Joseh: These Days

Joseh: These Days

‎Superlaut Records/Edel

VÖ: 12.08.2022

 

Wertung: 8/12

 

Joseh fliegt immer etwas unter dem Radar des Musikgeschäfts durch. Kritiker und Musikhörer haben den Künstler auch nicht unbedingt auf dem Schirm. Mit „These Days“ veröffentlicht er aber nun schon sein viertes Album. Auf dem Album lotet er noch mehr aus, was in der Pop-Musik im Jahr 2022 möglich ist. Man sollte auf die Feinheiten achten, denn im Hintergrund passiert eine ganze Menge.

 

Textlich nimmt sich Joseh den Themen der diesen Zeiten an. Es geht um die Rolle der Frau in der heutigen (Arbeits)Welt. Rassismus und warum man sich unter ganz vielen anderen Menschen trotzdem alleine fühlen kann. Dies geschieht nicht mit dem Holzhammer, aber trotz aller dezenten Umsetzung bleiben keine Fragen offen. Musikalisch wird das oft in ein nachdenkliches bis melancholisches Gewand verpackt. Dies ist selbst bei dem rockigen „Skin And Bones“ der Fall. „Guilt“ ist als Halbballade ja sowieso schon von der Ausrichtung verhalten.

 

Mit „These Days“ – dem Song – hat er auch eine Nummer im Gepäck, die durchaus Hitpotenzial hat. Mit dem treibenden Sound könnte das sogar auf Wohlwollen bei der Geschmackspolizei stoßen. Man muss den Track halt auch im Radio spielen (wollen). Das gilt auch für „Little Heart“. Ist das eine Harfe? Auf dem Album hört man zudem auch noch Banjo und jede Menge Piano. In einem Song wie „Happy Man“ kann man mehr als nur erahnen, dass Joseh nicht nur Einflüsse im Rock mit 90er Prägung hat, sondern auch im Folk. „Breakt It Off“ ist eine weitere Nummer mit Hitpotenzial. Gute Hookline, netter Groove. „See Me Go“ ist zu viel Pathos und Schmalz. „I Resist“ schafft es da besser den Bogen spannend zu halten. Hier sind auch asiatische Einflüsse deutlich herauszuhören. Mit „Dreams Do Come True“ endet das Album gar mit einem gospelartigen Stück.

 

Fazit: „These Days“ ist ein sehr vielschichtiges Album. Joseh hat hier eine Menge musikalische Einflüsse einfließen lassen. Dies endet letztlich alles beim gemeinsamen Nenner Pop. Dies geschieht allerdings in der Form, dass sich auch die Hüter des heiligen Musikgrals damit identifizieren könnten. Das Album hätte es jedenfalls verdient von einer größeren Anzahl an Hörern entdeckt zu werden.

 

https://josehmusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch