Joanna Connor: 4801 South Indiana Avenue

Joanna Connor: 4801 South Indiana Avenue

Keeping The Blues Alive

VÖ: 26.02.2021

 

Wertung: 9/12

 

Wenn Joanna Connor die Slide-Gitarre spielt, dann klappen auch den besten Gitarristen die Münder auf die Tischplatte. Die Dame ist eine wahre Virtuosin und hat den Blues im Blut. Sie spielt selbigen mit derart viel Herz und Hingabe, dass es eine wahre Freude ist. Die Dame und ihre Musik sind durch und durch authentisch. Nicht nur, dass die Dame nun bei Joe Bonamassa und seinem Label unter Vertrag ist, nein, der gute Joe hat zusammen mit Josh Smith in den Ocean Way Recording Studios in Nashville, Tennessee, „4801 South Indiana Avenue“ produziert.

 

Im Grunde ist die Verbindung Joanna Connor und Joe Bonamassa nur folgerichtig und es war nur eine Frage der Zeit, bis die beiden Ausnahmegitarristen zusammenarbeiten würden. Sie haben für das vierzehnte Album von Connor ganz tief im Chicago-Blues gegraben und zehn Tracks aufgenommen. „Dieses Album ist eine Hommage an den Chicagoer Blues“, sagt Joanna. „Wir haben versucht, den Geist der Tradition einzufangen und ihn mit roher Energie und Leidenschaft zu injizieren.“ Das ist mehr als geglückt.

 

Was man bei dem ganzen Können auf den sechs Saiten nicht vergessen sollte: Joanna Connor hat eine mitreißende Röhre. Das fällt schon bei dem schmissigen Auftakt „Destination“ direkt auf. Hier hört sie sich übrigens ein bisschen nach Patti Smith an. Bei diesem fulminanten Albumeinstieg kann man dann auch direkt ihrem Können auf der Gitarre lauschen. Das klingt derart erdig und intuitiv, dass dafür das Wörtchen authentisch erfunden wurde!

 

„Come Back Home“ ist astreiner Blues. Man sollte als Hörer auch auf die Dinge achten, die sich da im Hintergrund ereignen – beispielsweise das Honky Tonk-Klavier. „Bad News“ ist die Art kratzige Ballade, wie sie auch Beth Hart interpretieren würde. „I Feel So Good“ ist anschließend ein Slide Gitarren-Gewitter par exellance. Und dieser reudige Gesang verstärkt das noch. „For The Love Of A Man“ und „Trouble Trouble“ sind sehr guter Standard-Blues. „Please Help“ klingt nach unglaublich viel Spaß im Studio. „Cut You Loose“ hört sich gar an, als wäre das in einem Take live aufgenommen worden. „Part Time Love“ holt noch mal die ganz große Gitarrenkunst hervor, bevor das Album mit „It´s My Time“ fast schon experimentell ausklingt – aber hört selbst!

 

Fazit: Joanna Connor hat mit „4801 South Indiana Avenue“ ein erstklassiges Album aufgenommen. Die Songs wurden allesamt im Blues gebadet. Alles klingt hier authentisch und intuitiv. Songs aus dem Bauch heraus. Man hört hier jedem Ton an, dass Joanna Connor liebt was sie da spielt und singt! Und wie sie spielt und singt! Wer Gitarrenmusik und den Blues liebt, muss dieses Album unbedingt antesten!

 

http://joannaconnor.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch