer wie „Wilma Fingadoux“ wie Kaugummi zieht und langatmig und langweilig ist. Zusammen mit seiner Tochter Hannah Ruick interpretiert er „Don´t Give Up“. Das darf man natürlich nicht mit Peter Gabriel und Kate Bush und deren Version vergleichen, denn dagegen kann das hier nur verlieren und selbst Alicia Keys und Bono haben da einst eine bessere Version hingelegt. „The Dream“ groovt anschließend ganz schön und „Remember Her“ ist opulent und dramatisch ausstaffiert. Danach flacht es wieder etwas ab und das musicalhafte „No Lessons“ und „Mistress Winter´s Jump“ rauschen an einem vorbei. Mit „If I Fell“ gibt es eine weitere Coverversion zu hören. Es gibt aber eine Regel, an die sich alle nachfolgenden Generationen halten sollten: die Beatles kann man nicht covern. Mit „World Broken“ plätschert das Album dann dem Ende entgegen.

 

Fazit: „Denizen Tenant“ hat neben dem Popüberbau zwar einige interessante Aspekte zu bieten, aber eben auch sehr viele Längen und uninteressante Zwischenspiele. Jazz, Funk und Prog sind weitere Stilmittel, die Williams nutzt. Sein Toto-Weggefährte Steve Lukather hat ihm unter die Arme gegriffen, schneidet aber im direkten Vergleich mit seiner eigenen Platte „I Found The Sun Again“ besser ab.

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch